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Physische Schäden Film

Physische Schäden entstehen am häufigsten durch Fehler bei der Handhabung und bei der Lagerung, Vernachlässigung von Umwickeleinrichtungen, Sichttischen und Projektoren und als Folge des Alterungsprozesses.
Besonders häufig sind mechanische Schäden am Filmband, wie Perforationsschäden, Schicht- und Trägerschrammen und Filmrisse.

Häufig anzutreffen sind Schäden durch Spannungen, die sich durch Schrumpfungsprozesse oder unsachgemäßes Spulen im Bandwickel einer Filmrolle aufbauen. Hohe und unterschiedliche Spannungen können die Form des gesamten Filmwickels verändern. Spannungen können auch abgebaut werden, indem sich der Film wölbt, eindellt oder wellt. Sind die Spannungen so groß, dass sie nicht mehr von der Emulsionsschicht kompensiert werden können, löst diese sich von der Trägerschicht ab.

Hohe und/oder schwankende Temperatur und rel. Luftfeuchtigkeit während der Lagerung können, neben den chemischen Reaktionen, die die Zersetzung des Materials beschleunigen, auch zu physischen Schäden führen. Es kommt häufig zu Deformationen des Filmbandes oder Filmwickels und zu Veränderungen der Farben.
Besonders die Farben der Colormaterialien vor 1980 haben eine sehr geringe Stabilität und Haltbarkeit. Sie verblassen durch Lichteinwirkung, wie sie z.B. bei der Projektion stattfindet (light fading), aber auch durch den Einfluss von zu hoher Temperatur und vor allem rel. Luftfeuchtigkeit ohne Anwesenheit von Licht (dark fading). Neben dem allgemeinen Verblassen der Farben führt dies zum Verlust an Sättigung und Kontrast und Unregelmäßigkeiten und Flecken im Farbbild.


Bild: Verblasstes Colormaterial: links Original, nach rechts zunehmend verblasst [1]

[1] Quelle: Film Preservation Handbook, NSFA; http://www.nfsa.gov.au/preservation/handbook/image-forming-materials/chromogenic-dyes/