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Materialien

 

  • Hannoverscher Kurier, Ausg. Nr. 120 v. 11.3.32:
    „Wie eine Stadt entsteht“
    HANNOVER WURDE GEFILMT
    Ein Film der Stadt Hannover
    siehe unten
  • Deutsche Bauhütte Nr. 10/1932, S. 124:
    Das Gesicht einer Stadt, "Hannovers Werden und Sein im Film"
    siehe unten
  • Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 5./6. 9.1981:
    Hannoversche Heimatkunde flimmert in "beweglichen Bildern"
  • Zulassungskarte der Filmprüfstelle Berlin vom 31. März 1932, Prüf-Nr. 31316
  • Stadtarchiv Hannover:
    StadtAH HR 2 Nr. 1021 Akten betr. Verkehrswerbung durch Lichtbild, Film u. Rundfunk

Artikel
Das Gesicht einer Stadt,. „Hannovers Werden und Sein im Film“, aus: Deutsche Bauhütte 10/1932, S. 124

Hannoverscher Kurier vom 11. März 1932:
"Wie eine Stadt entsteht"
Hannover wurde gefilmt
Ein Film der Stadt Hannover

In Verbindung mit den Döring-Filmwerken hat die Stadt Hannover einen Film drehen lassen, der ein Lehrfilm und ein hannoverscher Film zugleich ist. Der Verfasser ist Verkehrsdirektor Dr. Langemann , der in Verbindung mit einer aus Magistratsmitgliedern und Fachleuten bestehenden Kommission ein vorbildliches Werk geschaffen hat. Es nennt sich: " Wie eine Stadt entsteht ". Zum Vorbild ist die Stadt Hannover genommen. Der Film führt rasch in den Stoff hinein. Ein Stadtplan erscheint, mitten verdunkelt sich der älteste Kern, der Anfang der Stadt. Wir sehen in Bildern, wie dieser Kern aussieht, lernen die Architektur der Zeit kennen. Der Stadtplan erscheint immer wieder; Stadtmauern ziehen sich um das Innere; die Stadt erweitert ihre Wallanlagen, wird Festung. Immer wieder tauchen im Wandel der Jahrhunderte die Wandlungen des Baustiles auf, die Zeiten ändern sich und das Gesicht der Stadt. Die Wallanlagen fallen, und in Riesenschritten eilt die Stadt neuer Erweiterung zu.

Aus der Stadt des Mittelalters wird die moderne Stadt , die Straßen weiten sich, der Verkehr wandelt das Bild der Stadt, die Häuser türmen sich, werden höher und höher; aus der Landstadt wird die Großstadt . Und so werden wir spielend in der Geschichte der Städte unterrichtet. Es wird gezeigt, wie die Alten für uns bauten und wir für die jungen, und schließlich erscheint ein spielendes Kind, das mit Bauklötzchen baut, und so wird es einst weiter bauen für die, die nach ihm kommen. Der Lehrfilmcharakter ist offenkundig. Auch die Schule steckt darin, wie der Lehrer in der Geschichtsstunde den Kindern das Werden einer Stadt anschaulich macht.

Das Ganze ist ein Tonfilm, vertont von der Tobis. Es wird jedoch auch eine stumme Fassung hergestellt für besondere Vortragszwecke und auch ein Schmalfilm für den Gebrauch in den Schulen. Der Norddeutsche Lloyd hat sich bereits stark für den Film interessiert und sich erboten, ihn auf seinen großen Schiffen zu zeigen, um die fremden Gäste, die nach Deutschland kommen, mit der Geschichte deutscher Stadtwerdung vertraut zu machen und ihnen zugleich ein Bild zu geben von deutscher Stadtkultur überhaupt. Die Tobis wird diesen Film in einen Filmverleih geben, damit er in den Programmen der Lichtspielhäuser gezeigt wird.