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Filmkritiken


Simone de Beauvoir sieht in „Shoah“ ein Meisterwerk, das „weder Fiktion noch Dokumentation“ sei: Lanzmann montiere die Stimmen der Zeugen, der Opfer und der Techniker des Holocaust zu einem „mehrstimmigen Trauergesang“, der Vergangenes mit Gegenwärtigem und Schrecken mit Schönheit verschmelze.


Für Jim Hoberman ist „Shoah“ „der anspruchsvollste Film, der jemals über die Judenvernichtung gedreht wurde“. Hoberman lobt Lanzmanns behutsame Annäherung an „das Unvorstellbare“, erwähnt aber auch das „Gefühl der moralischen Verpflichtung“, sich den Film anzusehen.


Im Mittelpunkt der Besprechung von Wolfram Schütte steht Lanzmanns Technik, das „Unfassbare“ durch Menschen und Orte „so heraufzubeschwören (…), das das Geschehen ein innerlicher Teil der Zuschauer (…) wird“. Schütte weist darauf hin, dass das „Kino als ein Ort der Vergegenwärtigung“ auf die „Phantasiearbeit“ des Zuschauers angewiesen sei.


Ch. Schultz-Gerstein stellt fest, dass „Shoah“ die deutschen Zuschauer in ihrer „Eigenschaft als die moralischen Sieger der Nazi-Verbrechen grausam beschämt“, und hebt in diesem Zusammenhang Lanzmanns Täterinterviews hervor.