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Presseresonanz

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 25.03.2004:

Queen Elizabeth II. geht es wieder besser. Ihr Gesicht ist nicht mehr so zerkratzt, und auch die königliche Parade im Galeriegebäude Herrenhausen fällt farbenfroher aus. Der 16-Millimeter-Film "Elizabeth II. in Hannover" über den Besuch der engischen Königin vom 27. Mai 1965 in Hannover ist das erste filmhistorische Dokument, das die Gesellschaft für Filmstudien (GFS) restauriert und rekonstruiert hat.
Noch möglichst viele Filmrollen sollen dem Schicksal entgehen, in alten Blechbüchsen dem allmählichen Verfall ausgeliefert zu sein: Die GFS, durch Ausstellungen zur regionalen Kinogeschichte bekannt, hat das Projekt "Hannover-Filme" gestartet. Es war höchste Zeit: Rund 60 Rollen lagern nach Worten von Peter Stettner von der GFS etwa im Stadtarchiv, im Historischen Museum oder im Medienpädagogischen Zentrum.
Die meisten entstanden im Auftrag der Stadt. Der älteste Film ist von 1930, viele erzählen vom Aufbau Hannovers nach dem Krieg oder auch vom euphorischen Aufbruch in der Straßenkunst in den Siebzigern. [...]
Filme wie der über die Königin Elizabeth waren einst geradezu Renner: Im Hodlersaal des Neuen Rathauses wurden sie bis in die Achtziger in öffentlichen Vorführungen gezeigt.
Bloß kümmerte sich bisher niemand um eine professionelle Archivierung. Schwankende Luftfeuchtigkeit und Temperatur machten ihnen zu schaffen. Vielfache Anläufe unternahm die Gesellschaft für Filmstudien, um das Filmerbe zu sichern. Doch fanden sich keine Geldgeber. Nun stehen mindestens 40000 Euro zur Verfügung, zusammengetragen von der Mediengesellschaft nordmedia, der Hannover-Stiftung, der Sparkasse und der Stadt selbst.
Das wird nur für wenige Filme reichen, kostet doch die Restaurierung pro Stück zwischen 5000 und 10000 Euro. Zumindest die wichtigsten sollen erhalten bleiben und Wissenschaftlern, Schulklassen und TV-Produzenten zur Verfügung stehen. Für November ist eine öffentliche Präsentation geplant. Bis dahin müssen in Puzzlearbeit Sicherungs-, Gebrauchskopien sowie Videofassungen hergestellt werden. Im Fall von Queen Elizabeth II. etwa bildeten sieben Filmrollen die Grundlage für die königliche Verjüngungskur. (sto)

Filme sind großer Erfolg (HAZ 10.11.2004)

Weil das Interesse an den drei historischen Hannover-Filmen so groß war, werden sie im Januar nochmals im Kommunalen Kino im Künstlerhaus (KoKi) gezeigt. Darauf haben sich Peter Stettner von der Gesellschaft für Filmstudien (GFS) und das KoKi geeinigt. Am 21. und 22. Januar um jeweils 18 Uhr werden sie die drei Filme „Gesicht einer Stadt“ (1932), „Mosaik einer Stadt“ (1960) und „Die Kunst geht auf die Straße“ (1970) vorführen.

„Wir hätten das Kino am vergangenen Donnerstag viermal füllen können“, sagt Stettner. Binnen einer halben Stunde war die Vorstellung ausverkauft. Deshalb soll es im Januar eine neue Chance geben. „Zudem wollen wir 2005 versuchen, kontinuierlich unsere Arbeitsergebnisse zu zeigen“, berichtet der Historiker, der gemeinsam mit Klaus Fesche für die GFS historische Hannover-Filme restauriert und rekonstruiert.

Die Hälfte der rund 70 historischen Filme, die überwiegend aus dem Historischen Museum, dem Kulturarchiv der Fachhochschule und dem Stadtarchiv stammen, haben Stettner und Fesche gesichtet. „Im Anschluss an die Vorführung haben sich jetzt auch Privatpersonen gemeldet, die interessante Filme anbieten’“, sagt Stettner. „Danach war uns klar, dass es weitaus mehr Filme über Hannover in Privatbesitz gibt, die für Historiker interessant sind, als wir angenommen hatten.“ [...] hs

 

Zwei Filme sind Zeugen von Hannovers Stadtgeschichte (Neue Presse vom 19.11.2004)

VON NORA LYSK

HANNOVER: Über die Jahrzehnte hat Hannover sein Gesicht häufig verändert: Die Zerstörungen des Krieges, der Wiederaufbau in den 50ern, die Aufbruchstimmung der 70er Jahre. Fast ein ganzes Jahrhundert Stadtgeschichte – festgehalten in zwei Filmen. Die Gesellschaft für Filmstudien (GFS) hat sie gerettet.

1960 drehte der Regisseur Herbert Seggelke „Mosaik einer Stadt“. Ein künstlerisch ambitionierter Streifen und Spiegelbild der Anfangsjahre nach dem Krieg. Kein „Aufbaufilm“, wie er in regelmäßigen Abständen von der Stadt selbst produziert wurde, sondern eine Gesamtdarstellung über die drängenden Fragen der Zeit: Wie soll Hannover aussehen? Völlig Neues entwickeln oder einfach das Alte wieder aufbauen?

Die 70er Jahre in Hannover wurden dann durch den Sucher der Kamera von Regisseur und Filmproduzent Horst Latzke festgehalten. Liebevoll hat sein Film „Die Kunst geht auf die Straße“ die Stimmungen und Bilder des Straßenkunstprogramms der Stadt eingefangen. Interviews mit Passanten, die sich die öffentliche Kunst mal mehr und mal weniger aneignen, Gespräche mit dem damaligen Oberstadtdirektor Martin Neuffer und Einblicke in die Intentionen und Arbeiten der Künstler.

Gemeinsam ist diesen beiden Filmen nicht nur, dass sie ein Spiegel ihrer Zeit sind, sondern auch die hervorragende Qualität der Aufnahmen. Zuständig sind dafür aber die Mitarbeiter der Gesellschaft für Filmstudien (GFS), die in monatelanger Bastelei die Zelluloid-Streifen am Schneidetisch bearbeitet haben. Zum Teil sieben verschiedene Filmkopien wurden zu einer vorführbaren Kopie wieder zusammengefügt. Das Ergebnis: kein zerkratzter Ton, keine rissigen Bilder. „Unsere Arbeit war ein Rettungsversuch. Und der Versuch ist geglückt“, freut sich Peter Stettner, Leiter der GFS. [...]