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Sequenzprotokoll

 
Nr.
Inhalt
Länge
Zeit im Film

1

Einführung, moderiert von Lutz Lehmann. Bericht über die Schwierigkeit der Zeugenbefragung zum 17. Juni 1953 im Westen. Im Hintergrund: Das zerbrochene Amtsschild des Staatspräsidenten der DDR.
0.54
0.00 - 0.54

2

Originalbericht Deutsche Reportagefilm über die Demonstration und Ausschreitungen in Berlin am 17. Juni. Eingeschoben: Vorspann. Der Originalbericht wird durch Lehmann kommentiert: „Ursache, Ablauf und politische Bedeutung des Ereignisses sind umstritten, nicht nur zwischen West und Ost." 1.42 0.54 - 2.36

3

Texttafel: „Der 17. Juni: Ein Agentenputsch?" SED-Propagandadoktrin zum 17. Juni: Putschversuch westlicher Agenten (Tag X). Beitrag des DDR-Fernsehens von 1967 über die Einordnung des 17. Juni in die imperialistische „Roll-back-Strategie" mit Hinweis auf den Koreakrieg (Wochenschaumaterial). Originalbericht Deutscher Fernsehfunk Ost-Berlin: Indizien für die Putsch-Theorie, den „erste(n) konterrevolutionäre(n) Frontalangriff gegen die DDR", Hinweise auf „den faschistischen Charakter des Aufstandes". Verurteilungen durch die DDR-Justiz. Interviews mit den ehemaligen Angeklagten Horst Hertel und Werner Dyballa zu deren Beteiligung an den Ausschreitungen in Ost-Berlin. Untermauerung der These vom Tag X durch Schauprozesse. Zusammenfassender Kommentar durch Lutz Lehmann zur „politische(n) Legende" eines „von langer Hand vom Westen vorbereiteten Tag X" und Überleitung zum nächsten Filmabschnitt. 10.13 2.36 - 12.49

4

Texttafel: „Der 17. Juni: Ein Volksaufstand?" Originalbericht Wochenschau Blick in die Welt über den Aufstand in Ost-Berlin. Veranschaulichung des Aufstandsgebietes anhand einer Karte. Solidaritätskundgebungen, Arbeitsniederlegungen und Bürobesetzungen in der Provinz und anderen Städten (Leipzig, Jena, Rathenow, Magdeburg). Niederschlagung des Aufstandes durch sowjetischen Panzer, Verhängung des Ausnahmezustandes. Interview-Szenen mit Fritz Schorn (Leuna), Harry Christ (Ost-Berlin) und Richard Berendt (Leipzig). Trauerfeierlichkeiten in West-Berlin am 23.6.1953. Redemitschnitte Konrad Adenauer, Jakob Kaiser und Ernst Reuter. Zusammenfassender Kommentar durch Lutz Lehmann zum „Heldenepos vom Volksaufstand für die Freiheit" und Überleitung zum nächsten Filmabschnitt. 7.46 12.49 - 20.35

5

Texttafel: „Der 17. Juni: Eine Arbeiterrevolte?" Originalbericht Neue Deutsche Wochenschau. Frage nach politischen und ökonomischen Ursachen des Aufstandes: Rohstoffmangel, Belastungen durch Reparationen; Beschluss zum „Aufbau des Sozialismus" auf der Zweiten Parteikonferenz der SED im Juni 1952: stalinistische innenpolitische Phase der DDR (Enteignungen, politische Verfolgung), Flüchtlingsströme in den Westen. Auf Stalins Tod folgen die Verkündung des „Neuen Kurses" und Konzessionen an die ostdeutsche Bevölkerung, aber auch die Erhöhung der Arbeitsnormen. Interview Prof. Arnulf Baring zur Frage der Rechtmäßigkeit dieser Arbeitsnormen. Beginn der Arbeiterproteste in der Stalinallee. Interview Heinz Brandt (ehemals SED-Bezirksleitung). Protestmarsch vom 16. Juni. 4.31 20.35 - 30.06

6

Interviews mit Arbeitern des 17. Juni über ihre politischen Absichten: Werner Kalowski (West-Berlin), Harry Christ (Ost-Berlin), Walter Witt (Ost-Berlin), Richard Behrendt (Leipzig). Politische Radikalisierung der Proteste am 17. Juni. Originalbericht Wochenschau Blick in die Welt. Prof. Arnulf Baring zur Niederschlagung des Aufstandes durch die sowjetische Besatzungsmacht und zur Frage Streikbewegung oder Volksaufstand. 8.11 30.06 - 38.17

7

Texttafel: „Der 17. Juni: Eine verpaßte Chance?" Originalbericht Neue Deutsche Wochenschau. Frage nach den Folgen des 17. Juni und nach der spontanen Ausbreitung der Proteste. Interviews mit Fritz Schorn und Richard Behrendt. Rolle des RIAS bei den Ereignissen des 17. Juni, Rundfunk-Ansprache des DGB-Vorsitzenden Ernst Scharnowski. Interview Scharnowski. Interview mit Eberhard Schütz, 1953 Programmdirektor des RIAS, über die uneinheitliche Linie des RIAS-Rundfunkprogramms am 17. Juni. Originalbericht Wochenschau Blick in die Welt. Eberhard Schütz zur Möglichkeit eines alliierten Eingreifens am 17. Juni. Fotodokumente: junge Männer gegen sowjetische Panzer. Werner Kalkowski und die Wochenschau-Kameramänner Erich Onasch und Helmut W. Sonntag über organisierte Randale von Westberliner Halbstarken. Frage nach der Rolle antikommunistischer Organisationen und Geheimdienste im Verlauf des 17. Juni: Der Journalist Hans Georg Schulz über Einstiegsversuche von Westberliner Untergrundorganisationen (Kampfgruppe gegen die Unmenschlichkeit) in die Arbeiterprotestbewegung und Abgrenzung solcher Initiativen gegen die Leitlinien der offiziellen westdeutschen und US-amerikanischen Politik. Werner Kalkowski über seine Verurteilung als Westagent. Urteil über die harten Reaktionen der SED-Justiz. 14.15 38.17 - 52.32

8

Abschließende Bewertungen des 17. Juni durch Prof. Alfred Grosser (Paris) und Prof. Richard Löwenthal (Berlin). Abspann. 6.19 52.32 - 58:51