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Stunde 20: Filmvergleich


Nachdem in den beiden vorherigen Stunden der Film WESTFRONT 1918 von Georg Wilhelm Pabst gesehen worden war, wurden die beiden filmischen Darstellungen im Vergleich besprochen und bewertet.

Der Film WESTFRONT 1918 wurde einhellig als "schwächer" empfunden: Das Geschehen werde bei IM WESTEN NICHTS NEUES viel eindringlicher dargestellt, die Gefühle der Menschen würden deutlicher vermittelt, die Schicksale der Menschen seien besser zu verfolgen. Der Film vermittle keine Entwicklung der Persönlichkeiten, während Bäumer und die anderen eine Entwicklung durchlebten. In WESTFRONT 1918 komme auch die Kriegsmüdigkeit nicht so zum Ausdruck.

Beeindruckend fanden die Schülerinnen und Schüler allerdings die Darstellung der Heimaterfahrung des Soldaten mit seiner Frau - ein neuer Erfahrungsaspekt gegenüber IM WESTEN NICHTS NEUES. Sie vermissten bei WESTFRONT 1918 den "roten Faden" in der Handlung.

Formal wurde hervorgehoben, dass WESTFRONT 1918 "filmtechnisch viel schwächer" sei. Belegt wurde dies mit den Unterschieden in der Darstellung (Perspektiven, Fahrten) des Grabenkrieges: z. B. falle die filmische Präsentation des MG-Nestes gegenüber den Kamerafahrten über die Grabenlandschaft weit ab. IM WESTEN NICHTS NEUES setze die filmischen Mittel viel eindrucksvoller ein, um gerade das "industrielle Töten" bewusst zu machen. Andererseits sei WESTFRONT 1918 in der Hinsicht deutlicher, dass er die technische Überlegenheit der Alliierten zeige (z. B. anhand der Darstellung der Tanks).

Obwohl einige Schüler bemerkten, dass bei WESTFRONT 1918 eigentlich erst ganz zum Schluss deutlich werde, dass er sich als Anti-Kriegsfilm versteht, wurde auch diesem Film Authentizität zugestanden und insgesamt hervorgehoben, dass er die Glaubwürdigkeit der Darstellung und die Perspektive der Erzählung von IM WESTEN NICHTS NEUES stütze und verstärke.