Diese Seite drucken

Zum Film und seiner Überlieferung


Der Große Garten ist ein Film des auch international bekannten Kultur- und Dokumentarfilmregisseurs Herbert Seggelke (1905-1990). Neben seinem wohl berühmtesten Film Strich - Punkt - Ballett (1943/49) arbeitete und filmte Seggelke u.a. mit Jean Cocteau, Marcel Marceau, dem satirischen Graphiker A. Paul Weber, dem Tänzer Harald Kreutzberg und den Clowns Charlie Rivel und Grock. In der Vielfalt der Künste fand Seggelke seine Themen. Die filmischen Dokumentations- und Ausdrucksmöglichkeiten erschienen ihm prädestiniert, eine neue Dimension künstlerischer Realität zu schaffen, indem die Einzelkünste im künstlerischen Film zu einer Symbiose verschmelzen: zu einer "Hochzeit der Künste".

In Der Große Garten ist es die barocke Gartenanlage in Verbindung mit Händels Wassermusik, die durch die filmischen Mittel zum Ausdruck gebracht wird. Dabei wird auf einen gesprochenen Kommentar verzichtet und stattdessen ganz auf das künstlerisch gestaltete Bild in Verbindung mit Musik gesetzt. In den Überblendungen von gärtnerischen Elementen mit Musiknoten verschmelzen idealtypisch die künstelrischen Ausdrucksfornmen im Bild, um nur ein Beispiel zu nennen. In den Erinnerungen an die Entstehung des Films weist Sabine Seggelke auf verschiedene konzeptionelle Überlegungen und die filmästhetische Umsetzung bei der Realisierung des Films hin.

Der Film Der Große Garten fand bereits kurz nach seiner Fertigstellung nationale und internationale Anerkennung. Er erhielt die Bundesfilmprämie im Jahr 1965, die Filmbewertungsstelle in Wiesbaden verlieh das Prädikat "Besonders wertvoll", der Film lief auf zahlreichen Filmfestivals, u.a. in Venedig, Barcelona und Melbourne sowie im Programm von "Internationales". Schließlich erhielt der Film eine Oscar-Nominierung der Bundesrepublik im Jahr 1965 und war im gleichen Jahr das Gastgeschenk der Stadt Hannover an Queen Elizabeth II.

Die Originalkopien des Films wurden von Sabine Seggelke, der Witwe des Filmemachers, zusammen mit dem übrigen filmischen Nachlass dem Bundesarchiv-Filmarchiv zur Archivierung übergeben. Eine dort aufbewahrte, technisch sehr gut erhalten 35mm-Kopie ließ die Gesellschfat für FIlmstudien e.V. fast 50 Jahre nach Herstellung des Films hochwertig digital abtasten. Auf dieser Basis konnte die vorliegende DVD hergestellt werden. Für die Einwilligung hierzu danken wir ganz herzlich Sabine Seggelke.

 

Dr. Peter Stettner