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Stunde 1: Kriegsbegeisterung


In der ersten Doppelstunde prägte die Auseinandersetzung mit der Filmexposition den Unterricht, wobei exemplarisch zentrale Aussagen des Films besprochen und in Ansätzen die filmischen Darstellungsmittel reflektiert wurden.

Die Frage der Kriegsbegeisterung stand im Mittelpunkt. Die Rede des Lehrers Kantorek wurde ausführlich besprochen und mit einem Text von Carl Zuckmayer verglichen. Absicht war es, der Frage nachzugehen, inwieweit diese Rede eine authentische Verdichtung der historischen Problematik darstellt. Die Schülerinnen und Schüler kamen zu dem Ergebnis, dass Kantoreks Rede wohl das Bewusstsein einer bestimmten sozialen Klasse im Kaiserreich, des Bürgertums, widerspiegele und mit den Aussagen Zuckmayers korrespondiere. Auch bildliche Quellen würden die hier vorgeführte Begeisterung ähnlich vermitteln, wobei die Repräsentativität solcher bildlichen Darstellungen kritisch hinterfragt wurde. In diesem Zusammenhang blieb die Frage, für welche gesellschaftlichen Gruppen die dargestellte Begeisterung zutrifft, offen. Relativierend dagegengesetzt wurde die Tatsache verbreiteter Demonstrationen gegen den Krieg, die auf grundsätzlichere Opposition verweisen würden.

Die Schülerinnen und Schüler hoben am Film besonders hervor, dass sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt sei, wie die Schüler von der "Woge der Begeisterung" mitgerissen werden: Die Kamera fährt vom Vorbeimarsch der Soldaten durch das Fenster in eine Totale des Klassenraums, um dann (in Nahaufnahmen von Kantorek und einzelnen Jungen) eine Verbindung zwischen den Worten des Lehrers und den Phantasien der Jungen herzustellen und schließlich, die begeisterten Schüler im Blick behaltend, auf die Straße zu den vorbeiziehenden Soldaten zurückzukehren. ( Filmsequenz 2)