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Amateur filmt Herrenhausen. „Begegnung“ erntet bei Uraufführung viel Beifall. (Hannoversche Presse Nr. 80, 7. April 1959.)

Vor zwei Jahren surrte im Herrenhäuser Garten zum ersten Mal die Filmkamera des Aufnahmeteams Horst Latzke. Ein Film mit dem Titel „Begegnung mit Herrenhausen“ war in Arbeit gegangen. Horst Latzke fand bei seinem Filmprojekt viel Unterstützung, die der Stadt Hannover, des Prinzen Ernst August, des Heimatmuseums, des Landesmuseums, des Gartenarchitekten K.H. Meier, des Landestheater, der Landesbühne, des NDR, des Staatsarchivs, der Stadt Celle und des Celler Landesgestüte. Im „Uhlenhorst“ erlebte der halbstündige Kulturfilm des jungen Amateurs, im Hauptberuf ist er Feinmechaniker, seine Uraufführung. Mehr als 2000 Meter Schmalfilm wurden belichtet und dann auf das geplante Maß zusammengeschnitten. Strenge Selbstkritik ließ den Streifen schließlich zu einem wirklich beachtlichen Film werden. Das Celler Schloß, die goldene Staatskarosse, Reiter in der Heide, Herolde, Hofdamen, Barockfeuerwerk – es war alles drin, was zum Thema gehört. Horst Latzke durfte sich, als nach der Uraufführung das Licht wieder anging, über den verdienten Beifall der Zuschauer wirklich freuen.

 

„Begegnung mit Herrenhausen“. Junge Amateure drehten einen halbstündigen Kulturfilm. (HAZ, 6. April 1959)

Im Winter 1957/58 baute ein junger Herr im Herrenhäuser Garten ein schweres Stativ auf und schraubte oben auf den Neigekopf eine Schmalfilmkamera, deren Objektiv sich auf verschneite Wege und weißbestäubte Hecken richtete. Jetzt, an diesem Sonntagvormittag, saß derselbe Herr still auf einer der vorderen Stuhlreihen im „Uhlenhorst“ und wartete darauf, daß es dunkel würde und die Frucht anderthalbjähriger Anstrengungen auf der Leinwand erschien: Horst Latzke, von Beruf Feinmechaniker, hatte seine gesamten Ersparnisse und allerhand Nerven und Energie auf seinen Kulturfilm „Begegnung mit Herrenhausen“ verwandt. Mehr als zweitausend Meter 16-mm-Farbfilm wurden belichtet, um einen halbstündigen Film zu gewinnen; eine Menge Leute, vom Prinzen Ernst August bis zum Museumshüter Bähre, mußten in Bewegung gesetzt werden, von vielen Seiten kam schließlich Hilfe. Ausdauernde Mitarbeiter beteiligten sich an der langwierigen Arbeit. Das Projekt gab ihnen recht. Was die jungen Filmleute in der „guten Stube“ Hannovers aufnahmen, ist mehr geworden als eine bloße Aneinanderreihung lebender Postakrten – sie gestalteten mit viel künstlerischem Geschmack und einigem technischen Können einen Film, der den Hannoveranern neue Ausblicke auf die Schönheit ihrer Stadt eröffnet und dem Fremden ein starken Anreiz werden könnte, unsere Stadt zu besuchen. Die Geschichte des Großen Gartens wird mit einem großen Aufgebot stilecht kostümierter Statisten lebendig gemacht: aus dem Celler Schloß fährt die goldene Staatskarosse aus, ein Reiter prescht durch die Heidelandschaft nach Hannover, Herolde blasen ihre Fanfaren auf dem Beginenturm, in Herrenhausen versammeln sich zu Händel-Musik Hofdamen und Hofherren, die begeistert dem großen Barockfeuerwerk zusehen. Horst Latzke konnte, als es wieder hell geworden war, starken Beifall der Besucher entgegennehmen. Stadtverwaltung und Verkehrsverein zeigten sich sehr interessiert: Prinz Ernst August hatte die Filmleute schon vorher zu ihrem Werk beglückwünscht.