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Kreis-Resident-Officer ("K.R.O.")


Inhalt

Der dokumentarische Kurzfilm beschreibt den Alltag eines "Kreis Resident Officers" (K.R.O.), des für die Ausübung der britischen Besatzungsmacht in den deutschen Kreisen zuständigen Beamten.

Der Film zeigt zunächst eine deutsche Stadt in Trümmern und Kinder, die barfuß im Schutt herumlaufen und nach Verwertbarem suchen. Dann wird das Gebäude gezeigt, das dem für diese Region zuständigen K.R.O., der den Film aus dem Off kommentiert, als Dienstsitz dient. Zahlreiche Deutsche stehen vor der Tür an, um persönliche Anliegen vorzutragen.

Einmal pro Woche erscheint der Bürgermeister der Stadt, um aktuelle Probleme mit dem K.R.O. zu besprechen. Diesmal dreht sich das Gespräch um das wachsende Flüchtlingsproblem. Der K.R.O. fordert den Bürgermeister auf, mehr für die Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge zu tun.
Er besucht einige von ihnen, die in einer Scheune untergekommen sind. Sein Auftrag, so der K.R.O., sei es, "die Deutschen dazu zu bringen, etwas für einander zu tun."
In der Scheune trifft er auch auf einen Mann, der eine geschenkte Zigarette sofort nach dem Anzünden wieder löscht, um sie auf dem Schwarzen Markt zu tauschen.

Danach steht der Besuch einer Volksschule an. Die Besatzungsbehörden, so der Kommentar, helfen den Deutschen bei der Neuordnung des Schulsystems. Bei den Schülern herrsche Mangel an Schuhen, die Schule sei schon wegen Kohlemangels geschlossen gewesen. In einer Schulklasse wird dem K.R.O. ein Lied vorgesungen.

Auf dem Weg zu seiner nächsten Station, einer Textilfabrik, der es an Rohstoffen und Kohle mangelt, kommt der K.R.O. an einem völlig überfüllten Zug vorbei, dessen Passagiere sich auch von außen an den Eingängen festhalten.

Später besucht er einen Bauern, der nicht bereit ist, in seinem Haus Flüchtlinge aufzunehmen und fordert ihn auf, den Anweisungen der Behörde Folge zu leisten. Die Bauern, so der K.R.O., seien relativ wohlhabend und besserten ihren Lohn durch Tauschgeschäfte auf.

Abends muss der K.R.O. für seinen Vorgesetzten einen Bericht über seine Aktivitäten anfertigen. Hierbei wird er gestört, als ihn der Polizeichef der Stadt um seine Mithilfe bei der Verfolgung von Straftätern bittet.

Der Kreis Resident Officer, so schließt der Film, sei "sehr wichtig" zur Unterstützung des deutschen Aufbaus.


Filmographische Daten

Produktion: Junge Film-Union, Rolf Meyer, Hamburg/Crown Film Unit, London
Regie: Graham Wallace
Kamera: A. v. Rautenfeld
Produktionsleitung: Willi Wiesner
Drehzeit: August - September 1947
Außenaufnahmen: Hildesheim, Peine und Umgebung, Harz
Länge: ca. 600 m (Westall. Militärzensur) = 22 Min.
Aufführung: Nur zur Aufführung in Großbritannien bestimmt

Bezugsquelle: Eine Sichtungsmöglichkeit für diesen nach unserer Kenntnis im Verleih nicht erhältlichen Film besteht in den Räumen des Filminstituts Hannover.