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Regie und künstlerische Mitarbeit


Alain Resnais (Regisseur)

Der Franzose Alain Resnais, geboren 1922 in Vannes, besuchte in den letzten zwei Kriegsjahren eine französische Filmhochschule und begann danach Dokumentarfilme über Kunst-Sujets zu drehen, z.B. über van Gogh und Gauguin. Nachdem sein Film „Guernica“ (1950) bereits ein politisches Thema gehabt hatte, drehte Resnais mit „Nacht und Nebel“ eine der wohl bekanntesten KZ-Dokumentationen. Sein erster Spielfilm folgte 1959 mit „Hiroshima mon amour“. In den folgenden Jahren wurde Resnais zu einem der wichtigsten Vertreter der Nouvelle Vague, des jungen intellektuellen Autorenkinos in Frankreich.

Jean Cayrol (Original-Text)

Der französische Dichter Jean Cayrol wurde 1911 in Bordeaux geboren und war in der Zeit der deutschen Okkupation in der Résistance aktiv, bis er 1942 verhaftet und im KZ Mauthausen zur Zwangsarbeit in einem Steinbruch gezwungen wurde. Der Film „Nacht und Nebel“ bedient sich Cayrols „Poèmes de la nuit et du bruillard“. Eine zweite Zusammenarbeit mit Resnais ergab sich auf Grundlage von Cayrols „Muriel ou le temps d’un retour“ (1963).

Hanns Eisler (Musik)

Hanns Eisler, 1898 als Sohn des österreichischen Philosophen Rudolf Eisler geboren, war Schüler des österreichisch-jüdischen Komponisten Arnold Schönberg, des Begründers der Dodekaphonie (Zwölftonmusik), und Kommunist, jedoch zu keinem Zeitpunkt Mitglied der Kommunistischen Partei. Bevor Eisler 1933 Exil in mehreren europäischen Ländern und schließlich in den USA suchte, komponierte er antifaschistische Musik und Lieder für die Arbeiterbewegung. Während seiner Exilzeit kam Eisler mit zahlreichen berühmten Exilanten in Berührung, darunter Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Peter Lorre, Fritz Lang, Theodor W. Adorno, Thomas Mann und Bertolt Brecht, mit den ihn eine lange Freundschaft verbinden sollte. In der Nachkriegszeit wegen „unamerikanischer Umtriebe“ angeklagt und aus den USA ausgewiesen, ging Eisler 1948 in die sowjetische Besatzungszone von Berlin. 1949 schrieb er die Nationalhyme der DDR und war ein Jahr später Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste. In den Jahren 1950 und 1958 erhält er den Nationalpreis 1. Klasse der DDR. Eisler starb 1962 in Berlin.

Paul Celan (deutsche Textfassung)

Paul Celan gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker der Nachkriegszeit. 1922 wurde er als Paul Ancel im damals rumänischen, heute ukrainischen Czernowitz geboren. Ende der 30iger Jahre begann Celan in seiner Heimatstadt ein Romanistik-Studium, das er 1941 abbrechen musste, als rumänische und deutsche Truppen die Stadt besetzten und die Juden von Czernowitz ghettoisierten. Celans Eltern, die 1942 deportiert wurden, starben im Lager. Celan leistete während der Kriegsjahre Zwangsarbeit im Straßenbau. 1944 erlebte er die Befreiung durch die Rote Armee, drei Jahre später flüchtete er vor der stalinistischen Diktatur über Ungarn nach Wien und schließlich Paris, wo 1948 sein erster Gedichtband „Der Sand aus den Urnen“ erschien. 1952 veröffentlichte Celan seinen zweiten Gedichtband „Mohn und Gedächtnis“, in dem auch sein berühmtestes Gedicht „Todesfuge“ enthalten war. Immer wiederkehrende Motive in den Gedichten Celans waren der Tod und die Judenvernichtung. 1960 wurde Celan der Büchner-Preis verliehen. 1970 starb er vermutlich durch Selbstmord.