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Einsatz im Geschichtsunterricht Klasse 10 (Gymnasium)

 

Das folgende Beispiel zeigt, wie der Film zur Veranschaulichung und thematischen Orientierung innerhalb einer größeren Unterrichtseinheit eingesetzt werden kann (realisiert im Mai 2005 von Stefan Helge Kern). In diesem Fall wird nur der ca. dreiminütige Anfang des Films benutzt.


Übersicht

Thema der übergeordneten Unterrichtseinheit: Vom Kriegsende zur doppelten Staatsgründung
Thema der Unterrichtsstunde: Die Lebensbedingungen in Hannover nach dem Krieg als thematischer Einstieg in die Unterrichtseinheit
Kurzbeschreibung und Lernziele: Die Schülerinnen und Schüler gewinnen eine Vorstellung vom Ausmaß der Zerstörung in Hannover und bilden davon ausgehend Hypothesen über die Umstände und Probleme des Lebens unter solchen Bedingungen. An die Problematisierung mit Hilfe des Filmmaterials wird eine intensive Quellenarbeit zur Bestätigung, Widerlegung bzw. Ergänzung der Hypothesen angeschlossen. Hier bietet sich die Arbeit mit Zeitungen an.
Lerngruppe: Geschichte, 10. Klasse, Gymnasium


Didaktisch-methodische Überlegungen

Der etwa dreiminütige Anfang des Dokumentarfilms "Hannover 1949-50" zeigt in einer Abfolge von wenigen Einstellungen Hannover vor dem Krieg, die Zeit der Luftangriffe, die Ruinen und den mit der Trümmerräumung beginnenden Neuaufbau. Der Film schlägt somit die Brücke von der Vor- bis zur Nachkriegszeit. Die Schülerinnen und Schüler erhalten damit eine thematische Orientierung und bekommen ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung der Stadt. Wären im Film nicht die Menschen zu sehen, die mit der Trümmerräumung beginnen, könnte man meinen, dass in so einer Stadt kein Mensch leben kann. Vor diesem Hintergrund bilden die Schülerinnen und Schüler Hypothesen über die Lebensbedingungen und Probleme in der Stadt. Eventuell können sie diese Hypothesen durch die Erfahrungen von Verwandten und Bekannten, die nach dem Krieg in Hannover gelebt haben, ergänzen.

Die Präsentation des Films mit einem Videobeamer weckt das Interesse der Lerngruppe, bündelt die Aufmerksamkeit und markiert deutlich den Stundenbeginn. Alternativ können die Schüler den Film auch in Partnerarbeit in einem Computerraum von der Website herunterladen und anschauen. Nach der Vorführung des Filmausschnitts sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke formulieren. In dieser Phase können sich auch leistungsschwächere Schüler gut beteiligen. Den Filmaufbau können vermutlich nur leistungsstärkere Schüler prägnant charakterisieren und zusammenfassen. Die Lehrperson sammelt und fixiert die Hypothesen über die Lebensumstände in der Stadt. Gegebenenfalls wird die Sammlung durch Schülervorträge ergänzt.


Verlauf der Unterrichtsstunde

Unterrichtsphase Medien / Arbeitsaufgaben

Einstieg

Film "Hannover 1949-50" (3 Minuten, entspricht 0-5 im Sequenzprotokoll): Hannover vor dem Krieg; Luftangriffe; Trümmerlandschaft; Trümmerräumung; Neuaufbau

- Formuliert Eindrücke und Beobachtungen.
- Beschreibt Inhalt und Aufbau des Films.
- Stellt Vermutungen über die Lebensbedingungen und die dringendsten Aufgaben in der gesehenen Situation an.
- Hypothesen zur weiteren Überprüfung auf Folie fixieren

Anknüpfung, Wiederholung

- Bezieht die Ergebnisse der Potsdamer Konferenz ein: Wiederholt die politischen Rahmenbedingungen des Lebens im Nachkriegsdeutschland.

evtl. Kurzreferate

- Vorangegangene Hausaufgabe: Befragt Angehörige, die nach dem Krieg in Hannover gelebt haben, nach den Lebensbedingungen in der Stadt in den ersten Jahren nach dem Krieg.

Erarbeitung

- Überprüft die Hypothesen anhand der Quellen.

Präsentation, Ergebnissicherung

- Gegenüberstellung der Hypothesen und der Ergebnisse der Quellenarbeit

Hausaufgabe: Narrativierung

- Schlüpfe in die Rolle eines Journalisten Ende 1946. Erfinde ein Interview mit Oberstadtdirektor Gustav Bratke: Herr Bratke, beschreiben Sie doch einmal für unsere Leser die Lage der Hannoveraner.