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Hintergrundinformationen

 

Der Blumenkorso 1953 fand am Sonntag, dem 23. August, statt und bestand in diesem Jahr aus 70 festlich geschmückte Wagen und 20 Musikkapellen, zusammengefasst in fünf Festzugteilen unter den Überschriften: „Symbol“, „Träume und Märchen“, „Segen der Arbeit“, „Freiheit und Frohsinn“ und „Heimatlied“. Im Eilenriedestadion abgehalten wurde das in fünf Bildern konzipierte Festspiel „Garten des Lebens“, für das Organisator Erich Limberg verantwortlich zeichnete und dessen Schlusspunkt in dem Gesang „Kein schöner Land in dieser Zeit“ bestand.

Im Festzug vertreten waren „Wagen im Wert von 300 bis 3000 Mark“, wie Wolfgang Dieling im Vorankündigungsartikel der HAZ schrieb, der die Leser aufforderte: „Auf denn, hin zum Blumenkorso! Und nicht gleich schimpfen, wenn die erste Kapelle sich gerade dort ausruht, wo wir an der Straße stehen. Versuchen wir es alle mit der Freude. Dann hat der Blumenkorso seinen Zweck erfüllt.“ (Wolfgang Dieling in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Ausgabe Nr. 194 vom 21. August 1953)

In der Festschrift zum Blumenkorso 1957 wird rückblickend auf Blumenkorso 1953 herausgestellt:
„Dieser Korso bewies, dass Hannover seinen Blumenkorso-Stil gefunden hatte. Eine Zeitung schrieb:
`Nicht allein der rein ästhetische Schaugenuss war angestrebt worden, in vielen Fällen verband sich mit diesem Streben auch der Wunsch nach Originalität und Kuriosität. Es muss allen Beteiligten dankbar bescheinigt werden, dass ihnen diese Synthese vollauf glückte und in keinem Falle der gute Geschmack vergessen wurde. Diese fröhlich-auflockernden Zutaten gehören nun schon traditionsgemäß zum hannoverschen Blumenkorso, der inzwischen seine eigene Note entwickelt hat. Er weiß das Karnevalistische zu vermeiden und hält in der Buntgestaltigkeit immer wieder die Verbindung zur Blume.´
Zwei Kaufhäuser, die Firmen Magis und Knoop, mit ihren wunderschönen Wagen `Königin Mode´ und `Kaiserpfalzer´ errangen die beiden ersten Preise, alle zwei zauberhaft vollendet und Höhepunkte in der nach Jahren kurzen Geschichte der hannoverschen Blumenkorsos. Auch der dritte Preis, die `Giraffen´ des Zoos, fanden viel Beifall und wohlverdiente Anerkennung.“
(Festschrift zum Blumenkorso durch die Landeshauptstadt Hannover am 8. September 1957, S. 11)

Dass der Blumenkorso jedoch keineswegs pannenfrei verlaufen war und sich auch nicht nur Stimmen des Lobes äusserten, zeigt der folgende Auszug aus der Niederschrift über die Dezernentenbesprechung vom 25. August 1953, in der als sechster Punkt der Blumenkorso auf der Tagesordnung stand:
„Oberstadtdirektor Wiechert führte aus, dass der Blumenkorso im großen und ganzen wohl gelungen sei. Nicht befriedigt habe aber der Wagen der Stadt, der zuletzt wegen zu starker Belastung hilflos auf der Joachimstraße liegengeblieben sei. (...)

Direktor Lauenroth äusserte, dass die Personen, die den Wagen der Stadt entworfen hätten, vom Blumenkorso keine rechte Vorstellung gehabt hätten; denn sonst wären die hohen Aufbauten vermieden. Die Wagen eines Blumenkorsos müssten flach und frei sein, um sie auch schon auf größere Entfernung sehen und erkennen zu können. Wagen mit zu hohen Aufbauten seien nur von der Seite und lediglich auf ganz kurze Entfernung genau zu betrachten. (...)

H.V.-Direktor Seitz bemerkte, dass auch die Preisverleihung zu lange gedauert habe. Oberbürgermeister Weber seien auch die Preise nicht wertvoll genug gewesen. Oberstadtdirektor Wiechert antwortete, dass die Preisträger künftig bekannt gegeben und in die Stadthalle gebeten werden sollten. Es müsse rechtzeitig überlegt werden, was im nächsten Jahr, wo der Korso im Zeichen des Bundes-Sängerfestes stehe, besser gemacht werden könne.“