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Sequenzprotokoll


Nr.
Inhalt
Länge
Zeit im Film

1

Vorspann. Das Filmteam (Autor, Regisseur, Willy Fritsch) bei der Denkarbeit: Zufällig kommt das mit dem Autor bekannte Pärchen Christine Fleming und Martin Delius vorbei und mit den Filmleuten ins Gespräch. Der Autor beginnt, die Geschichte von Martin und Christine zu erzählen.

3.49

0.00 – 3.49

2

Die Villa Delius in Berlin-Grunewald im Frühjahr 1945: Gemeinsames Abendessen Martin, Viktoria Luise, Angelika Rösch, Frau und Tochter Quandt. Martin beklagt die Kulturzerstörungen des gegenwärtigen Krieges. Der Rundfunk meldet feindlichen Kampfverband im Gebiet Hannover-Braunschweig.

2.45

3.49 – 6.34

3

Angelika verlässt daraufhin die Wohnung Delius, um bei sich zuhause nach dem Rechten zu sehen. Der Rundfunk berichtet, dass der feindliche Kampfverband Berlin anfliegt. Nach dem Angriff: Die Hauswirtin Emma kündigt bei Viktoria Luise. Auch Mutter und Tochter Quandt verlassen das Haus.

3.09

6.34 – 9.43

4

Angelika trifft mit ihrer Haushaltsgehilfin Christine bei Delius ein und bringt ihre Koffer mit, da ihre Wohnung ausgebombt wurde. Viktoria Luise schlägt vor, dass Christine als Ersatz für Emma einspringen soll. Martin verteilt Cognac.

1.31

9.43 – 11.14

5

Christine bringt dem Filmteam Milch. Der Filmautor setzt seinen Bericht fort: Evakuierung des Geschäftes Rösch und Delius. Christine entschließt sich, den holzgeschnitzten Heiligen Martin einer gründlichen Säuberung zu unterziehen. Martin im Gespräch mit Angelika: Als er Christine mit einer Madonna vergleicht, teilt ihm Angelika mit, sie sei stattdessen eine niedersächsische Bauerntochter. Viktoria Luise ertappt Christine beim Putzen des Heiligen Martin. Bei seinem Eintreffen gerät Martin über den Vorfall zwar in Rage, verweist Christine dann aber doch nur sehr zurückhaltend.

5.28

11.14 – 16.42

6

Christine deckt für Martin den Tisch. Da er Marmelade wünscht, requiriert sie welche beim Verkäufer Kaminski. Martin nimmt davon zu ihrer Enttäuschung jedoch keine Notiz.

3.06

16.42 – 19.48

7

In der Küche irritiert er sie mit seinen vergleichenden Gesichtsstudien, hilft ihr dann aber auf Aufforderung beim Geschirrabtrocknen und zeigt ihr die Madonnenbilder in seinem Buch. Ein kitschiges Liebeslied im Rundfunk macht Martin nachdenklich. Er betrachtet sich im Spiegel und verlässt zum Abendessen das Haus.

4.26

19.48 – 24.14

8

Zufällig begegnen sich Christine und Martin am Abend in einem städtischen Luftschutzbunker.

2.21

24.14 – 26.35

9

Bei der Rückkehr in die Villa sehen sie sich mit den Verwüstungen eines Bombentreffers konfrontiert. Gemeinsames essen Martin und Christine zu Abend und gönnen sich den eigentlich für den „Endsieg“ reservierten Sekt. Martins Bekannter Hubert kommt, um in der bombenversehrten Villa nach dem Rechten zu sehen.

4.47

26.35 – 31.22

10

Nach Huberts Abgang kommen sich Christine und Martin näher: Er vergleicht sie mit der Madonna, sie ihn im Gegenzug mit dem Heiligen Martin. Sie küssen einander.

3.08

31.22 – 34.30

11

Willy Fritsch beschwert sich über den Mangel an aufregenden Details in der Erzählung des Autors. „Am nächsten Morgen“: Christine und Martin sind befangen voreinander.

2.15

34.30 – 36.45

12

Viktoria Luise trifft ein und reagiert sehr ungehalten, als sie von der Liaison Martins mit Christine erfährt.

2.12

36.45 – 38.57

13

Als Angelika zu Besuch erscheint, berichtet Viktoria Luise ihr umgehend von Martins Verfehlungen, die Angelika aber sehr gelassen aufnimmt. Viktoria beschließt aus Protest ihre Abreise.

3.22

38.57 – 42.19

14

Martin kann seiner Schwester ihre Absicht nicht ausreden. Viktoria Luise fordert Christine unter vier Augen auf, ebenfalls nach hause zu fahren, und macht ihr moralische Vorwürfe. Abschied Viktoria Luises von Martin.

1.40

42.19 – 43.59

15

Beim Aufräumen entdeckt Christine in einem Fotoalbum Bilder von Martin und Angelika. Bei seiner Rückkehr weist sie Martin ab und erwägt, auch fortzugehen. Martin kann sie nicht umstimmen.

2.51

43.59 – 46.50

16

Abends sitzen Martin und Angelika beisammen. In der Küche entdeckt Angelika Christines Abschiedsbrief.

2.05

46.50 – 48.55

17

Besprechung des Filmteams: Der Regisseur macht den Vorschlag, die Geschichte von Martin und Christine zu verfilmen. Willy Fritsch unterbreitet seine optimistischere Version der Begegnung von Martin und Christine nach der Abreise der Schwester. Der Autor setzt den Bericht fort:

3.23

48.55 – 52.18

18

Vor ihrer Flucht aus Berlin kehrt Christine noch einmal in die Villa Delius zurück, wo sie aber niemand mehr vorfindet und sich entschließt, die zurückgelassene Holzfigur des Heiligen Martin zu retten. Überblendungen zeigen die Plünderung der reichen Innenausstattung der Villa.

1.35

52.18 – 53.53

19

Kriegsende. Gespräche ehemaliger Soldaten im Güterzug. Auf dem Bauernhof Fleming nimmt der Gendarm eine Inventur der Viehbestände vor. Martin trifft ganz und gar heruntergekommen auf dem Hof ein und erkundigt sich nach dem Koffer, den Angelika für ihn deponiert hat. Nebenbei macht er die Bekanntschaft des älteren Flüchtlingsehepaars Schichtholz.

2.51

53.33 – 56.24

20

Frau Fleming bittet Martin in die Stube. Christine erscheint, herzliches Wiedersehen. Sie zeigt ihm die Holzfigur, die sie für ihn aus der verlassenen Villa geborgen hat.

2.32

56.24 – 58.57

21

Mit großem Aufwand deckt Christine für Martin den Mittagstisch und wird dafür von ihrer Mutter gerügt. Martin berichtet von seinem Einsatz im Volkssturm und der Kriegsgefangenschaft.

1.58

58.57 – 60.55

22

Heuernte. Martin fängt Christine beim Sprung vom Pferdegespann auf. Sie fordert Martin auf, bei ihr auf dem Hof zu bleiben.

2.46

60.55 – 63.41

23

Streitgespräch Jochen und Helene in der Scheune: Helene will ihm beweisen, dass sie zur Bäuerin taugt. Montage: Martin und Helene machen große Anstrengungen, um sich an die Landarbeit zu gewöhnen.

1.43

63.41 – 65.24

24

Jochen und Irene am See, er musiziert mit dem Akkordeon. Das alte Ehepaar Schichtholz sehnt sich nach der Heimat. Martin gesteht Christine, dass auch er sich nach seinem alten Leben in Berlin zurücksehnt und vergleicht sein Flüchtlingsschicksal mit dem des Ehepaars Schichtholz.

3.26

65.24 – 68.50

25

Gespräch zwischen Christines Eltern: Herr Fleming erkundigt sich, wie lange Martin noch bleiben will. Jochen teilt Martin mit, dass er Helene heiraten wird und fordert Martin auf, seinerseits Christine zu heiraten.

2.08

68.50 – 70.58

26

Ankunft Angelika auf dem Hof, Wiedersehen mit Martin. Christine beobachtet Angelika und Martin und ist eifersüchtig. Beim gemeinsamen Essen signalisiert sie, dass sie Martin nicht zurückhalten wird, wenn er gehen will. Angelikas Wagen wird beladen, sie fährt ohne Martin ab.

3.35

70.58 – 74.33

27

Besprechung des Filmteams. Martin macht Christine einen Heiratsantrag und fordert sie auf, mit ihm nach Hannover zu kommen. Beim Kirchgang spricht Martin Vater Fleming auf dessen Tochter an, der Vater bittet ihn zu sich ins Haus. Auf Martins Frage hin teilt der Vater ihm mit, dass er nicht mit einer Ehe zwischen seiner Tochter und Martin einverstanden ist, weil er Martin nicht für fähig hält, in den schweren Zeiten als Antiquitätenverkäufer für den Lebensunterhalt einer Familie zu sorgen. Streitgespräch Martin und Christine: Sie fühlt sich von ihm im Stich gelassen.

5.19

74.33 – 79.52

28

Das Filmteam berät über einen möglichen Ausgang der Geschichte. Der Regisseur stellt seinen Schluss vor: In einer Schieberkneipe verkommt Martin (Fritsch) an der Seite Angelikas. Angelika singt: „Auf dem schwarzen Markt der Liebe“. Dramatische Rückkehr Martins aus Hannover auf das Land. Als er dem Hochzeitszug Christines begegnet, kehrt er um und verschwindet in den Tiefen der Trümmerstadt.

3.50

79.52 – 83.42

29

Fritsch und der Autor üben Kritik an der Version des Regisseurs, bei der sie die komödiantischen Elemente vermissen. Fritsch stellt dem eine optimistische Variante entgegen: Angespornt durch das Beispiel Helenes wird Martin (Fritsch) Bauer (Montage). Angelika überbringt ihm seinen Anteil am gemeinsamen Geschäft und verzichtet auf ihn („Kleiner Wermutstropfen ist immer gut“). Erwerb eines Musterhofes durch Martin, der den Schwiegervater in spe nun noch etwas zappeln lässt. Happy End mit Doppelhochzeit. Der Regisseur ist mit dem Vorschlag nicht einverstanden: „Das ist Kitsch, Herr Fritsch!“ Der Autor regt an, sich bei der bevorstehenden Hochzeit Jochens mit Helene nach dem wirklichen Ausgang der Liebesgeschichte zu erkundigen.

4.23

82.32 – 86.55

30

Auf der Hochzeit: Der Regisseur nutzt die Gelegenheit, Martin zu fragen, warum er aus Hannover zurückgekehrt ist. Martin berichtet: Im gemeinsamen Antiquitätenladen in Hannover teilt er Angelika seine Unzufriedenheit mit. Ein Schwarzhändler bietet ihnen in ihrem Büro exklusive Lebensmittel an. Ein altes Ehepaar erscheint, um das einzig in ihrem Besitz verbliebene Familienerbstück zu verkaufen.

3.39

86.55 – 90.34

31

Martin erklärt dem Regisseur, er habe sich nach diesen Erfahrungen für die praktische Tätigkeit der Möbeltischlerei entschieden. Angelika berichtet derweil dem Drehbuchautor, wie Christine sie in Hannover aufgesucht hatte. Willy Fritsch erfährt von Christine, ein Traum, in dem ihr der Heilige Martin gut zugeredet habe, hätte den Ausschlag gegeben, wieder nach Martin zu suchen. In dessen Möbeltischlerei trifft sie ihn aber nicht mehr an, da er selbst bereits Richtung Fleming-Hof abgefahren ist. Auf dem Rückweg treffen beide an der Dampferanlegestelle zusammen.

2.47

90.34 – 93.21

32

Martin und Christine gehen tanzen. Der Filmautor äußert seine Skepsis bezüglich der Geschichte als Filmstoff: Nicht einmal ein Titel falle ihm ein. Abspann.

1.59

93.21 – 95.20