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Physische Schäden

Anders als die „schleichenden" chemischen Schäden als Folge des Abbauprozesses treten physische Schäden meist plötzlich auf und haben für die mechanische Integrität wesentlich schwerwiegendere Konsequenzen. Sie sind jedoch häufig die Folge einer bereits fortgeschrittenen chemischen Schädigung. Die häufigsten Ursachen für physische Schäden sind Bedienungsfehler, Fehler bei der Lagerung, Vernachlässigung der Abspielgeräte und technische Fehler durch Alterungserscheinungen, wie z.B. Ermüdungsbrüche. Hohe und/oder schwankende Temperatur und rel. Luftfeuchtigkeit und der häufige Transport zwischen Bereichen mit unterschiedlichem Klima führen zu unterschiedlichen Spannungsverhältnissen im Bandwickel, die wiederum zu Dehnungen und Stauchungen des Bandes führen (sog. Fenstern). An diesen Stellen kann die Information nicht mehr ausgelesen werden und ist unwiederbringlich verloren. Hinweise hierauf gibt das als polygonal (vieleckig) bezeichnete Wickelbild (s. Bild).

Durch ungleichmäßiges, zu lockeres oder zu festes Wickeln kommt es ebenfalls zu unterschiedlichen Spannungsverhältnissen und später zu Lesefehlern oder Informationsverlust. Ein unsauberes Wickelbild mit Treppenbildung zwischen den Bandlagen (s. Bild und Kapitel "Konservatorische Maßnahmen Magnetbänder") führt schnell dazu, dass die Bandkanten beschädigt werden und die hier befindlichen Informationen nicht mehr ausgelesen werden können.



Bild: PET-Band mit Treppenbildung im Bandwickel und typischer Defomationdes Bandwickels
durch Feuchtigkeitsaufname und -abgabe (polygonaler Wickel). [1]



[1] Quelle: Autorin