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Personen


Regie und Stab
 
Robert Baberske
Josef von Baky
Friedl Behn-Grund
Slatan Dudow
Hanns Eisler
Helmut Käutner
Werner Krien
Wolfgang Liebeneiner
Igor Oberberg
Ernst Schnabel
Wolfgang Staudte
Ludwig Turek
 
Darsteller
 
Hans Albers
Erika Balqué
Paul Bildt
Ernst Wilhelm Borchert
Ida Ehre
Albert Florath
Otto Gebühr
Erwin Geschonneck
Eva Gotthardt
Margarete Haagen
Harry Hindemith
Werner Hinz
Karl John
Hildegard Knef
Lotte Koch
Hilde Krahl
Inge Landgut
Willy Maertens
Winnie Markus
Bettina Moissi
Hans Nielsen
Arno Paulsen
Erich Ponto
Carl Raddatz
Paul Edwin Roth
Franz Schafheitlein
Gert Schaefer
Erich Schellow
Hermann Speelmans
Gisela Tantau
Alice Treff
Isa Vermehren
Fritz Wagner
Franz Weber
Grethe Weiser
 



1. Regie und Stab



Robert Baberske
(1.5.1900 - 27.3.1958) - Kameramann
Robert Baberske wird am 1.5.1900 in Rixdorf bei Berlin geboren. Seit 1916 arbeitet er als Schauspieler in Theatervereinen und lernt den Kameramann Karl Freund kennen. Er wird sein Assistent und arbeitet an Wochenschauen und Spielfilmen mit. Als sich Freund 1919 selbständig macht, bleibt Baberske bei ihm. Er wirkt bei den großen Produktionen der zwanziger Jahre mit und arbeitet u. a. mit Friedrich Wilhelm Murnau und Fritz Lang zusammen.

In Walter Ruttmanns berühmtem Dokumentarfilm "Berlin. Die Sinfonie der Großstadt" (1927) ist er (zusammen mit Reimar Kuntze und Laszlo Schäffer) für die hervorragende Photographie verantwortlich. Als Karl Freund nach Hollywood geht, bleibt Baberske in Berlin und arbeitet als zweiter Kameramann an internationalen Produktionen mit. Seit 1932 ist er erster Kameramann und spezialisiert sich auf solide Unterhaltungsfilme. In der Zeit des Dritten Reiches macht er sich einen Namen als "präziser Handwerker, der alle Tricks und Finten des Metiers in langen Lehrjahren erworben hat".

Nach dem Krieg dreht Baberske auch weiterhin regelmäßig Filme. Mit Slatan Dudow arbeitet er in "Unser täglich Brot", für den er (im Kollektiv) den Nationalpreis III. Klasse erhält, und "Frauenschicksale" zusammen.

In einem Nachruf heißt es über seine Arbeit: "Seine Bilder hatten [...] eine besondere Realistik. Nicht ein unentwirrbares Gemisch von Licht und Schatten, keine unmotivierten Effekte bestimmten seine Aufnahmen, sondern effektvoll eingesetzte und auf das Wesentliche abgestimmte Lichter."

Robert Baberske stirbt am 27.3.1958 in Berlin.

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Josef von Baky
(23.3.1902 - 31.7.1966) - Regisseur
Josef von Baky wird am 23.3.1902 in Zombor in Süd-Ungarn als Sohn eines Landrats geboren. Bereits während seiner Schulzeit arbeitet er als Filmvorführer. Nach dem Abitur zieht er nach Budapest und studiert dort an der Technischen Hochschule. Mit finanzieller Unterstützung seines Vaters, der mittlerweile Besitzer eines Budapester Kinos geworden ist, beteiligt er sich an einem Filmverleih. Dieser geht jedoch nach zwei Jahren in Konkurs, und Baky übernimmt im Auftrag eines Bankhauses die Leitung eines Hotels in Abbazia (Italien). Er heiratet die Sängerin Julia Nemeth.

1927 übersiedelt er nach Berlin und arbeitet dort als Statist in Filmen wie "Frauenarzt Dr. Schäfer". Nach seiner Bekanntschaft mit dem gleichfalls aus Ungarn stammenden Regisseur Geza von Bolvary wird er acht Jahre lang dessen Assistent.

Seine ersten Werke in eigener Regie sind musikalische Unterhaltungsfilme ("Intermezzo", 1936; "Menschen vom Variete", 1938). Mit dem kommerziellen Erfolg seines Films "Annelie" (1941) empfiehlt sich Baky 1942 für den Jubiläumsfilm der UFA, "Münchhausen", bei dem er ein Jahr später Regie führte - seine erste Zusammenarbeit mit Hans Albers und dem Kameramann Werner Krien. Die John Knittel-Verfilmung "Via Mala" wird 1945, kurz vor Ende des Krieges von der Reichsfilmintendanz aufgrund ihres "düsteren Charakters" abgelehnt. Der Film gelangt erst nach Ende des Dritten Reiches zur Uraufführung.

1947 gründet Baky seine eigene Firma, die "Objectiv-Film GmbH", deren erste Produktion der Film "Und über uns der Himmel" ist. Aber bereits seine zweite Produktion, "Der Ruf" (1949), endet mit einem finanziellen Debakel: Nach einem Drehbuch von Fritz Kortner, der auch die Hauptrolle spielt, erzählt Baky hier ambitioniert und kritisch die Rückkehr eines jüdischen Emigranten ins Göttingen der Nachkriegszeit.

In den fünfziger Jahren dreht Baky, ohne sich auf ein Genre zu spezialisieren, routiniert und erfolgreich Filme weniger anspruchsvollen Inhalts, darunter die gelungene Erich Kästner-Adaption "Das doppelte Lottchen" (1950), für die er den Bundesfilmpreis erhält. Das Halbstarken-Drama "Die Frühreifen" (1957) und der Journalisten-Reißer "Der Mann, der sich verkaufte" (1958/59) widmen sich aktuellen Fragen der Zeit, wobei ein sanft anklingender sozialkritischer Ton vor der spektakulär in Szene gesetzten Handlung zurücktritt. Josef von Baky wird am 31.7.1966 tot in seiner Münchener Wohnung aufgefunden.

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Friedl Behn-Grund
(26.8.1906 - 2.8.1989)
Karl Friedrich Behn wird am 26. August 1906 in Bad Polzin geboren. Er wächst bei der Mutter, der Schauspielerin Emmy Behn, auf, die in zahlreichen deutschen Städten Engagements wahrnimmt. Ab 1916 lebt und spielt sie in Colmar, wo ihrem Sohn zum ersten Mal ein regulärer Schulbesuch möglich ist. Ab 1918 leben sie in Berlin. Hier erhält er Privatunterricht. 1919 arbeitet Behn-Grund als Kinderdarsteller erstmals beim Film. 1925 führt er zum ersten Mal selbständig bei dem Film KAMPF UM DIE SCHOLLE die Kamera. Ab 1929 ist er für verschiedene Produktionsfirmen - u. a. Nero- Film-AG, Prometheus-Film - tätig. Von 1932 an arbeitet er wechselnd für Wachnecks Fanal- Film GmbH und die UFA.

Behn-Grund zieht sich noch kurz vor Kriegsende durch eine Granate eine Verletzung zu, die zum Verlust eines Beins führt. 1946 ist er Kameramann bei dem ersten Nachkriegsfilm DIE MÖRDER SIND UNTER UNS. Seine Kameraarbeit wird besonders gelobt. Die Arbeit für die DEFA setzt er in den ersten Nachkriegsjahren bei den Filmen von Kurt Maetzig EHE IM SCHATTEN (1947), DIE BUNTKARIERTEN (1949) UND RAT DER GÖTTER (1950) fort, wobei er "über den technischen Rahmen der Kameraarbeit hinaus (...) zum künstlerischen Mitarbeiter des Gesamtwerks Film wurde." (Maetzig).

Ab 1950 arbeitet Behn-Grund in der Bundesrepublik als freier Kameramann für verschiedene Firmen mit zahlreichen Regisseuren zusammen: Kurt Hoffman, Gerhard Lamprecht, Falk Harnack, Arthur Maria Rabenalt, Alfred Weidenmann. Er dreht Publikumserfolge, Historienfilme, Literaturverfilmungen. GANOVENEHRE (1966), wieder unter der Regie von Wolfgang Staudte, ist der letzte Kinofilm, danach dreht er noch einige Fernsehfilme.

Die Herstellung von Lehrfilmen für Chirurgie und Orthopädie für deutsche Kliniken ist seine letzte professionelle Tätigkeit als Kameramann. Insgesamt hat Friedl Behm-Grund an etwa 180 Spielfilmen als Kameramann mitgewirkt. Er stirbt am 2. August 1989 in Berlin.

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Slatan Theodor Dudow
(30.1.1903 - 12.7.1963) - Regisseur
Slatan Dudow wird am 30.1.1903 in Caribrod (Bulgarien) als Sohn eines Eisenbahners geboren. 1922 geht er nach Berlin, um dort Architektur zu studieren, nimmt dann aber doch Schauspielunterricht und beginnt 1925 ein Studium der Theaterwissenschaft bei Max Herrmann. Er interessiert sich frühzeitig für die Geschichte der Arbeiterbewegung.

Dudow hospitiert bei Fritz Langs "Metropolis" (1927) und bei einigen Theaterinszenierungen. Im Jahr 1929 unternimmt er im Auftrag Max Herrmanns eine Studienreise nach Moskau, auf der er den Regisseur Sergej Eisenstein ("Panzerkreuzer Potemkin") kennenlernt, und in deren Folge er mit Bertolt Brecht zusammentrifft, der ihn für seine politische Theaterarbeit engagiert.

Seit 1926 ist er im proletarischen Agitationstheater ("Theater der Arbeiter") tätig, an dem er 1930 zusammen mit Brecht dessen Stück "Die Maßnahme" inszeniert.

1929 beginnt Dudow für den Film zu arbeiten, zunächst als Regieassistent kommunistischer agitatorischer Dokumentarfilme. Ein Jahr später zeichnet er erstmals allein verantwortlich für den Reportagefilm "Wie der Berliner Arbeiter wohnt". Gegen die weitere dokumentarische Filmarbeit Dudows schreitet die Zensur ein. Nach seiner Idee entsteht 1931/32 der Spielfilm "Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt", dessen Ko-Drehbuchautor Bertolt Brecht ist. Er handelt von Arbeitslosigkeit in Deutschland - "der erste und letzte deutsche Film, der offen einen kommunistischen Standpunkt einnahm" (Siegfried Kracauer). Auch gegen dieses Werk erhebt die Zensur Einspruch, es wird verboten und erst unter Schnittauflagen sowie nach scharfen Protesten im Mai 1932 uraufgeführt.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kann Dudow zunächst dank seines ausländischen Passes weiterfilmen. Er beginnt eine Gesellschaftssatire zu drehen ("Seifenblasen", 1934), der gegenüber die Reichsfilmkammer bald misstrauisch wird, so dass er ins Pariser Exil geht und seinen Film dort vollendet.

In der Emigration scheitern all seine filmischen Bemühungen. In Paris führt er zusammen mit einigen exilierten Schauspielern Brechts "Die Gewehre der Frau Carrar" auf, mit Helene Weigel in der Titelrolle. Später wird Dudow in die Schweiz ausgewiesen, wo er Komödien und gesellschaftskritische Stücke schreibt.

1946 kehrt Dudow nach Deutschland zurück und arbeitet für die neugegründete DEFA. Sein erstes Filmprojekt nach dem Krieg ist "Unser täglich Brot", für den er den Nationalpreis III. Klasse der - soeben gegründeten - DDR erhält. 1950 dreht er im Kollektiv den Film "Familie Benthin", der vom Kalten Krieg handelt. Zwei Jahre später inszeniert er "Frauenschicksale", sein erfolgreichstes Werk, das in der DDR jedoch nicht unumstritten ist.

In seiner Arbeit in Film und Presse setzt sich Dudow stets für einen undogmatischen sozialistischen Realismus ein, kann jedoch selbst diesen Anspruch in seinen Filmen nicht immer einlösen. Nach Wolfgang Staudtes Abgang in die Bundesrepublik wird Dudow zur ersten künstlerischen Autorität der DEFA. Im Jahr 1959 hat er mit der Komödie "Verwirrung der Liebe" einen weiteren großen Publikumserfolg.

Slatan Dudow verunglückt am 12.7.1963 während der Dreharbeiten zu dem Film "Christine" bei einem Autounfall.

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Hanns Eisler
(6.7.1898 - 6.9.1962) - Komponist
Hanns Eisler wird am 6.7.1898 in Leipzig als Sohn eines Philosophen geboren. Bereits mit elf Jahren schreibt er erste Kompositionen und entwickelt bald ein sozialistisches Bewusstsein.

Für seine erste Klaviersonate (1922) erhält er den Kunstpreis der Stadt Wien. 1925 zieht Eisler nach Berlin, sucht dort den Anschluss an die KPD, die ihm die Mitgliedschaft verweigert. Er komponiert jetzt nur noch agitatorische Musikstücke, die sich auf den politischen Tageskampf beziehen und auf Demonstrationen gesungen werden (z. B. das "Solidaritätslied").

Um die Wirkungsbasis seiner Musik zu vergrößern, schreibt Eisler seit 1927 auch Filmmusik. 1930 beginnt die fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht, für den er u. a. die Musik zu "Kuhle Wampe" komponiert. Hier arbeitet er auch erstmals mit Slatan Dudow zusammen.

1933 geht Eisler ins Wiener Exil. Er schreibt Bühnen- und Filmmusiken und trifft sich häufig mit Brecht in Dänemark. 1935 geht er in die USA, wo er in New York einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Komposition erhält. Er widmet sich praktischen sowie theoretischen Studien zur Filmmusik. 1944 und 1945 ist er zweimal in Folge für den Musik-Oscar nominiert.

Wegen angeblicher "unamerikanischer Umtriebe" wird er 1948 aus den USA ausgewiesen und geht schließlich zurück nach Deutschland. Zusammen mit Johannes R. Becher verfasst er u. a. die Nationalhymne der DDR und schreibt weiterhin verschiedene Bühnen- und Filmmusiken, so auch die Rhapsodien zu "Unser täglich Brot". Er erhält einen Lehrstuhl am Staatlichen Konservatorium Berlin; er lebt und wirkt bis auf kurze Unterbrechungen bis zu seinem Tod in der DDR.

Hanns Eisler stirbt am 6.9.1962 in Ost-Berlin.

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Helmut Käutner (25.3.1908 - 20.4.1980) - Regisseur
Helmut Käutner wird am 25. März 1908 in Düsseldorf geboren. Ab 1928 studiert er an der Universität München Germanistik, Philosophie, Psychologie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft. 1930 gründet Käutner mit drei Freunden die Kabarettgruppe "Die vier Nachrichter", die 1935 verboten wird. 1936 geht er nach einem Engagement an einer kleinen Bühne an das Schauspielhaus Leipzig, wo er Regie führt. Zur selben Zeit beginnt er, Drehbücher zu verfassen.

Sein erster selbst inszenierter Film, KITTY UND DIE WELTKONFERENZ (1939), wird kurz nach Kriegsbeginn wegen "pro-britischer Tendenzen" verboten. In der Folgezeit dreht er unpolitische, im Privaten angesiedelte Filme, von denen ihm die drei vor Kriegsende entstandenen (ROMANZE IN MOLL, 1942; GROSSE FREIHEIT NR. 7, 1943/44; UNTER DEN BRÜCKEN 1944/45) auch international große Beachtung einbringen.

Nach Kriegsende richtet Käutner in Hamburg eine Anlaufstelle für Künstler ein. Seit Herbst 1945 arbeitet er für den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) und inszeniert an den Hamburger Kammerspielen. 1946/47 entsteht mit britischer Lizenz sein erster Nachkriegsfilm IN JENEN TAGEN; ein Jahr später DER APFEL IST AB, eine noch heute gern übersehene alberne Zeitsatire. Weitere Filme der frühen Nachkriegsjahre sind KÖNIGSKINDER (1949) und EPILOG. DAS GEHEIMNIS DER ORPLID (1950). Als Mitautor und Gesamtleiter ist er an Rudolf Jugerts FILM OHNE TITEL (1947) beteiligt.

Als österreichisch-jugoslawische Koprodruktion dreht Käutner 1953 in Jugoslawien DIE LETZTE BRÜCKE, der die Problematik einer im Krieg mit Partisanen kollaborierenden Ärztin (Maria Schell) behandelt. Der große Erfolg dieses Films zu einem für Käutner kritischen Moment ermöglicht ihm die Realisierung weiterer Filme, etwa LUDWIG II. GLANZ UND ELEND EINES KÖNIGS (1954), DES TEUFELS GENERAL (1954/55), EIN MÄDCHEN AUS FLANDERN (1955/56), DER HAUPTMANN VON KÖPENICK (1956) und DIE ZÜRCHER VERLOBUNG (1956/57). Sie erhalten zahlreiche Auszeichnungen und sind relativ große Geschäftserfolge. Optisch und in der Darstellung oft brillant, verweisen Käutners Filme auf die humanistische Grundhaltung des Regisseurs und formulieren mehr oder minder allgemeine menschliche Schicksale.

1958 reist Käutner in die USA und handelt mit der Universal Pictures Company Inc. einen Siebenjahres-Vertrag für einen Film pro Jahr zu optimalen Bedingungen aus. Es kommt jedoch nur zur Realisierung von zwei Produktionen in Hollywood: THE RESTLESS YEARS (ZU JUNG; 1957/58) UND STRANGER IN MY ARMS (EIN FREMDER IN MEINEN ARMEN; 1958/59).

Im Kino der 60er Jahre kann sich Käutner nicht mehr etablieren. Er arbeitet häufig für das Fernsehen als Schauspieler und Regisseur. In diesen Funktionen und als Bühnenbildner ist er auch an Theatern in Bochum, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und Berlin beschäftigt. 1974 spielt er die Titelrolle in Hans-Jürgen Syberbergs Film KARL MAY. Im November 1977 siedelt Helmut Käutner in die Toskana über, wo er am 20. April 1980 in Castellina/Chianti stirbt.

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Werner Krien
(7.3.1912 - 6.3.1975) - Kameramann
Am 7.3.1912 wird Werner Krien in Berlin als Sohn eines Kameramanns geboren. Den Fußstapfen des Vaters folgend, bringt ihn bereits seine erste Ausbildung mit dem Kino in Verbindung, als er eine Lehre in Kopieranstalten macht. Danach wird er Kamera-Assistent. Seit 1936 ist er selbständiger Kameramann und leitet die Photographie zahlreicher Filme, darunter "...reitet für Deutschland" (1941, Regie Arthur Maria Rabenalt) sowie "Münchhausen" (1943, Regie Josef von Baky) und "Große Freiheit Nr. 7" (1944, Regie Helmut Käutner).

Der Film "Und über uns der Himmel" ist damit bereits Kriens zweite Zusammenarbeit mit dem Regisseur Josef von Baky. Insgesamt drehen sie vier Filme zusammen, nach "Und über uns der Himmel" noch "Der Ruf" (1949) und zehn Jahre später "Marili".

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Wolfgang Liebeneiner
(6.10.1905 - 28.11.1987) - Regisseur
Der Sohn eines Offiziers und Leinenfabrikanten aus Liebau, Niederschlesien, bricht 1928 das Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik ab, um an den Münchner Kammerspielen ein Engagement als Schauspieler anzunehmen. 1929 leistet er eine erste Regieassistenz, ab 1931 erste eigene Inszenierungen. Neben seiner Theaterarbeit spielt Liebeneiner ab dem gleichen Jahr erste Filmrollen. Bekannt wird besonders LIEBELEI (Max Ophüls, 1932). Bis 1936 wird er in 19 langen und zwei kurzen Spielfilmen "meist gemäß dem Stereotyp des 'Liebhabers' besetzt, oft in Rollen aus dem künstlerisch-intellektuellen Niveau." 1936 engagiert Gustav Gründgens Liebeneiner ans Staatstheater, wo er bis zu dessen Schließung 1944 als Regisseur und Schauspieler arbeitet. Mit der Komödie VERSPRICH MIR NICHTS dreht er 1937 seinen ersten eigenen Film. Ab dieser Zeit nimmt er verschiedene Funktionärstätigkeiten im NS-Fimwesen war: 1938-44 Leiter der künstlerischen Fakultät der Filmakademie Babelsberg, ab 1939 ehrenamtlicher Leiter der Fachschaft Film der Reichsfilmkammer, 1942-45 Produktionschef der Ufa.

Als Regisseur stellt Liebeneiner im Nationalsozialismus überwiegend sogenannte unpolitische Unterhaltungsfilme her, die durch die "Propagierung von Verzicht und Unterordnung" durchaus ihren Stellenwert im politisch-ideologischen System des Nationalsozialismus haben. Liebeneiner tritt aber auch als Regisseur einiger Filme auf, die eine direktere Propagandafunktion haben: BISMARCK (1940) und DIE ENTLASSUNG (1942) "stellen den 'Eisernen Kanzler' als Vorläufer Hitlers und dessen Politik als Erfüllung der Ziele Bismarcks dar." ICH KLAGE AN (1941) behandelt vordergründig einen Fall von Tötung auf Verlangen, rechtfertigt aber indirekt die Euthanasie, und zwar zu einer Zeit, als gegen diese Proteste laut wurden.

Recht bald nach Kriegsende, im Herbst 1945, erhält Liebeneiner vom Kulturausschuss in Hamburg eine Arbeitserlaubnis, die 1947 von einer Entnazifizierungs-Kommission noch einmal bestätigt wird. Er arbeitet zunächst an den Hamburger Kammerspielen, wo er 1947 das Borchert-Stück "Draußen vor der Tür" auf die Bühne bringt. Der Stoff ist auch Vorlage für seinen ersten Nachkriegsfilm LIEBE 47 (1949). In den 50er Jahren dreht Liebeneiner bekannte Unterhaltungsfilme, wie DIE TRAPP-FAMILIE (1956), KÖNIGIN LOUISE (1956) und TAIGA (1958).

Seit den 60er Jahren arbeitet Liebeneiner vornehmlich für Theater und Fernsehen. Unter seiner Regie entstehen für das ZDF die Vierteiler DIE SCHATZINSEL(1966) und TOM SAWYERS UND HUCKLEBERRY FINNS ABENTEUER (1968). Liebeneiner ist ab 1944 in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Hilde Krahl verheiratet. Ihre 1944 geborene Tochter Johanna ist eine durch Theater und Fernsehen bekannte Schauspielerin. Wolfgang Liebeneiner stirbt am 28.11.1987 in Wien.

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Igor Oberberg
(20.2.1907 - 22.12.1996) - Kameramann
Am 20. Februar 1907 wird Igor Oberberg in Jekaterinburg (Russland) geboren. Er kommt nach Berlin, wo er das Gymnasium besucht und eine praktische Lehre absolviert. Bis 1938 arbeitet er als Kameraassistent von Fritz Arno Wagner und Curt Courant. Danach arbeitet er häufig als Kameramann mit Helmut Käutner zusammen, so bei UNTER DEN BRÜCKEN (1944), IN JENEN TAGEN oder DER APFEL IST AB (1948). 1959 erhält er die "Goldene Muschel" der deutschen Filmkritik.

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Ernst Schnabel
(26.9.1913 - 25.1.1986) - Drehbuchautor
Ernst Schnabel wird am 26. September 1913 als Sohn eines Kaufmanns in Zittau geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums verdingt er sich von 1930-36 als Seemann und arbeitet danach als freier Autor. Während des Krieges ist er Reserveoffizier der Marine. In der Nachkriegszeit kommt er zum NWDR, wo er zunächst als Chefdramaturg (1946-49), dann als Abteilungsleiter und von 1951-55 als Intendant beschäftigt ist. Neben dem Drehbuch zu IN JENEN TAGEN, das er mit Käutner zusammen schreibt, verfasst er als Co-Autor (mit Irene von Meyendorff und Joachim Mattes) das Buch zu EINMALEINS DER EHE.

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Wolfgang Staudte
(9.10.1906 - 19.1.1984) - Regisseur
Wolfgang Staudte wird am 9. Oktober 1906 in Saarbrücken geboren. Nach einem Ingenieurstudium ist er bei verschiedenen Firmen tätig, ehe er 1926 ein Engagement bei der Volksbühne in Berlin erhält. Er hat Auftritte in Inszenierungen von Reinhardt und Piscator. Ab 1931 arbeitet er auch beim Film.

1933 wird ihm die Bühnenspiel-Erlaubnis entzogen. Staudte arbeitet nun als Synchronsprecher, als Rundfunksprecher im Kinder- und Werbeprogramm. Von 1935-39 realisiert er ca. 100 kurze Werbefilme und 1936/37 auch zwei abendfüllende Kompilationsfilme über den Autorennsport. Bis 1942 spielt er darüber hinaus Nebenrollen in Filmen mit propagandistischer Tendenz.

1942 akzeptiert die Tobis ein Drehbuch Staudtes für den Clown Charlie Rivel. AKROBAT SCH-Ö-ÖN ist seine erste Spielfilmregie. 1944 wird seine Bürokraten-Groteske DER MANN, DEM MAN DEN NAMEN STAHL verboten, seine UK-Stellung aufgehoben, und nur der Wunsch Heinrich Georges, ihn mit der Regie seines Films FRAU ÜBER BORD, 1944/45, zu betrauen, bewahrt ihn vor dem Kriegseinsatz.

Nach Kriegsende, im Winter 1945/46, dreht Staudte in Berlin Dokumentaraufnahmen für Friedrich Wolfs und Slatan Dudows Filmprojekt KOLONNE STRUPP. Für die DEFA synchronisiert er 1945/46 Sergej Eisensteins IWAN DER SCHRECKLICHE. Im Sommer 1946 realisiert er ebenfalls für die DEFA den ersten deutschen Nachkriegsspielfilm DIE MÖRDER SIND UNTER UNS. In den Jahren danach folgt eine Reihe von Filmen für die DEFA, die zu den bedeutendsten der Nachkriegszeit gehören (u. a. ROTATION, 1948; DER UNTERTAN, 1951; DIE GESCHICHTE VOM KLEINEN MUCK, 1953). DER UNTERTAN, nach dem Roman von Heinrich Mann, läuft auf den Festivals von Cannes und Venedig mit großem Erfolg, erhält den schwedischen Kritikerpreis für den besten deutschen Nachkriegsfilm und trägt Staudte in der Bundesrepublik heftige Kritik und Diffamierungen ein. Erst 1957 wird der Film zur öffentlichen Vorführung freigegeben.

Staudte, der nach 1955 nur noch in der Bundesrepublik arbeitet, gelingt es in den folgenden Jahren nicht, seine engagierten Projekte gegen die Produzenten durchzusetzen, statt dessen entstehen ROSE BERN, 1956; MADELEINE UND DER LEGIONÄR, 1957; KANONENSERENADE, 1958. Erst mit ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT, 1959; KIRMES, 1960 und HERRENPARTIE, 1963/64, knüpft Staudte an seine früheren Arbeiten an. Die Filme tragen Staudte, der einen Bundesfilmpreis für ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT abgelehnt hat, Diffamierungen als "Nestbeschmutzer" ein.

Seit 1968 arbeitet Staudte als Regisseur nur noch für das Fernsehen. Auch diese Regiearbeiten erinnern aber noch an sein früheres gesellschaftliches Engagement. Am 19. Januar 1984 stirbt Wolfgang Staudte in Jugoslawien bei den Dreharbeiten zum fünfteiligen TV-Film DER EISERNE WEG.

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Ludwig Turek
(28.8.1898 - 9.11.1975) - Drehbuchautor
Ludwig Turek wird am 28.8.1898 in Stendal geboren. Er kommt aus ärmsten Verhältnissen und tritt früh der sozialistischen Arbeiterjugend bei. Als Soldat im Ersten Weltkrieg desertiert er, wird festgenommen und später von Spartakisten aus der Haft befreit. In der Nachkriegszeit wechselt er von der USPD zur KPD, er lebt u. a. von Schiebergeschäften und kämpft in den Reihen der Roten Ruhr-Armee gegen die Reichswehr.

Seit 1928 ist Turek Mitglied im "Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller". Sein bevorzugtes Thema ist das Elend der Arbeiter, das er aus eigener Anschauung kennt. Er schreibt seine Autobiographie, die unter dem Titel "Gejagt bis zum Morgen" verfilmt wird und zu der er selbst das Drehbuch schreibt.

Im Jahr 1930 reist er als junger Schriftsteller in die UdSSR, kehrt zwei Jahre später zurück. Von 1933 bis 1939 ist Turek Kapitän auf einem Segelschiff im Mittelmeer. Er kehrt heimlich nach Deutschland zurück und leistet dort seit 1940 antifaschistischen Widerstand.

Auch nach dem Krieg führt Turek die Tradition der proletarisch-revolutionären Literaturbewegung fort und verfasst weiterhin zahlreiche Schriften. Für die Mitarbeit am Drehbuch zu "Unser täglich Brot" engagiert die DEFA erstmals einen "professionellen" Schriftsteller. Mit dieser Aufgabe wird Turek bedacht. "Anna Lubitzke", ein Roman über Berliner Trümmerfrauen, erscheint 1952 und wird ebenfalls verfilmt.

Ludwig Turek stirbt am 9.11.1975 in Ost-Berlin.

 

2. Darsteller



Hans Albers (22.9.1891 - 24.7.1960)
Hans Albers wird am 22.9.1891 in Hamburg als Sohn eines Schlachtermeisters geboren. Nach vorzeitigem Ende der Schulzeit und dem Abbruch einer Lehre wird er zunächst kaufmännischer Angestellter einer Frankfurter Seidenfirma und nimmt gleichzeitig Schauspielunterricht. Seine ersten schauspielerischen Erfahrungen macht er auf der Bühne: Zuerst findet er ein Engagement in Bad Schandau, dann verpflichtet er sich für eine Saison Am Neuen Theater Frankfurt. Anschließend wechselt er nach Güstrow, spielt an einer mecklenburgischen Wanderbühne sowie in einem Kölner Vaudeville-Theater. 1913 spielt er am Schiller-Theater in Altona.

Nachdem Albers aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt ist, engagiert ihn das Wiesbadener Residenz-Theater. Er zieht um nach Berlin und tritt dort an zahlreichen Bühnen, in Revuen und Operetten als Schauspieler, Sänger, Tänzer, Komiker und Artist auf. Seine erste "seriöse" Rolle spielt er unter der Regie von Heinz Hilpert in Ferdinand Bruckners "Verbrecher". Seinen bis dahin größten Erfolg hat er 1931 mit der Titelrolle in Franz Molnars Rummelplatz-Drama "Liliom" an der Berliner Volksbühne. Diesen Part spielt er über 1800 Mal. Als das Stück 1933 verboten wird, übernimmt Albers bis 1946 keine Bühnenrollen mehr.

Albers spielt seit 1917 verschiedene kleine Rollen im Film: Er tritt als Hochstapler auf, als Schurke und Ehebrecher; er glänzt als Liebhaber, Charmeur und Lebemann in zahlreichen Stummfilmen. Das Aufkommen des Tonfilms, die Erweiterung des filmischen Spektrums zum Audiovisuellen bedeutet für ihn eine Potenzierung seiner charismatischen Leinwandpräsenz . Die Folge ist der Durchbruch vom Neben- zum Hauptdarsteller.

1929/30 verkörpert er den Mazeppa in Josef v. Sternbergs "Der blaue Engel". Schnoddrig und zynisch spielt er strahlend freche Draufgänger und verwegene Abenteurer ("Bomben auf Monte Carlo", 1931), gelegentlich von melancholischer Reserve gebremst ("F.P. 1 antwortet nicht", 1932; später auch "Große Freiheit Nr. 7", 1943/44).

Auch in der Zeit des Nationalsozialismus dreht Albers zahlreiche Filme, darunter auch einschlägig propagandistische Werke, in denen er Führerpersönlichkeiten mimt (hier vor allem "Carl Peters", 1940/41). Gleichwohl bewahrt er zum Regime eine innerlich distanzierte Haltung . Seine Paraderolle gibt er als Titelfigur des UFA-Prestigefilms "Münchhausen", wobei er hier zum ersten Mal mit dem Regisseur von Baky und dem Kameramann Krien zusammenarbeitet. In "Große Freiheit Nr. 7" aus dem Jahr 1943/44 von Helmut Käutner, der erst nach dem Krieg in Deutschland aufgeführt wird, spielt er die für ihn typische Rolle des Tausendsassas, hier jedoch erstmals ohne happy end und nicht als am Schluss strahlender Sieger. Damit knüpft er bereits an seine im ganzen verhaltener gespielten Nachkriegsrollen an.

Nach Kriegsende lebt Albers mit seiner Frau Hansi Burg am Starnberger See. 1946 spielt er erneut Theater: Er gibt den "Liliom" in Berlin, drei Jahre später den Mackie Messer aus Brechts "Dreigroschenoper" in München. Die Charaktere, die er vor der Kamera spielt, sind auch weiterhin Siegertypen. Aber aus dem ungebrochen positiv gezeichneten Helden wird nun ein eher "besonnener Praktiker [...] mit Zwischentönen" , durch Schwächen realistischer gestaltet als viele seiner früheren Rollen - so wie die des Hans Richter in "Und über uns der Himmel". Seinen letzten Film "Kein Engel ist so rein" dreht er 1959/60, kurz vor seinem Tod.

Hans Albers stirbt am 24.7.1960 in München.

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Erika Balqué
Erika Balqué lernt ihren späteren Mann Helmut Käutner bei seinem Kabarettprogramm "Die vier Nachrichter" kennen. 1938 erhält sie ein Engagement beim Leipziger Schauspielhaus. Filmrollen übernimmt sie in erster Linie unter der Regie Käutners, so in IN JENEN TAGEN, LUDWIG II. - GLANZ UND ELEND EINES KÖNIGS (1954), DES TEUFELS GENERAL (1955) und EIN MÄDCHEN AUS FLANDERN (1955/56). Außerdem arbeitet sie als Regieassistentin ihres Mannes.

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Paul Hermann Bildt
(19.5.1885 - 13.3.1957)
Am 19.5.1885 wird Paul Bildt in Berlin-Kreuzberg geboren. Schon in seiner Schulzeit tut sich der junge Bildt als Rezitator bei Schulfeiern und Aufführungen des CVJM hervor. Auf Initiative des Vaters beginnt er eine Ausbildung bei der Polizei, nimmt aber gleichzeitig Schauspielunterricht an der Reicherschen Hochschule für dramatische Kunst. Am 2. 5. 1905 gibt er sein Schauspielerdebüt an einem Tournee-Theater in Hannover. Neben kurzen Engagements in Leipzig und Dresden spielt er über Jahrzehnte in Berlin und steht dort auf verschiedenen Bühnen. Zwischen 1916 und 1946 inszeniert er dort auch selbst, darunter die Uraufführung von Friedrich Wolfs "Beaumarchais" im Jahr 1946 am Deutschen Theater.

Seit 1909 steht Bildt auch regelmäßig vor der Kamera. In "Die Prinzessin von Neutralien" spielt er 1917 an der Seite von Henny Porten eine Doppelrolle. Er ist in seinen Charakteren trotz seiner jungen Jahre bald festgelegt auf den Typus des seriösen, eher weltfremden Eigenbrötlers. Aufgrund seines intensiven Spiels wird er von der Kritik häufig lobend hervorgehoben.

Ab 1926 gehört Bildt dem Staatstheater am Gendarmenmarkt an, u. a. unter Gustaf Gründgens, und spielt dort in zahlreichen klassischen Stücken, z. B. den Mörder in "Götz von Berlichingen". Er wird zum geschätzten Ensemble-Schauspieler.

Parallel arbeitet er weiter beim Film. Ab 1924 rezitiert er darüber hinaus im Berliner Rundfunk Werke u. a. von Goethe, Brecht und Büchner und wirkt auch in Hörspielen mit. Sein Engagement beim Radio behält er bis zu seinem Tod.

Im Kino der dreißiger und vierziger Jahre tritt Bildt zwar häufig auf, meist aber nur als Nebendarsteller. Gleichwohl fällt der Kritik auch hier sein Spiel positiv auf. Der Tagesspiegel resümiert zu diesem Thema: "Keiner der vielen Richter oder Staatsanwälte, der Gutsbesitzer oder herrschaftlichen Diener, der Professoren oder Ärzte, die er vor die Kamera stellte, der nicht aus der Liebe zum Menschen gelebt hätte" (14. 3. 1957).

Nach dem Krieg spielt er weiter an Berliner Theatern, ab 1954 ist er bei den Münchener Kammerspielen, wo er eine seiner letzten Rollen in Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" gibt.

Aufgrund seiner christlich-sozialistisch motivierten politischen Linksorientierung wird er in DEFA-Filmen seit 1946 gern in Hauptrollen besetzt; zuerst verpflichtet ihn Gerhard Lamprecht für seinen Trümmerfilm "Irgendwo in Berlin" (1946), später steht er für Slatan Dudow in "Unser täglich Brot" vor der Kamera.

Sein Wechsel zum westdeutschen Film bedeutet für ihn die Rückkehr in Rollen der zweiten und dritten Garnitur; meist spielt er für ihn auch früher schon typische Charaktere wie z. B. warmherzige Vaterfiguren.

In einem Nachruf in der Süddeutschen Zeitung ist über ihn zu lesen: "Er war ein Verwandlungsdarsteller, wie er im Buche stehen sollte. Er war nicht gemacht, immer wieder den gleichen Typ, immer wieder die gleichen Gestalten abzuziehen. Bildt war das, was man einen Umrißschauspieler nennt. Er hatte Schärfe und Genauigkeit in der Charakterisierung." (15. 3. 1957).

Paul Bildt stirbt am 13.3.1957 in Berlin.

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Ernst Wilhelm Borchert
(13.3.1907 - 1.6.1990)
Am 13. März 1907 wird Wilhelm Ernst Richard Oskar Borchert in Berlin (Neukölln) geboren. Er besucht die Reichersche Hochschule für dramatische Kunst und debütiert 1927 bei der Ostpreußenbühne des Bühnenvolksbundes. 1938 kommt Borchert nach ersten Theatererfahrungen auf Wanderbühnen und Provinztheatern zu Eugen Klöpfer an die Volksbühne Berlin.

In den letzten Kriegsjahren hat Borchert erste Auftritte beim Film. Er spielt den "unerschütterlichen" Oberleutnant Griesbach in Günter Rittaus U-BOOTE WESTWÄRTS (1940/41), einer mit Unterstützung der Kriegsmarine gedrehten Ufa-Produktion, die den Kampf gegen die britische Flotte und den "Heldentod" auf See glorifiziert. Weitere Nebenrollen, ebenfalls unter der Regie Rittaus, spielt Borchert in dem im Milieu friesischer Deichbauern angesiedelten Melodram DER STROM (1942), sowie dem volkstümlichen Bruderzwist- Drama DER EWIGE KLANG (1943).

Nach Kriegsende bleibt Borchert in Berlin, setzt seine Bühnenkarriere mit Engagements am Hebbel- (1945-1946) und Deutschen Theater (1947-1950) fort und gehört ab 1951 dem Ensemble des Schiller- und Schloßpark Theaters an. Hier avanciert er mit einem Repertoire "vom trojanischen Prinzen und Kriegsmann bei Shakespeare bis zum eingefleischt bürgerlichen Ehemann bei Ibsen . zum strenge[n] Mitspieler auf den Berliner Szenen" (Tsp, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.7.1987). Zugleich arbeitet er in den fünfziger Jahren als Hörspiel- und Synchronsprecher beim Berliner Rundfunk.

Borcherts Auftritt im ersten deutschen Nachkriegsfilm wird zugleich sein prominentester. In Wolfgang Staudtes DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (1946) spielt er die Figur des psychisch zerrütteten Dr. Mertens "bis an die Grenzen seiner darstellerischen und stimmlichen Mittel" (Walter Lenning, in: Berliner Zeitung, 17.10.1946). Im zeitgenössischen Programmheft, der Film-Bühne (Nr.241), darf indes sein Name nicht genannt werden, erst bei Beendigung der Dreharbeiten hatte sich herausgestellt, dass Borchert seinen Fragebogen gefälscht hatte. (Siehe Friedrich Luft, in: Die Neue Zeitung, 18.10.1946)

Noch in einer weiteren frühen DEFA-Produktion, Gustav von Wangenheims UND WIEDER 48 (1948), ist Borchert als Schauspieler engagiert, bevor er ab 1949 als Sprecher und Schauspieler allein für westdeutsche Filmproduktionen arbeitet. Hier spielt er an der Seite Marianne Hoppes einen abergläubischen Versicherungsangestellten in Wolfgang Staudtes SCHICKSAL AUS ZWEITER HAND (1949), bevor seine Filmtätigkeit abermals überwiegend aus Nebenrollen besteht, auch im wieder etablierten Kriegsfilmgenre: Frank Wisbars HUNDE WOLLT IHR EWIG LEBEN (1958). Borcherts bekannteste Fernsehrolle wird der Wallenstein in einer zweiteiligen TV-Fassung von 1961. Ab 1972 gehört Borchert dem Ensemble der Staatlichen Schauspielbühnen als Ehrenmitglied an und wird 1976 mit dem Berliner Kunstpreis ausgezeichnet, bevor er 73jährig endgültig auch seine Bühnenlaufbahn beendet.

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Ida Ehre (9.7.1900 - 16.2.1989)
Am 9. Juli 1900 wird Ida Ehre in Prerau (CSR) geboren. Sie besucht die Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Theater spielt sie in Bukarest, Cottbus, Bonn, Stuttgart und Mannheim. Ab 1945 ist sie Direktorin der Hamburger Kammerspiele. Ihrer Bekanntschaft mit Käutner ist ihr Filmauftritt in IN JENEN TAGEN - einer ihrer wenigen Filmauftritte überhaupt - zu verdanken.

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Albert Florath
(7.12.1888 - 11.3.1957)
Albert Florath beginnt seine Künstlerlaufbahn 1908 als dramaturgischer Assistent und Schauspieler am Künstler-Theater, dann am Hoftheater in München. Von 1920 bis 1944 ist er am Staatstheater in Berlin als Schauspieler, Dramaturg und Regisseur tätig. Bereits in den 20er Jahren ist Florath auch als Schauspieler im Stummfilm tätig, doch erst im Tonfilm setzt er sich als Chargenschauspieler durch. Bekannte Filme sind unter anderem GLÜCKSKINDER (Paul Martin, 1936) und CAPRIOLEN (Gustaf Gründgens, 1937). "Sein uriges Phlegma und seine barocke Erscheinung prägen das Spektrum seiner Rollen: Ab Mitte der 30er Jahre spezialisiert sich Florath auf Onkel und Familienväter voll Gemütlichkeit und Biedersinn." (CineGraph) Daran ändet sich auch nach Kriegsende wenig. Zu den Rollen, in denen das biedermännisch-joviale Element sarkastisch gebrochen wird, zählt die Verkörperung des Gevatter Tod in dem Film LIEBE 47. Albert Florath stirbt 1957 in Gaildorf (Württemberg).

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Otto Gebühr
(29.5.1877 - 13.3.1954)
Otto Gebühr wird am 29.5.1877 in Kettwig (Ruhr) geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung nimmt er während seines Engagements als Fremdsprachenkorrespondent den ersten Schauspielunterricht. Von 1898 bis 1907 spielt er am Hoftheater Dresden, ab 1917 unter Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin.

In dieser Zeit beginnt Gebührs Arbeit beim Film. Seine physiognomische Ähnlichkeit mit dem Preußenkönig Friedrich II. legt ihn schon früh auf die Verkörperung dieser Rolle in zahlreichen Filmen fest, angefangen in der Weimarer Zeit mit "Die Tänzerin Barberina" aus dem Jahr 1920 bis hin zu Veit Harlans "Der große König" (1942), dem Höhepunkt ideologisch-propagandistischen Filmkults um Friedrich den Großen während der Zeit des Nationalsozialismus. In dieser Rolle erlangt er Starruhm.

Trotzdem versucht Gebühr, sich darstellerisch nicht völlig einengen zu lassen und übernimmt die Rollen sanftmütiger Ehemänner, liebevoller Väter und schrulliger Junggesellen. Parallel zu seiner erfolgreichen Filmarbeit steht er auch erfolgreich auf der Bühne.

Sein erstes Engagement nach 1945 ist die des Lehrers Heise in "Und über uns der Himmel". Friedrich den Großen spielt er nie wieder. Später wirkt er in zahlreichen "Heimatfilmen" mit.

Otto Gebühr stirbt am 13.3.1954 in Wiesbaden.

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Erwin Geschonneck
(* 27.12.1906)
Erwin Geschonneck wird als Sohn des Flickschusters Otto Geschonneck im ostpreußischen Bartenstein (heute Bartoszyce, Polen) geboren. Ab den 1920er Jahren arbeitet er in Berlin als Bürobote, Hausdiener und Hilfsarbeiter. Er schließt sich der Arbeitersportbewegung an und wird 1929 in die KPD aufgenommen. Geschonneck tritt unter anderem mit der Agitprop-Gruppe "Sturmtrupp links"auf, spielt im "Roten Kabarett" Tucholskys und wirkt als einer von 4000 Arbeitersportlern in KUHLE WAMPE (1931/32) von Bertolt Brecht und Slatan Dudow mit. Geschonneck geht 1933 mit jüdischen Schauspiel-Kollegen nach Polen, wird 1934 verhaftet und in die CSR abgeschoben. In den 30er Jahre arbeitet er zeitweilig in Moskau, u.a. mit Wangenheim. 1938 wird er zum NKWD bestellt und ausgewiesen. Beim Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in die CSR taucht Geschonneck unter. Beim Versuch, über Polen nach London zu fliehen, wird er verraten und von der SS festgenommen. Er wird nach Gestapo-Verhören zunächst im Polizeipräsidium Berlin inhaftiert, dann im KZ Sachsenhausen, ab 1940 im KZ Dachau, wo er aktiv in der Widerstandsorganisation des Lagers mitwirkt. Ab 1944 im KZ Neuengamme wird Geschonneck bei der Evakuierung des Lagers auf dem ehemaligen Passagierdampfer "Cap Arcona" eingesperrt. Als das Schiff am 3.5.1945 von britischen Bombern versenkt wird, gehört er zu den 350 Geretteten. Nach seiner Entlassung durch die Briten geht Geschonneck nach Hamburg, arbeitet im Komitee ehemaliger politischer Häftlinge (später VVN) und spielt - engagiert von Ida Ehre - Theater an den Hamburger Kammerspielen. In Käutners IN JENEN TAGEN gibt er sein Kinodebüt. Im Mai 1949 geht Geschonneck nach Berlin ans Deutsche Theater, wird jedoch bald von Helene Weigel ans Berliner Ensemble engagiert. Es folgen zahlreiche Filmrollen bei der DEFA, so zunächst in DER BIBERPELZ (1949) und DAS BEIL VON WANDSBEK (1950/1951). Geschonneck avanciert in der Folge zum bedeutendsten Darsteller seiner Generation in der DDR, u.a. in SONNENSUCHER (1957/58), NACKT UNTER WÖLFEN (1962), KARBID UND SAUERAMPFER (1963) und JACOB DER LÜGNER (1974).

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Eva Gotthardt
Eva Gotthardt arbeitet als Schauspielerin von 1945-51 an Hamburger Bühnen, danach beim Landestheater Hannover. Filmrollen erhält sie in GROßE FREIHEIT NR. 7 (1943/44) und IN JENEN TAGEN.

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Margarete Haagen (29.11.1889 - 19.11.1966)
Am 29. November 1889 wird Margarete Haagen als Tochter eines Maschinenschlossers in Nürnberg geboren. Sie nimmt früh private Schauspielstunden und debütiert 1907 am Intimen Theater. Nach Engagements in verschiedenen Städten kommt sie 1930 zum Münchner Volkstheater, wo sie in Bauernschwänken, Possen und Lustspielen mitwirkt. 1939 erhält sie ihr erstes Filmangebot und bekommt danach zunächst kleinere Rollen, u.a. in Wolfgang Liebeneiners ICH KLAGE AN (1941) und in Käutners UNTER DEN BRÜCKEN (1944). Sie wird früh festgelegt auf die Darstellung der reiferen Frau, im Nachkriegsfilm verkörpert sie vornehmlich als Großmutter, Tante, Hausmädchen, Anstandsdame und Gutsherrin die komische Alte in Unterhaltungsfilmen. Ihre ernste Rolle in IN JENEN TAGEN bildet eine Ausnahme. Während sie auf der Bühne kaum noch spielt, ist der Höhepunkt ihrer filmischen Popularität Mitte der 50er Jahre mit der Darstellung der Oma Janzen in den IMMENHOF-Filmen erreicht. Am 19. November 1966 stirbt Margarete Haagen, zehn Tage vor ihrem 77. Geburtstag, in München-Grünwald.

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Harry Hindemith
(16.6.1906 - 21.1.1973)
Harry Hindemith wird am 16.6.1906 in Brüssel geboren. Nach einem Studium an den Musikhochschulen Karlsruhe und Mannheim nimmt er Schauspielunterricht in Würzburg. 1925 tritt er dem kommunistischen Jugendverband (KJV) bei, 1928 der KPD. Sein Bühnendebüt gibt er 1930 am Stadttheater Würzburg.

1933 wird er von den Nationalsozialisten festgenommen und erhält eine Auftrittsbeschränkung, der er sich 1937 durch den Beitritt zur NSDAP entzieht. Bis zum Kriegsende spielt er Theater in Allenstein und Wuppertal.

Nach 1945 steht Hindemith zunächst in Rostock auf der Bühne, erhält dann aber ein Engagement am Deutschen Theater in Berlin, wo er u. a. neben Paul Wegener spielt. Er tritt vorwiegend in Gegenwartsstücken, aber auch in klassischen Rollen auf.

Von einem Kurzauftritt in dem NS-Propagandafilm "Junge Adler" (1944) abgesehen, gibt er sein Filmdebüt in der Hauptrolle von Gerhard Lamprechts DEFA-Film "Irgendwo in Berlin" (1946), für die er in der SBZ positive Kritiken erhält. Von nun an steht er regelmäßig vor der Kamera - im Kino wie im Fernsehen. Hindemith wird SED-Mitglied und bleibt bis zu seinem Tod Bürger der DDR. Er engagiert sich auch gesellschaftlich, er ist lange Zeit Vorsitzender des Clubs der Filmschaffenden und Vorsitzender der Berliner Gewerkschaft Kunst.

In "Unser täglich Brot" spielt er die für ihn typische Rolle des schlichten, aufrechten Charakters und positiven Helden. Differenziertere oder negative Typen spielt er selten.

Harry Hindemith stirbt am 21.1.1973 in Ost-Berlin.

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Werner Heinz Alfons Hinz (18.1.1903 - 10.2.1985)
Werner Hinz kommt am 18. Januar 1903 in Berlin zur Welt. Er besucht die Reinhardt-Theaterschule und ist danach an verschiedenen Bühnen tätig, darunter die Volksbühne Berlin und die Schauspielhäuser in Hamburg und Zürich. In den 50er Jahren erhält er zahlreiche Gastspielangebote, arbeitet beim Rundfunk und als Synchronisator. Zum Film kommt Hinz 1935. Er spielt den Kronprinzen in DER ALTE UND DER JUNGE KÖNIG (1935), wirkt mit in BISMARCK (1940) und OHM KRÜGER (1941). Nach 1945 beginnt seine Schauspielarbeit mit IN JENEN TAGEN, DIE BUNTKARIERTEN (1949), DER BIBERPELZ (1951) und HERZ DER WELT (1952). In DIE BUDDENBROOKS (1959) spielt er den alten Konsul. In den 60er Jahren löst sich Hinz von der Festlegung auf das ernste Rollenfach: in MORGENS UM 7 IST DIE WELT NOCH IN ORDNUNG (1968) spielt er den heiteren und verschmitzten Großvater. 1983 wirkt Hinz mit in DER TOD DES MARIO RICCI von Claude Goretta.
Werner Hinz stirbt am 10. Februar 1985 in Hamburg

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Karl John
(24.3.1905 - 22.12.1977)
Karl John wird am 24. März 1905 in Köln geboren. Nach einem Studium in Architektur an der Technischen Hochschule in Danzig zieht er nach Berlin, um dort Unterricht an der Staatlichen Schauspielschule zu nehmen. Sein Bühnendebüt gibt er 1931 in Bunzlau und kommt über verschiedene Stationen 1938 zum Deutschen Theater Berlin. Nach 1945 übernimmt er Gastspielrollen. Zum Film kommt er bereits 1932. Sein Auftreten, das als männlich, jugendlich-draufgängerisch gilt, prädestiniert ihn in der NS-Zeit für Soldatenrollen, u.a. in LEGION CONDOR (1939), U-BOOTE WESTWÄRTS (1940/41), STUKAS (1940/41), ZWEI IN EINER GROSSEN STADT (1941). Nach 1945 setzt John seine Filmarbeit mit IN JENEN TAGEN fort. In LIEBE 47 (1949), der filmischen Adaption von Borcherts "Draußen vor der Tür" gibt er als Beckmann seine wohl eindringlichste Leistung auf der Leinwand. Im Film der 50er Jahre spielt Karl John noch in einigen größeren Rollen, etwa als Gestapo-Spitzel in DER VERLORENE (1951) oder als der Saboteur Oderbruch in DES TEUFELS GENERAL (1955). In den 60er Jahren erscheint John noch in einigen Nebenrollen, u.a. in DER HEXER (1964).

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Hildegard Knef
(28.12.1925 - 1.2.2002)
"Sie war so schön, so provokant, so deutsch" umschreibt die Regisseurin Helma Sanders- Brahms 1985 zum Start ihres Films FLÜGEL UND FESSELN das Profil ihrer Hauptdarstellerin Hildegard Knef (epd Film 4/1985, S.7f.). Eine Hommage, die in der Vergangenheit kaum ungeteilten Zuspruch gefunden hätte und auch in der Gegenwart nicht findet, denn die Biographie der Knef ist ein ständiges Auf und Ab von Erfolgen und Fehlschlägen, Anerkennung und Geringschätzung.

Am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren, wächst sie in Berlin auf, nimmt als Fünfzehnjährige Schauspielunterricht und wird 1942 Trickzeichnerin bei der Ufa. Hier entdeckt sie der Produktionschef Wolfgang Liebeneiner. Ihr erster Filmauftritt, die Rolle einer schwedischen Prinzessin in Harald Brauns TRÄUMEREI (1944), fällt jedoch noch der Schere zum Opfer. Bis zum Kriegsende spielt sie einige Nebenrollen, u. a. eine enttäuschte "Zufallsbekanntschaft" des Schiffers Hendrik (Carl Raddatz) in Helmut Käutners melancholischer Liebesgeschichte UNTER DEN BRÜCKEN (1944/ 45).

Ihr Auftritt als Susanne Wallner in Staudtes DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (1946) verleiht der Knef erstes Renommee in der Filmbranche, die Kritik lobt ihre "herbverhaltene Erscheinung", ihr Spiel als eine "schöne Mischung von zupackender, unsentimentaler Sachlichkeit und einer bemühungsvollen Liebe" (Walter Lenning, Berliner Zeitung, 17.10.1946). Hildegard Knef als Verkörperung der neuen Moral von Hoffnung und Wiederaufbau? Entsprechend ist zumindest auch die Konnotation ihrer Rolle in Harald Brauns "Trümmerfilm" ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN (1947); als Mädchen Kat, "großäugig und vertrauend", wird sie die anderen davon überzeugen, "dass es weitergehen muss, trotz Trümmer, trotz Erinnerung, trotz Elend und Unehrlichkeit" (WTS in: Westdeutsches Tageblatt, 18.2.1948).

Ein Auftritt in Rudolf Jugerts FILM OHNE TITEL (1947) festigt ihr Ansehen, bevor Hilde Knef 1947, inzwischen verheiratet mit dem amerikanischen Filmoffizier Kurt Hirsch (von 1947- 52), den Sprung nach Hollywood wagt. In den USA zunächst wenig erfolgreich, kehrt sie 1950 nach Berlin zurück. Hier sorgt ihre Hauptrolle in Willi Forsts Melodrama DIE SÜNDERIN (1950) im restaurativen Kolorit der 50er Jahre für einen Skandal: Eine Nacktszene sowie die Amoralität der Protagonistin: Knef spielt eine Frau, die sich prostituiert, um ihrem kranken Geliebten (Gustav Fröhlich) eine Operation zu ermöglichen, vergiftet am Ende sich und ihn, erhitzt die Gemüter. Der Film trifft die optimistische "Wiederaufbaugesellschaft" an einer empfindlichen Stelle, denn: "dieser Sünderin, die als Opfer der Zeit gezeigt wird, fällt niemals ein, dass man vielleicht auch schlicht und einfach durch Arbeit leben könnte ." (Gunter Groll, in: Süddeutsche Zeitung 15.2.1951). Bezüglich der gezeigten (Un-) Moral des Sujets richtet der Katholische Film-Dienst den "Appell an alle Christen, diesem Film jede Unterstützung durch den Kauf einer Kino-Karte zu verweigern" (KB, in: Katholischer Film- Dienst, 2.2.1951).

Der Eklat begründet das neue Image der Knef, sie wird "eine zentrale Protagonistin des westdeutschen Nachkriegsfilms, eine Schauspielerin gegen ein Weiblichkeitsklischee, das der Nazifilm pflegte und das wiederbelebt auch durch den Film der 50er Jahre geistert" (Wolfgang Jacobson, in: CineGraph, Lg.8, Hildegard Knef)

Geltung verschafft sich Hilde Knef zu dieser Zeit auch in internationalen Filmproduktionen, sie spielt neben Gregory Peck in Henry Kings THE SNOW OF KILIMANJARO (1952), in Carol Reeds THE MAN BETWEEN (1953), Julien Duviviers LA FÊTE À HENRIETTE (1952) und überdies tanzt und singt sie zwei Jahre (1954-56) die Rolle der Ninotchka in Cole Porters Broadway-Musical "Silk Stockings". In den 60er Jahren spielt sie auch in Deutschland wieder Theater, in Film und Fernsehen indes werden ihr kaum noch attraktive Rollen in Aussicht gestellt, u. a. spielt sie die Spelunken- Jenny in Wolfgang Staudtes DREIGROSCHENOPER (1962/63).

Wesentlich erfolgreicher ist sie seit 1963 mit ihrer "zweiten Karriere" als Chansonsängerin oder 1970 als Autobiographin ("Der geschenkte Gaul"). 1975 spielt sie in Alfred Vohrers Fallada-Adaption JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN, 1978 die Fedora in Billy Wilders gleichnamigem Film. Eine "kläglich im Sande verlaufende", zudem von der Presse heftig attackierte, Welttournee der Knef (1980) wird zum Debakel, sie zieht 1982 nach Hollywood. 1986 versucht sie als Sängerin mit der Chanson-Tournee "Stationen meines Lebens" ein Comeback. Abermals folgt hitzige Kritik: "Statt einen ehrenvollen Schlussstrich unter die eigene Legende zu setzen, buhlt sie, wie von Hassliebe getrieben, nochmals um die Zuneigung ihrer Landsleute." (FAZ, zitiert nach Sammelrezension, in: Der Spiegel 6/1986, S. 173). Die Fähigkeit, (vornehmlich) deutsche Gemüter zu entrüsten, ist Hilde Knef ohne Zweifel bis zu ihrem Tod geblieben.

Hildegard Knef stirbt am 1.2.2002 in Berlin.

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Lotte Koch
(9.3.1913)
Lotte Koch (eigentlich Luise Charlotte Koch) wird am 9.3.1913 in Brüssel geboren. Sie strebt zielstrebig den Beruf der Theaterschauspielerin an und besucht die Hochschule für Bühnenkunst. 1931 geht sie ans Stadttheater Heidelberg, von 1935 bis 1936 spielt sie am Schauspielhaus Zürich. 1938 ist sie für ein Jahr am Deutschen Volkstheater in Wien.

Ihre Arbeit beim Film tritt vor ihrer Bühnentätigkeit zurück. Ihr Kinodebüt gibt sie in der Komödie "Lumpacivagabundus" aus dem Jahr 1936 und spielt hauptsächlich Nebenrollen. In "Käpt'n Bay-Bay" von Helmut Käutner, ebenfalls mit Hans Albers aus dem Jahr 1952 hat sie ihren bis heute letzten Filmauftritt.

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Hilde Krahl
(10.1.1917 - 28.6.1999)
Hilde Krahl, als Hildegard Kolacny in Brod an der Save (Kroation) geboren, wächst in Wien auf, studiert Musik und Schauspiel. Ab 1936 spielt sie an verschiedenen Bühnen, u.a. in Wien und am Deutschen Theater in Berlin. Parallel zum Bühnendebüt spielt Hilde Krahl ihre erste Filmrolle 1936 in PUPPENFEE, Regie E.W. Emo. Der Aufstieg zum Star gelingt ihr 1940 in Gustav Ucickys Puskin-Verfilmung DER POSTMEISTER. 1944 heiratet Hilde Krahl den Regisseur und Produktionschef der Ufa Wolfgang Liebeneiner. Ihre Tochter Johanna Liebeneiner, 1945 geboren, wird gleichfalls Schauspielerin. Nach Kriegsende erhält Hilde Krahl 1945 ein Engagement an den Hamburger Kammerspielen unter Ida Ehre. In der Folgezeit spielt sie an zahlreichen Schauspielhäusern, u.a. in Zürich, München, Wien, Berlin. In LIEBE 47 gibt sie - wiederum parallel zur ihrer Theaterarbeit - ihr Nachkriegs-Filmdebut. In den 50er Jahren spielt Hilde Krahl in einigen ambitionierten westdeutschen "Antikriegsfilmen": HERZ DER WELT (Harald Braun, 1951/52), KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL (Laszlo Benedek, 1954/55), NACHT DER ENTSCHEIDUNG (Falk Harnack, 1955/56). In den 60er und 70er Jahren arbeitet sie, neben fortlaufenden Theaterengagements, vornehmlich für das Fernsehen. Sie spielt u.a. in DIE TROERINNEN DES EURIPIDES (Erfurth, 1966) sowie in den Serien HALLO - HOTEL SACHER - PORTIER (Fritz Eckhardt, 1973) und DIE LIEBE FAMILIE (Marboe / Stoss 1980). Ihre Arbeit als Theaterschauspielerin setzt Hilde Krahl bis in die 90er Jahre fort.
Hilde Krahl stirbt am 28. Juni 1999 in Wien.

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Inge Landgut
(23.11.1922 - 29.5.1986)
Inge Landgut wird am 23.11.1922 (andere Quellen: 1924) in Berlin geboren. Der Legende nach entdeckt die berühmte Schauspielerin Henny Porten 1926 die Vierjährige beim Sandkastenspiel, woraufhin sie als Kinderdarstellerin für verschiedene Filme engagiert wird, u. a. als Mordopfer in Fritz Langs "M" (1930/31) und als kesse "Berliner Göre" in Gerhard Lamprechts "Emil und die Detektive" (1931).

Später besucht sie die Schauspielschule am Deutschen Theater. Während des Krieges spielt sie an verschiedenen Bühnen und hat auch weiterhin Filmauftritte. Nach 1945 arbeitet sie an Berliner Theatern. 1949 verpflichtet sie Slatan Dudow für "Unser täglich Brot"; ihre erste Hauptrolle spielt sie 1949/50 in Johannes Meyers "13 unter einem Hut".

Anfang der fünfziger Jahre wechselt sie zum Fernsehen. Sie ist eine vielbeschäftigte Synchronsprecherin (u. a. Sophia Loren) und dreht 1958 ihren letzten Kinofilm.

Inge Landgut stirbt am 29.5.1986 in Berlin.

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Wilhelm (Willy) Hermann August Maertens (30.10.1893 - 28.11.1967)
Am 30. Oktober 1893 in Braunschweig geboren, beginnt Willy Maertens nach einer Schauspielausbildung in Berlin seine Bühnenkarriere am Intimen Theater in Nürnberg. Nach 1927 ist er beim Thalia-Theater in Hamburg beschäftigt, wo er nach 1945 als Intendant Stücke inszeniert. Im Film ist er hauptsächlich nach 1945 tätig (davor nur ANSCHLAG AUF BAKU 1942), wobei IN JENEN TAGEN seine erste Nachkriegsrolle ist.

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Winifred (Winnie) Maria Eveline Markus
(16.5.1921 - 9.3.2002)
Winnie Markus, geboren am 16. Mai 1921, wächst in Prag auf, wo sie zum Gymnasium geht und die Ballettschule besucht. Nach einer Ausbildung im Reinhardt-Seminar ist sie seit 1939 beim Theater in der Josefstadt, nach 1945 an verschiedenen Berliner Bühnen tätig. Ihre Filmkarriere beginnt sie 1939 in MUTTERLIEBE, danach ist sie u.a. in DIE GEIERWALLY (1940) und in DER VERZAUBERTE TAG (1944) zu sehen. Nach 1945 gründet Winnie Markus zusammen mit Victor de Kowa die Studio 45-Film GmbH in Berlin, die in den ersten Nachkriegsjahren einige Spielfilme produziert, wie z.B. ZUGVÖGEL (1946/47). Als Schauspielerin wirkt sie mit u.a in MORITURI (1948), DER BAGNOSTRÄFLING (1949), KAISERWALZER (1953) und WAS EINE FRAU IM FRÜHLING TRÄUMT (1959). In den 60er Jahren zieht sich Winnie Markus ins Privatleben zurück und nimmt erst in den 80er Jahren ihre schauspielerische Arbeit, am Theater und im Fernsehen, wieder auf.
Winnie Markus stirbt am 9. März 2002 in München.

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Bettina Moissi (* 30.10.1923)
Bettina Moissi wird am 19. Oktober 1923 in Berlin geboren. Nach Kriegsende kommt sie zum Film, wo sie in IN JENEN TAGEN, DER APFEL IST AB (1948), LANG IST DER WEG (1948) und EPILOG (1950) zu sehen ist.

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Hans Albert Nielsen (30.11.1911 - 17.8.1965)
Geboren wird Hans Nielsen am 30. November 1911 in Hamburg. Nach dem Abschluss einer Kaufmannslehre erhält er Schauspielunterricht bei Albrecht Schoenhals und beginnt 1934 seine Bühnenkarriere beim Stadttheater Augsburg. Über Kiel, Leipzig und München kommt er nach 1945 zum Schauspielhaus Düsseldorf. 1937 in TANGO NOTTURNO im Film debütiert, ist er nach 1945 ein vielgefragter Filmschauspieler.

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Arno Paulsen
(3.1.1900 - 17.9.1969)
Arno Paulsen wird am 3. Januar 1900 in Stettin geboren. Als Fünfzehnjähriger macht er, zuerst als Komparse, dann als Chorsänger, erste Theatererfahrungen. In den letzten Monaten des Ersten Weltkrieges wird Paulsen eingezogen und kann seine Opern-Theaterausbildung erst nach Kriegsende fortsetzen.

Seit 1919 nimmt er Gesangsunterricht und wird 1921 an der Oper von Osnabrück als Operettentenor verpflichtet. Es folgen weitere Engagements an diversen Opernhäusern, u.a. in Köln, Leipzig und Hamburg. Im Zweiten Weltkrieg tritt Paulsen von 1941- 1943, überwiegend mit der Theatergruppe "Conte Schwerin", an Fronttheatern auf, bevor er 1944 erneut zum Wehrdienst verpflichtet wird.

Bereits im Mai 1945 kann er wieder als Schauspieler an Berliner Bühnen arbeiten. Im "Theater am Schiffbauerdamm" sieht ihn Wolfgang Staudte in der "Höllenparade" von Horst Lommer und engagiert Paulsen für die Rolle des Hauptmann Brückner in DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (1946) (Vgl. Filmlexicon degli autori e delle opere, Roma 1962, S. 422.). Sein Debüt als Filmschauspieler wird von der zeitgenössischen Presse positiv aufgenommen: "das nirgendwo überbetonte Spiel Arno Paulsens [ist] besonders hervorzuheben. Sein Hauptmann Brückner wird niemals zu einer vom Hass verzerrten Karikatur. Sein Kriegsverbrecher Brückner bleibt als Hauptmann wie auch als biederer Bürger unserer neuen deutschen Demokratie von einer Portraittreue, die betroffen macht." (Peter Kast, in: Vorwärts, Berlin, 17.10.1946).

Bis Anfang der 60er Jahre spielt Arno Paulsen, neben ständigen Engagements am Theater (seit 1954 Schiller-Theater Berlin), auch in zahlreichen Spielfilmproduktionen, hier indes vornehmlich Nebenrollen.

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Erich Ponto
(14.12.1884 - 4.2.1957)
Erich Ponto beginnt seine Laufbahn als Schauspieler in München, hat Auftritte am Hoftheater, ab 1908 einen Vertrag am Stadttheater Passau. In der Folge spielt er an zahlreichen Bühnen. In Berlin spielt er 1928 unter anderem den Bettlerkönig Peachum in der Uraufführung von Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper". Als Filmschauspieler etabliert sich Ponto in den 30er Jahren. Bekannte Beispiele sind LIEBE, TOD UND TEUFEL (Hilpert/Steinbicker, 1934), die Figur des Puppenspielers in KLEIDER MACHEN LEUTE (Käutner, 1940). Der SCHNEIDER WIBBEL (Victor de Kowa, 1939) ist seine einzige Hauptrolle als Filmschauspieler. Nach Kriegsende übernimmt Ponto die Leitung des Dresdener Schauspielhauses, dann die Dresdener Generalintendanz. Er kandidiert 1946 zur Landtagswahl auf der Liste des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. 1947 geht Ponto ans Württembergische Staatstheater Stuttgart und von dort an verschiedene westdeutsche Bühnen. Als seine besten Nachkriegsfilme gelten internationale Produktionen, etwa THE THIRD MAN (Carol Redd, 1949), LOLA MONTEZ (Max Ophüls, 1955). Im westdeutschen Nachkriegsfilm steht Ponto bald für die Figur des altersweisen Patriarchen, ein Bild, für das seine Verkörperung der Gottesfigur in LIEBE 47 wohl das erste Beispiel liefert. Ponto stirbt 1957 in Stuttgart.

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Carl Raddatz (13.3.1912 - 19.5.2004)
Carl Raddatz wird am 13. März 1912 in Mannheim geboren. Als 18-jährigem gibt ihm Willy Birgel Schauspielunterricht, ein Jahr später macht er sein Abitur und bekommt eine Anstellung beim Nationaltheater. Nach Kurzengagements in Aachen, Darmstadt und Bremen gibt er 1937 in Karl Ritters propagandistischem Soldatenfilm URLAUB AUF EHRENWORT (1937) sein Filmdebüt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs spielt er in einigen Ufa-Produktionen, so z.B. in Eduard von Borsodys WUNSCHKONZERT (1940) und in IMMENSEE (1942) und OPFERGANG (1942-1944) von Veit Harlan. Seine erste Rolle im Nachkriegsfilm ist die des Josef in der 7. Episode von IN JENEN TAGEN. Er wendet sich wieder verstärkt der Theaterarbeit zu, ist aber auch weiterhin in Filmen zu sehen, u.a. in Rolf Thieles DAS MÄDCHEN ROSEMARIE von 1958. Ab Mitte der 60er Jahre ist er mit Ausnahme der Fallada-Verfilmung JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN (1975) mit Hildegard Knef ausschließlich fürs Fernsehen tätig. 1979 wird Carl Raddatz für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet.

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Paul Edwin Roth
(22.10.1918 - 27.10.1985)
Paul Edwin Roth wird am 22.10.1918 in Hamburg geboren. Nach dem Besuch der Schauspielschule des Schauspielhauses Hamburg gibt er 1939 sein Debüt am Stadttheater Heilbronn. Von 1940 bis 1942 ist er im Krieg, er kommt schwerverwundet aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Von da an bis 1947 spielt er an Theatern in Karlsruhe, Heidelberg und Wiesbaden.

Von 1947 bis 1955 steht er auf Berliner Bühnen, wo er in der Rolle des Beckmann aus Borcherts "Draußen vor der Tür" 1948 seinen künstlerischen Durchbruch schafft. Bereits ein Jahr zuvor gibt er sein Filmdebüt in "Und über uns der Himmel" (1947). Die Rolle des Harry Webers in "Unser täglich Brot" ist sein zweites Engagement beim Film. Später wechselt er zum Schauspielhaus Zürich. Aufgrund seiner weichen, sonoren Stimme ist Roth auch begehrt in Hörspielen und als Synchronsprecher berühmter Hollywood-Stars.

Das Aufkommen des neuen Mediums Fernsehen bedeutet für Roth einen Neuanfang. Er tritt in zahlreichen Fernsehfilmen auf, darunter in "Stahlnetz"- und "Tatort"-Krimis. Bis zu seinem Tod spielt er weiterhin auch in einigen Kinofilmen, meist in Nebenrollen, mit.

Paul Edwin Roth stirbt am 27.10.1985 in Hamburg.

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Franz Erwin Paul Schafheitlein (9.8.1895 - 6.2.1980)
Franz Schafheitlein kommt am 9. August 1895 als Sohn eines Oberlehrers in Berlin zur Welt. Er besucht die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin und debütiert 1920 bei der Freilichtbühne Osnabrück. Danach übernimmt er Engagements in Halberstadt, Stuttgart, Zürich und Wien, bevor er von 1937-45 bei der Volksbühne Berlin angestellt wird. Im Spielfilm ist er erstmals 1930 in GELD AUF DER STRASSE zu sehen. Schafheitlin entwickelt sich bald zu einem der meist beschäftigten Schaupieler im deutschsprachigen Unterhaltungsfilm der 30er, 40er und 50er Jahre. In über 200 Filmen wirkt er meist in kleineren Charakterrollen, u.a. in NANU, SIE KENNEN KORF NOCH NICHT (1938), PARACELSUS (1943), KORA TERRY (1940), TITANIC (1943), DER FALL RABANSER (1950), MADE IN GERMANY (1957).

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Gert Karl Schaefer
(9.8.1920 - 27.11.1996)
Gert Schaefer wird am 9. August 1920 in Kokant geboren. Nach dem Abitur geht er zur Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. Zwischen 1946-54 arbeitet er beim Deutschen Theater und beim Berliner Ensemble, danach beim Deutschen Theater in Göttingen. Er ist verheiratet mit der Schauspielerin Eva Brumby. Filmrollen übernimmt er u.a. in IN JENEN TAGEN, UNSER TÄGLICH BROT (1949), DAS BEIL VON WANDSBEK (1951), DIE 1000 AUGEN DES DR. MABUSE (1960). Gert Schaefer stirbt am 27.11.1996

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Erich Schellow
(27.2.1915 - 25.11.1995)
Erich Schellow wird am 27. Februar 1915 in Berlin geboren. Seine Mutter Maria Janke war Schauspielerin, sein Vater Kaufmann. Er nimmt zunächst Schauspielunterricht beim Staatstheater, um nach einem dreijährigen Engagement beim Volkstheater Hamburg von 1940-45 dort zu spielen. Nach 1947 ist er beim Schlosspark- und Schillertheater in Berlin beschäftigt. Als Filmschauspieler wirkt er neben IN JENEN TAGEN noch in einigen anderen Nachkriegsspielfilmen mit, darunter HOTEL ADLON (1955) und DER HAUPTMANN VON KÖPENICK (1956).

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Hermann Speelmans (14.8.1902 - 9.2.1960)
Hermann Speelmans wird am 14. August 1902 in Krefeld geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums studiert er in Köln, Heidelberg und Berlin Soziologie, Kunstgeschichte und Philosophie. Seine Theaterkarriere beginnt 1927 beim Stadttheater in Hagen. Zwischen 1928 und 1939 arbeitet er an verschiedenen Berliner Bühnen und ist von 1945-48 Leiter der Wanderbühne "Die Werkstatt". Danach übernimmt er Gastspielrollen und ist im Hörspielbereich tätig. Seine Filmkarriere beginnt 1930 in ES GIBT EINE FRAU, DIE DICH NIEMALS VERGISST. Danach wirkte er u.a. in F.P. 1 ANTWORTET NICHT (1932), HITLERJUNGE QUEX (1933), MÜNCHHAUSEN (1942/43) und nach dem Kriege in IN JENEN TAGEN und EIN HERZ SPIELT FALSCH (1953) mit. Am 9. Februar 1960 stirbt Hermann Speelmans in Berlin-Grunewald.

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Gisela Tantau (* 1.3.1933)
Am 1. März 1933 in Hamburg geboren, nimmt Gisela Tantau früh Ballett- und Schauspielunterricht und ist in den 50er Jahren an verschiedenen Theatern in Hamburg, Gelsenkirchen, Basel und Lübeck tätig. Die Rolle der Angela in IN JENEN TAGEN ist ihr erster Filmauftritt.

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Alice Martha Treff
(4.6.1906 - 8.2.2002)
Geboren wird Alice Treff am 4. Juni 1906 in Berlin als Tochter des Kammermusikers Paul Treff. Sie besucht die Reinhardt-Theaterschule in Berlin und spielt in Darmstadt, Bremen, Wiesbaden, München und Wien, bevor sie langjährige Tätigkeiten zunächst an Hamburger, dann an Berliner Bühnen annimmt. Ihr Filmdebüt gibt sie in PETER VOß, DER MILLIONENDIEB (1932), danach spielt sie u.a. in IRRTUM DES HERZENS (1939), IN JENEN TAGEN, CANARIS (1954) und AUS DEM TAGEBUCH EINES FRAUENARZTES (1959).

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Isa Beate Vermehren (* 21.4.1918)
Am 21. April 1918 kommt Isa Vermehren in Lübeck zur Welt. Neben ihrer - eher seltenen - Tätigkeit als Schauspielerin - nach IN JENEN TAGEN ist sie nur noch in DIE ZEIT MIT DIR zu sehen (1948) - arbeitet sie als Autorin (REISE DURCH DEN LETZTEN AKT). Anfang der fünfziger Jahre geht Isa Vermehren als Ordensfrau ins Kloster, arbeitet in der Folge als Schulleiterin in Bonn und Hamburg und gehört zwölf Jahre lang zum Sprecher-Team der ARD-Reihe "Wort zum Sonntag".

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Friedrich (Fritz) Karl Wagner (* 19.3.1915)
Fritz Wagner wird am 19. März 1915 in Heibronn geboren. Seine Theaterausbildung erhält er von Elly Förster, bevor er in Stuttgart, München und beim Hebbel-Theater und an der Volksbühne in Berlin spielt. Sein Filmdebüt gibt er 1939 in FASCHING und spielt nach 1945 u.a. in IN JENEN TAGEN und FILM OHNE TITEL (1947) mit.

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Franz Weber (24.3.1888 - 10.8.1962)
Franz Weber, geboren 1888 in Haspe/Westfalen, ist zwischen 1926 und 1945 beim Staatstheater in Berlin tätig. Danach hat er Engagements beim Deutschen Theater sowie beim Schlosspark- und Schiller-Theater. Im Film ist er größtenteils vor 1945 zu sehen.
Er stirbt am 10. August 1962 in Berlin.

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Grethe Weiser
(27.2.1903 - 2.10.1970)
Grethe Weiser beginnt ihre Laufbahn als Bühnendarstellerin zu Beginn der 20er Jahre in Berlin. Sie tritt in Kabaretts und Operetten auf, arbeitet als Sängerin und Schauspielerin sowohl im Theater als auch im Film. "Hier verkörpert Grethe Weiser zunächst subalternes Personal: Köchinnen, Hausmädchen und Zofen (MÄNNER VOR DER EHE, 1927; MÄDCHEN FÜR ALLES, 1937) oder Kammerdienerinnen." (CineGraph). In DIE GÖTTLICHE JETTE (1937) spielt sie ihre erste Hauptrolle, agiert aber bald wieder in - allerdings profilierten - Nebenrollen (DIE GROSSE LIEBE, 191941/42; WIR MACHEN MUSIK, 1942). Nach Kriegsende spielt Grethe Weiser zunächst wieder an verschiedenen Theaterbühnen, ab 1948 wieder im Film. Hier präsentiert sie sich als legendäres "Herz mit Schauze", "hart gesotten, aber menschlich solide fundamentiert" (Der Spiegel, 19.5.1949). In den 60er Jahren spielt sie vor allem an Theatern in Berlin und München. Grethe Weiser stirbt am 2. Oktober an den Folgen eines Autounfalls in der Nähe von Bad Tölz.

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