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Rotation (1949)


Kurze Inhaltsangabe

Berlin während der letzten Kämpfe im Frühjahr 1945. Ein Häftling liest in die Zellenwand eingekratzte Inschriften und scheint sich zu erinnern: "Es begann vor 20 Jahren", erklärt ein über die Bilder geblendetes Insert.
Rückblende: Zwei Arbeitslose, Hans Behnke und Lotte Blank, lernen sich kennen. Sie heiraten, als ein Kind sich ankündigt. Die Arbeitslosigkeit wird zur quälenden Bedrückung, nachdem das Kind geboren ist. Kurt Blank, Lottes Bruder, ist Kommunist, vermag indes seinem Schwager Hans nicht aufzuhelfen. Dieser lebt nach wie vor in weitgehender politischer Naivität.
Nach 1933 (eine genaue Zeitangabe fehlt) verbessert sich die materielle Lage der Behnkes entscheidend: Hans hat Arbeit gefunden in einem Betrieb, der den "Völkischen Beobachter" druckt. Er erhält Facharbeiterzulage und kann sich eine bessere Wohnung leisten. Helmuth wächst ausreichend versorgt auf. Doch bald beginnt eine andere, eine politische Bedrückung für die Familie. Kurt Blank befindet sich auf der Flucht in die Tschechoslowakei; Hans wird erst zum Rotationsmeister befördert, als er in die NSDAP eintritt; die jüdischen Hausbewohner werden vor Behnkes Augen abtransportiert.
Bombenkrieg. Die Schlacht um Stalingrad ist verloren.
Das Ehepaar Behnke beginnt erst aus seiner politischen Naivität zu erwachen, als der plötzlich zurückgekehrte Kurt Blank sie allmählich von der moralischen Wichtigkeit politischen Widerstands Überzeugen kann. Zunächst noch widerwillig, hilft Hans dann doch dabei, antinazistische Flugblätter zu drucken. Der Sohn Helmuth, inzwischen ein fanatischer Hitlerjunge, findet solch ein Flugblatt, das der Vater zu Hause versteckt hatte.
In einem Verhör des Sicherheitsdienstes wird das Ehepaar Behnke getrennt voneinander nach dem Verbleib Kurt Blanks, befragt. Beide bestreiten, ihn in den letzten Jahren gesehen zu haben. Kurz darauf wird Lotte mit ihrem mißhandelten Bruder konfrontiert. Wenig später erhalten die Behnkes die Nachricht von seinem Tod.
Verzweifelt zertrümmert Hans das Hitler-Bild in der Wohnung. Helmuth verläßt das Elternhaus daraufhin und berichtet seinem HJ-Führer. Hans Behnke wird am Arbeitsplatz von der Gestapo verhaftet, leugnet aber, irgendetwas mit den Flugblättern zu tun zu haben. Da wird ihm sein Sohn gegenübergestellt. Die. Rückblende ist beendet. Der Häftling ist Hans Behnke.
Einige Szenen zeigen die Endkämpfe um Berlin. Das Erscheinen der Roten Armee verhindert in letzter Minute die Erschießung Behnkes und anderer Häftlinge. Helmuth gerät als Volkssturmmann in Gefangenschaft, nachdem er erleben mußte, wie sich sein HJ-Führer in Zivilkleidung aus dem Staube machte. Frau Behnke ist bei den Straßenkämpfen ums Leben gekommen.
Helmuth kehrt aus der Gefangenschaft zurück, doch erst nach sechs Wochen findet er den Mut, seinen Vater aufzusuchen. Seine Furcht ist unbegründet, der Vater verzeiht ihm.
An der gleichen Bahnschranke, an der sich vor über 20 Jahren seine Eltern verabredet hatten, trifft sich Helmuth mit seiner Freundin Inge.

Filmographie und Verleihinfos

Regie: Wolfgang Staudte
Produktion: Deutsche Film AG (DEFA), Berlin
Buch: Wolfgang Staudte, Erwin Klein
Kamera: Bruno Mondi
Musik: H. W. Wiemann
Produktionsleitung: Herbert Uhlich
Länge: 87 Min. / BRD: 81 Min
Zensurdatum: August 1949 (Sowjet. Mil. Z.) / April 1950 (BRD)
Uraufführung: 16.9.1949, Ost-Berlin, Babylon und DEFA-Filintheater, Kastanienallee
Darsteller:  
Paul Esser Hans Behnke
Irene Korb Lotte Behnke
Karl-Heinz Deickert Kurt Blank
Reinhard Kolldehofft Rudi Wille
Werner Peters Udo Schulze
Albert Johannes Personalchef "VB"
Theodor Vogeler 1. SD-Mann
Walter Tarrach 2. SD-Mann
Valeska Stock Hebamme
Ellen Thenn-Weinig Frau Salomon
Brigitte Krause  
Reinhold Bernt  
Klemens Herzberg  
Hans-Erich Korbschmitt  
Maria Loja  
Wolfgang Kühne  
Alfred Maack  
Margit Rocky  
Siegfried Andrich  
Hugo Kalthoff  
Carlo Kluge  
Helmut Hain  
Georg-August Koch  
Kitty Franke  
Herbert Mahlsbender  
Gerd Ewert  
Rudi Beil  
Albert Venohr  
Hans Emons  
Helmuth Bautzmann  
Walter Diehl  
Eduard Matzig  
Peter Marx  
Johannes Knittel  
Hans Schille  
Gerd Robat  
Friedrich Teitge  


Verleihinformation:

Die Aufführungs- und Verleihrechte an Rotation liegen beim Progress Film-Verleih, Berlin.

Bezugsquelle:

Rotation ist neben Die Mörder sind unter uns, Die Geschichte vom kleinen Muck und Der Untertan im Rahmen der Defa-Filmedition Wolfgang Staudte von Icestorm Entertainment auf DVD erschienen. Zudem besteht eine Sichtungsmöglichkeit in den Räumen des Filminstituts Hannover.