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Sequenzprotokoll

 

Der Film untergliedert sich in fünf durch Zwischentitel ausgewiesene Kapitel, die in die Nummerierung der Sequenzen aufgenommen und teilweise nochmals unterteilt wurden.

 

Nr.
Inhalt
Länge
Zeit im Film
1.
SW-Ansichten aus Linden.
Einleitende Worte zur proletarischen Prägung Lindens und seiner politischen Landschaft vor 1933. Das Ehepaar Fritz und Anni Röttger weist auf das allmähliche Aussterben der echten Lindener hin (geboren vor dem Neujahrstag 1920 / der Eingemeindung nach Hannover). Ausschnitt einer IG-Metall-Parade mit Spielmannszug durch Linden. Vorspann.
3.33
0.00 - 3.33
2./I.1
„I. Dann kriegten wir 20 Pfennig, um auch mal ein kleines bißchen Freude zu haben….“
Probe und Auftritt des Unterhaltungsorchesters „Zum Holländer“ in einer Kneipe.
Fritz und Anni Röttger kommentieren die Aussicht vom Balkon über Linden und erinnern u.a. die ersten Ausflüge auf den Deister. Walter Ballhause berichtet von der Industrialisierung nach der deutschen Reichsgründung und dem Aufbau Lindens als Arbeitersiedlung. Er veranschaulicht Einzelheiten anhand seiner Fotografien.
8.30
3.33 - 12.03
3./I.2
Fritz und Anni Röttger erinnern sich an die sonntägliche Körperpflege, die beengten Lebensverhältnisse in den Wohnungen, das Lebensmittelangebot und an die Kinobesuche, die 20 Pfennig kosteten. Henni Ballhause berichtet von der tödlichen Lungenentzündung ihrer Mutter.
Auftritt des Unterhaltungsorchesters „Zum Holländer“.
6.37
12.03 - 18.40
4./II.
„II. Solidarität, das war das große Wort….“
Walter Ballhause und Karl Borchert erzählen von der sozialistischen Jugendgruppe „Die roten Falken“, der beide angehörten, und von ihrer weltanschaulichen Prägung. Borchert erinnert die erste Begegnung mit der SA.
5.18
18.40- 23.58
5./III.
„III. Ausgelernt, ….dann kam der erste Rausschmiß.“
Außen- und Innenaufnahmen aus der Hanomag.
Heinrich Hartmann zeigt sein Fotoalbum und Ausschnitte aus der Unternehmensgeschichte von Hanomag. August Holweg und Walter Pauling schildern Arbeitsalltag und -bedingungen bei Hanomag, Dora Gassmann ihre Tätigkeit beim Rüstungsbetrieb Körting und ihre Sozialisierung in der Arbeiterbewegung Gewerkschaftsumzug der IG Metall.
16.26
23.58 - 40.22
6./IV.1
„IV. Es gab ja nur den Arbeitersport…“
Walter Ballhause berichtet über die gegen das bürgerliche Milieu abgegrenzte Turn- und Gesangskultur innerhalb der Arbeiterbewegung. Er selbst wandte sich – dank der Inspiration durch Erich Knaufs Buch „Empörung und Gestaltung“ – der Fotografie zu und dokumentierte sein Lindener Umfeld in den 20er Jahren. Er legt das Foto eines Streitgesprächs unter Arbeitern vor, das er für das wichtigste Dokument dieser Zeit hält.
5.25
40.22 - 45.47
7./IV.2
Aufnahmen aus einer Sporthalle. Heinrich Bruer erinnert sich an seine Zeit im Arbeitersportverein nach dem Ersten Weltkrieg und beklagt die fehlende Gemeinschaft der heutigen Turner.
4.50
45.47 - 50.37
8./IV.3
Übungsstunde der Liedertafel „Limmer und Teutonia“.
Heinz Rudolph, Fred Kaiser und Kurt Schwarz berichten aus der Geschichte des Lindener Arbeitergesangsvereins bis 1933 und von der dynamischen Kraft des Liedguts. Übungssingen des Chors „Symphonia“ in der Gaststätte Rackebrandt.
7.11
50.37 - 57.48
9./V.
„V. Gebt Acht! Über Nacht ist der Faschismus in Deutschland!“
Die Kohlenhandlung Velberstraße liefert aus.
Heinrich Frede erinnert sich an den Winter 1932/33 und das soziale Elend. Walter Ballhause berichtet über den antifaschistischen Widerstand durch den Reichsbanner und die Spaltung der Arbeiterbewegung. Käte Brenner schildert politische Kundgebungen der frühen 30er Jahre und die prophetische Warnung einer italienischen Sozialistin: „Über Nacht ist der Faschismus in Deutschland.“ Walter Ballhause erinnert einen Angriff durch ein Überfall-Kommando der Polizei. Karl Borchert beklagt das Scheitern der Aktionseinheit der Arbeiterklasse und das Ausbleiben eines organisierten Widerstandes gegen Hitler.
11.36
57.48 - 69.24
10.
Konzert von Chet Baker im Jazz-Club Hannover am 4. Januar 1988. Nachspann.
3.07
69.24 - 72.31