Affaire Blum (1948)
Kurze Inhaltsangabe
Der Film greift einen Justizskandal aus den Jahren 1925/26 in Magdeburg auf, der seinerzeit großes Aufsehen erregte, später jedoch totgeschwiegen wurde, da es sich um einen offensichtlichen Mißbrauch der Richterschaft für politische Zwecke handelte. Nach 1933 wurden auch sämtliche Aktenstücke und Dokumente über diesen Prozeß vernichtet.
Das Geschehen im Film folgt im wesentlichen den Geschehnissen der Jahre 1925/26, weicht jedoch in Einzelheiten von den historischen Tatsachen ab.
Der Film beginnt mit der Ermordung des Buchhalters Platzer durch Karl-Heinz Gabler, einen arbeitslosen ehemaligen Freikorpsmann. Dieser wird kurze Zeit später bei dem Versuch, mit einem Scheck Platzers in einem Waffengeschäft zu zahlen, von Kriminalkommissar Schwerdtfeger verhaftet. Der Polizeibeamte behandelt Gabler aufgrund seiner Freikorpsvergangenheit - auch Schwerdtfeger war Freikorpsmann - bevorzugt. Gabler macht sich den vorhandenen Verdacht Schwerdtfegers, dass das Verschwinden Platzers mit angeblichen Steuerhinterziehungen in der Firma des Juden Dr. Blum in Zusammenhang steht, zunutze und belastet diesen. Blum wird verhaftet und im Gegensatz zu Gabler wie ein Schwerverbrecher behandelt. Schwerdtfeger und Landgerichtsrat Konrad, der die Untersuchung führt, glauben den Ausführungen Gablers nur allzu gern. Landgerichtsdirektor Hecht unterstützt sie in ihrem Vorgehen gegen Blum. Präsident Wilschinsky, der (abweichend vom historischen Fall) mit Blum befreundet ist, fordert aus Berlin einen unabhängigen Kriminalbeamten an. Kommissar Bonte wird nach Magdeburg geschickt, aber Konrad lehnt dessen Mitarbeit am Fall Blum grundsätzlich ab. Bonte führt die Ermittlungen auf eigene Faust weiter, findet die Leiche Platzers in Gablers Keller und überführt Gabler schließlich des Mordes. Hecht versucht sich von dem „Irrtum" Konrads zu distanzieren. Blum wird freigelassen und kann nach hause zurückkehren.
Filmographie und Verleihinfos
| Produktion: | Deutsche Film AG (DEFA), Berlin |
| Regie: | Erich Engel |
| Buch: | Robert A. Stemmle |
| Kamera: | Friedl Behn-Grund, Karl Plintzner |
| Musik: | Herbert Trantow |
| Ton: | Erich Schmidt |
| Schnitt: | Lilian Seng |
| Bauten: | Emil Hasler |
| Regie-Assistenz: | Zlata Mehlers, Ludwig Lober |
| Aufnahmeleitung: | Fritz Brix, William Neugebauer |
| Produktionsleitung: | Herbert Uhlich |
| Uraufführung: | 03.12.1948, Berlin (Ost) 19.12.1948, Berlin (West) 08.04.1949, Hamburg |
| Darsteller: | |
| Kurt Ehrhardt | Dr. Jacob Blum |
| Karin Evans | Sabine Blum |
| Hans Christian Blech | Karlheinz Gabler |
| Gisela Trowe | Christina Baumann |
| Helmut Rudolph | Wilschinsky |
| Alfred Schieske | Kriminalkommissar Otto Bonte |
| Herbert Hübner | Landgerichtsdirektor Hecht |
| Paul Bildt | Konrad |
| Ernst Waldow | Schwerdtfeger |
| Hugo Kalthoff | Lorenz |
| Arno Paulsen | |
| Maly Delschaft | |
| Blandine Ebinger | |
| Gerhard Bienert | |
| Renee Stobrawa | |
| Friedrich Maurer | |
| Klaus Becker | |
| Hilde Adolphi | |
| Margarete Schön | |
| Werner Peters | |
| Jean Kolldehoff | |
| Margarete Salbach | |
| Arthur Schröder | |
| Gertrud Boll | |
| Anita Hinzmann | |
| Herbert Malsbender | |
| Richard Drosten | |
| Otto Mathies | |
| Eva Bodden | |
| Lilli Schönborn-Anspach |
Verleihinformation
Die Aufführungs- und Verleihrechte an Affaire Blum liegen beim Progress Film-Verleih, Berlin.
Bezugsquelle: Es besteht eine Sichtungsmöglichkeit in den Räumen des Kulturarchvis: http://www.kulturarchiv.de/