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Schauspieler- und Stabbiographien


Paul Klinger (Hans Wieland):

Unter dem Namen Paul Karl Heinrich Klinksik 1907 in Essen geboren, begann Klinger seine Karriere am Theater und erwarb sich am Deutschen Theater in Berlin Bekanntheit. Seine erste Filmrolle erhielt er 1933 in dem Heimatdrama „Du sollst nicht begehren“, das auch unter dem Titel „Blut und Scholle“ aufgeführt wurde. Während der NS-Zeit spielte Klinger z.B. in „Der alte Fritz (Fridericus)“ von 1936 oder in Veit Harlans Filmen „Die goldene Stadt“ und „Immensee“ mit. In der Nachkriegszeit erreichte Klinger sein Publikum mit Rollen in „Pünktchen und Anton“ (1953) und „Das fliegende Klassenzimmer“ (1954) und betätigte sich als Synchronsprecher von Charlton Heston, Cary Grant und anderen. 1971 verstarb Klinger an einem Herzinfarkt. Drei Jahre später wurde das Paul Klinger Künstlersozialwerk e.V. gegründet, da sich Klinger Zeit seines Lebens für sozial benachteiligte Künstler eingesetzt hätte.

 

Alfred Balthoff (Kurt Bernstein):

Der 1905 in Oberschlesien geborene Balthoff absolvierte seine Schauspielausbildung im Wien der 20er Jahre. Unter dem Nationalsozialismus spielte Balthoff unter dem Namen Alfred Berliner am Jüdischen Kulturbund bis zu dessen Zwangsschließung 1941. Den Krieg überlebte Balthoff im Berliner Untergrund. Seine Rolle in „Ehe im Schatten“, die zugleich Balthoffs Kinodebut war, kann in dieser Hinsicht beinahe autobiographisch angesehen werden. Balthoff wirkte auch in den DEFA-Spielfilmen „Wozzek“ (1947) und „Unser täglich Brot“ (1949) mit, bevor er in den Westen wechselte und sich weiterhin als Film- und Theaterschauspieler sowie als Synchronsprecher betätigte. Balthoff starb 1989 in Wien an Herzversagen.

 

Kurt Maetzig:
(Regisseur und Drehbuchautor)

1911 in Berlin geboren, kam Maetzig durch die Tätigkeit seines Vaters früh mit dem Medium Film in Berührung, denn Robert Maetzig war Inhaber einer Filmkopierfabrik. Nach einem Chemie-Studium, Ingenieursausbildung und Volks- und Betriebwirtschaftslehre in München promovierte Maetzig 1935 über „Das Rechnungswesen einer Film-Kopieranstalt“, nachdem ihm aufgrund der jüdischen Abstammung seiner Mutter 1934 jede Arbeit beim Film verboten worden war. 1944 entzog sich seine Mutter der Deportation durch Selbstmord, Maetzig trat der illegalen KPD bei. 1946 gehörte er zu den fünf Gründungsdirektoren der DEFA. Im gleichen Jahr konzipierte Maetzig die ostdeutsche Wochenschau „Der Augenzeuge“, ein Jahr später drehte er mit „Ehe im Schatten“ seinen ersten Film. Seine stalinistische Phase drückte sich in dem durch die SED-Führung in Auftrag gegebenen zweiteiligen Epos „Ernst Thälmann, Sohn seiner Klasse/Führer seiner Klasse“ (1954/55) aus. Bis 1976 realisiert Maetzig über zwanzig Spielfilme für die DEFA. Mit seinem 1965 nach einem verbotenen Roman von Manfred Bieler gedrehten „Das Kaninchen bin ich“ fiel Maetzig in Ungnade. Nach 1976 zieht sich Maetzig auf repräsentative Funktionen zurück, zum Beispiel als Präsident des Nationalen Spielfilmfestivals.

http://www.kurt-maetzig.de/indexm.html

 

Wolfgang Zeller:
(Musik)

Wolfgang Zeller begann seine Karriere nach dem Ersten Weltkrieg als Orchester-Dirigent des Deutschen Opernhauses und der Volksbühne in Berlin. In den 20iger Jahren komponierte er zunächst für Bühnenstücke, dann ab 1926 auch für Filme. Gegen Mitte der 30iger Jahre avancierte Zeller zu einem der bedeutendsten Filmmusik-Komponisten, der die Musik u.a. für „Der Herrscher“ (1937) schrieb, „Jud Süß“ (1940), „Immensee“ (1943) und „Der verzauberte Tag“ (1944). Nach dem Krieg arbeitete Zeller für die DEFA und komponierte Musik für antifaschistische Filme wie „Ehe im Schatten“ (1947) und „Mori turi“ (1948).

 

Hans Schweikart:
(Novelle)

1895 in Berlin als Sohn taubstummer Eltern geboren war Hans Schweikart von Mitte der 30er Jahre bis 1942 künstlerischer Leiter der Bavaria-Filmgesellschaft. Die Affäre um den Selbstmord des UFA-Stars Joachim Gottschalk, der für Regisseur Schweikart 1941 in „Das Mädchen von Fanö“ vor der Kamera stand, verarbeitete er in seiner Novelle „Es wird schon nicht so schlimm“. 1947 wurde Schweikart zum Intendanten der Münchner Kammerspiele ernannt. Daneben leitete er die Otto Falckenberg-Schule in München, verfasste mehrere Romane und Bühnenstücke und trat im Fernsehen auf, z.B. in der ZDF-Krimiserie „Der Kommissar“. 1955 wurde Schweikart mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er starb 1975 in München.