Lehrplanvorschlag 2
Vergleich mit anderen Filmen
Vergleich mit zeitgenössischen Kriegsfilmen
IM WESTEN NICHTS NEUES sollte mit einem zweiten, etwa zur gleichen Zeit in Deutschland entstandenen Film, der sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzt verglichen werden. Folgende Filme sind dafür besonders geeignet.
Einerseits Filme, die sich als Anti-Kriegsfilme verstehen:
- WESTFRONT 1918, Regie: Georg Wilhelm Pabst, D 1931
- DIE ANDERE SEITE, Regie: Heinz Paul, D 1931
- NIEMANDSLAND, Regie: Georg Wilhelm Pabst, D 1931
Andererseits Filme, die den Opfermut, das Heldentum der Soldaten und die Pflicht zum Kampf für das Vaterland hervorheben:
- BERGE IN FLAMMEN, Regie: Giuseppe Becce, D 1931
- MORGENROT, Regie: Gustav Uzicky, D 1933
Vergleich mit den "Preußen-Filmen"
Eine weitere Möglichkeit, die genereller eine "Auseinandersetzung mit soldatischen Tugenden" wie Pflichterfüllung und Gehorsam, und der Legitimität der Forderungen nach "Verteidigung von Volk und Vaterland" beinhaltete, bestünde darin, die sogenannten "Preußen-Filme " und deren zentralen Motive und Aussagen zum Vergleich heranzuziehen.
Ablauf der Unterrichtseinheit
Eine auf einem solchen Filmvergleich aufbauende Unterrichtseinheit muss mindestens 12 bis 14 Stunden umfassen. Kurz skizziert könnte sie beispielsweise wie folgt aussehen:
Rezeptionsphase
1.-3. Stunde:
Sichtung des Films IM WESTEN NICHTS NEUES
4. Stunde:
Festhalten von Ersteindrücken und Austausch im Gespräch
5./6. Stunde:
Sichtung des Vergleichsfilms
7. Stunde:
Festhalten von Ersteindrücken und Austausch im Gespräch
Untersuchungsphase
8./9. Stunde:
Vergleichende Untersuchung der zentralen Motive der Filme
10./11. Stunde:
Materialien: Sequenzprotokolle, Szenenfotos, Filmausschnitte
Auswertungsphase
12./13. Stunde:
Auswertung, abschließende Beurteilung und Weiterführung
In diese vergleichende Arbeit können außerdem die im Medienpaket enthaltenen bildlichen Kriegsdarstellungen, v.a. die Bilder und Grafiken von Otto Dix, einbezogen werden, die auf ihre Weise den Tod und das Leiden der Menschen thematisieren.
Erkenntnisleitende Fragen für die Vergleiche können sein:
- Wie wird der Krieg dargestellt: was wird als bedeutsam herausgestellt und welche Worte und Bilder werden dabei benutzt? Wie wird die gegnerische Seite ("der Feind") dargestellt? Gibt es Bewertungen des Verhaltens von "deutschen" und "feindlichen" Soldaten?
- In wie weit gibt es Entsprechungen zwischen den bildlichen Darstellungen aus der Kunst und flämischen Darstellungsformen? Was beschäftigt Dix, Remarque bzw. die Filmautoren bei ihren Darstellungen des Krieges? Korrespondieren diese Anschauungen mit denen der Rezipienten/Kritiker? Werden Ursachen/Bedingungen des Krieges reflektiert? Wenn ja, wie?
- Welche Motive und Werte sind für die handelnden Personen im Film bestimmend? Wie bewerten sie Ihr Handeln, die Situation, in der Sie leben?
- Wie gehen die Menschen miteinander um, vor allem in Konflikt- und Gefahrensituationen?
- Welche Perspektiven äußern sie? Welche Perspektiven vermittelt der Film?
Bei dieser Art der quellenkritischen Arbeit kann der Film seine Qualität, Gegenstand für Reflexionsprozesse zu sein, in besonderer Weise entfalten.
Anmerkungen