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In jenen Tagen (1947)


Kurze Inhaltsangabe

In sieben Episoden wird die Zeit des Nationalsozialismus dargestellt. Eine Rahmenhandlung hält die Episoden zusammen: Am Beginn und am Ende des Films schlachten auf einem Rummelplatz der Nachkriegszeit zwei Männer ein altes Auto aus und unterhalten sich darüber, ob es "in jenen Tagen" Menschen und Menschlichkeit gegeben habe. Das Auto mischt sich, nur für den Kinozuschauer hörbar, in das Gespräch und erzählt die folgenden sieben Episoden aus seiner "Lebenserfahrung" in Form von Rückblenden, um die fragliche Menschlichkeit zu bezeugen.

  1. Das Mädchen Sybille bekommt von einem Mann ein Auto geschenkt und erlebt mit ihm einen Fackelzug am 30. Januar 1933 in Berlin, ohne die Bedeutung zu kennen. Sie verlässt den Mann und ihre sichere Existenz, als sie die Gefahr für einen anderen, von Verhaftung bedrohten Freund erkennt, und folgt diesem ins Exil.
  2. Ein junges Mädchen will aus Eifersucht die Liebesaffäre ihrer Mutter mit einem Komponisten verraten, tut dies aber nicht, als klar wird, dass dessen Musik als "entartet" gilt und er damit bedroht ist.
  3. Eine ältere jüdische Ehefrau will ihren Mann verlassen, um ihn nicht zu gefährden. Er lehnt die Trennung ab, und beide begehen nach der gemeinsamen Erfahrung der "Pogromnacht" 1938 Selbstmord.
  4. Eine Ehefrau sucht ihren Mann und erfährt dabei, dass er der Geliebte ihrer Schwester ist und dass beide zusammen im Widerstand arbeiten. Nach der Nachricht von der Ermordung des Mannes durch die Gestapo verhilft die Ehefrau ihrer Schwester zur Flucht und setzt sich so selber der Gefahr der Verhaftung aus.
  5. Ein deutscher Offizier und sein Fahrer unterhalten sich während einer Fahrt durch Partisanengebiet an der "Ostfront" über den "Feind". Bei einem Überfall wird der Fahrer getötet.
  6. Das Dienstmädchen Erna versucht, einer alten Frau, Mutter eines Attentäters vom 20. Juli 1944, beim Untertauchen zu helfen. Ohne es einander wissen zu lassen, wollen beide Frauen sich gegenseitig helfen. Die alte Frau wird verhaftet.
  7. Ein Kradmelder verliebt sich in eine Flüchtlingsfrau und bringt diese mit ihrer kleinen Tochter - entgegen dem Dienstauftrag - in den letzten Kriegstagen nach Hamburg. Auf dem Rückweg wird der Mann als Deserteur festgenommen, doch ein Posten lässt ihn entkommen.


Filmographie und Verleihinfos


Produktion: Camera-Filmproduktion GmbH, Hamburg
Drehzeit: Juni 1946 bis März 1947
Erstverleih: Erstverleihe in den einzelnen Besatzungszonen:
Herzog-Film GmbH, Hamburg
Atlas-Filmverleih, Hamburg
Prisma-Filmverleih GmbH
Sovexport-Film GmbH
Buch: Helmut Käutner, Ernst Schnabel nach einer Idee von Helmut Käutner
Regie: Helmut Käutner
Regieassistenz: Rudolf Jugert
Produktionsleitung: Helmut Beck
Kamera: Igor Oberberg
Bauten: Herbert Kirchhoff
Schnitt: Wolfgang Wehrum
Ton: Hans Wunschel
Musik: Bernhard Eichhorn
Länge: 111 Minuten
Uraufführung: 13.06.1947, Hamburg, Waterloo-Theater
17.06.1947 Berlin/West
17.09.1947 Berlin/Ost

Darsteller:  
Rahmenhandlung
Helmut Käutner Sprecher
Erich Schellow Karl
Gert Schaefer Willi
1. Geschichte
Winnie Markus Sybille
Werner Hinz Steffen
Karl John Peter Kayser
Erich Weiher Monteur
Elli Klippe Frau
2. Geschichte
Franz Schafheitlein Dr. W. Buschenhagen
Alice Treff Elisabeth, seine Frau
Gisela Tantau Angela
Hans Nielsen Wolfgang Grunelius
3. Geschichte
Willy Maertens Wilhelm Bienert
Ida Ehre Seine Frau
Rudolf Jugert Briefträger
4. Geschichte
Erica Balqué Dorothea Wieland
Eva Gotthardt Ruth
Hermann Schomberg Dr. Ansbach
Kurt Meister Polizist
5. Geschichte
Hermann Speelmans August Hinze
Fritz Wagner Leutnant
Hans Mahncke Niginski
6. Geschichte
Isa Vermehren Erna
Margarete Haagen Baronin von Thorn
Erwin Geschonneck Schmitt
Franz Weber Polizist
7. Geschichte
Carl Raddatz Josef
Bettina Moissi Marie
Birgit Schoregge Mariele

Bezugsquelle:

Für die nicht gewerbliche Nutzung kann der Film beim Medienverleih des Medienzentrum der Region Hannover (MZRH) als als VHS-Kassette (Bestellnummer: 4271779) ausgeliehen werden. Zur Freitextsuche im Online-Medienkatalog des MZRH gelangen Sie hier.

Auf DVD wird der Film von Studiocanal vertrieben.