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Asylrecht


Einleitende Bemerkungen

Asylrecht, ein Film des Dokumentarfilmers Rudolf W. Kipp, entstand in den Jahren 1948/49 als Auftragsarbeit für die britische Besatzungsmacht. Er wurde in Großbritannien unter dem Titel Report on the Refugee Situation, January 1949 gezeigt. In Deutschland, wo der Film erstmals im Februar 1949 anlässlich einer ökumenischen Flüchtlingstagung in Hamburg vorgeführt wurde, trug er den Titel Asylrecht.

1959 erstellte das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) aus den Bildern des ursprünglich 37 Minuten dauernden Films eine neunminütige Stummfassung für den Schulunterricht (Titel: Flüchtlingsnot an der Zonengrenze). Die Auswahl der Filmausschnitte sowie deren Anordnung und nicht zuletzt das dem Film beigelegte Textblatt zeigen eine Version, die deutlich durch den Kalten Krieg Ende der 50er Jahre geprägt ist.

Im darauffolgenden Jahr produzierte Kipp im Auftrag des FWU eine überarbeitete 21-minütigen Tonfassung, ebenfalls unter dem Titel Flüchtlingsnot an der Zonengrenze, die sich weitaus stärker an der Originalfassung orientierte und weniger durch antikommunistische Propaganda geprägt war.

Ausschnitte des Films werden bis heute vielfach in Geschichtsdokumentationen verwendet.

2014 wurde Asylrecht zum Gegenstand eines interaktiven Bildungspaketes, das die Gesellschaft für Filmstudien im Auftrag des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) konzipierte. Die technische Realisation übernahm die Bielefelder AMMMA AG. Diesem Bildungspaket wurde neben einer Rekonstruktion der Originalfassung von 1949 auch die Stummfilmfassung Flüchtlingsnot an der Zonengrenze (1959) beigegeben. Das Bildungspaket kann auf dem Portal Filmbildung des Niedersächsischen Bildungsservers abgerufen werden. Auch können hier die rekonstruierte Originalfassung des Films sowie die Schnittfassung von 1959 online abgerufen werden (Links siehe unter Filmographische Angaben).

Wir möchten an dieser Stelle insbesondere auf die ergänzenden Materialien des Bildungspaketes verweisen, die zusätzliche Informationen zum historisch-politischen Kontext, eine Filmzusammenfassung in den Worten des Regisseurs, Sequenz- und Einstellungsprotokolle sowie den Sprechertext der Originalfilmfassung umfassen. Diese Materialien sind hier zu finden.



Filmographische Angaben

Das Bildmaterial, das Rudolf W. Kipp 1949 für seinen Dokumentarfilm Asylrecht - Report on the Refugee Situation aufgenommen hatte, wurde auch für die 1959 und 1960 vom FWU produzierten Schulfilme mit dem identischen Titel Flüchtlingsnot an der Zonengrenze verwendet.
Hier werden zu allen drei Filmen separate filmographische Angaben gemacht:

Angaben im Vorspann der Originalfassung von 1949 (37 Min.):

Originaltitel: Asylrecht. Report on the Refugee Situation Jan. 1949
Produktion: Film Section, Deutsche Dokumentarfilm-Gesellschaft m.b.H.
Regie: Rudolf W. Kipp
Kamera: Rudolf W. Kipp, Hans Böcker, Erich Stoll
Licht: Walter Brode
Schnitt: Marcel Clernow
Produktionsleitung: Heinrich Klemme
Produktionsjahr: 1949
Laufzeit: 37 Minuten, Lichtton

Die rekonstruierte Originalfassung von 1949 kann hier online besichtigt werden.

Angaben zum Schulfilm Flüchtlingsnot an der Zonengrenze (1959, 9 Min.):

Titel: Flüchtlingsnot an der Zonengrenze
Produktion: Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU)
Produktionsjahr: 1959 (überarbeitete Fassung des Films "Asylrecht" aus dem Jahre 1949)
Laufzeit: 9 Minuten, stumm

Diese Fassung kann auf im Kapitel IX. des Bildungspaketes zum Film Asylrecht gesichtet werden - abrufbar hier als interaktives Arbeitsblatt im PDF-Format.


Angaben zum Schulfilm Flüchtlingsnot an der Zonengrenze (1960, 21 Min.):

Titel: Flüchtlingsnot an der Zonengrenze
Produktion: Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU)
Gestaltung: Rudolf W. Kipp
Produktionsjahr: 1960 (überarbeitete Fassung des Films "Asylrecht" aus dem Jahre 1949)
Laufzeit: 21 Minuten, Lichtton

Eine Sichtungskopie dieser Fassung kann hier heruntergeladen werden.