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Sequenzprotokoll


Nr.

Inhalt

Länge

Zeit

01.

Erfolgreiche letzte Vorführung von „Kabale und Liebe“ mit Hans und Elisabeth in den Hauptrollen.
Vorspann. Publikum im Theatersaal: Auf der Bühne spielen Elisabeth Maurer und Hans Wieland die Schluss-Szene von Schillers „Kabale und Liebe“.
Unterhaltung zwischen dem Direktor und Schauspieler Kurt Bernstein über die beiden Hauptdarsteller und die bevorstehende Zuckmayer-Inszenierung.
Gespräch zwischen dem Direktor und Dr. Herbert Blom.
Applaus. Der Vorhang öffnet sich, der Direktor überreicht Elisabeth Blumen. Das Publikum bringt ihr Standing Ovations dar.
Dr. Blom schreibt seine Widmung in ein Exemplar von Nietzsches „Wille zur Macht“.
Gespräch Elisabeth und Hans über die Vorstellung. Elisabeth: „So müsste es immer weitergehen!“
Elisabeth erhält das Buch als Geschenk von Dr. Blom. Elisabeth in ihrer Umkleide.
Feier bei Elisabeth: Elisabeth, Hans und Dr. Blom am Tisch. Elisabeth kündigt ihren Urlaub an, Dr. Blom schlägt ihr Hiddensee als Reiseziel vor. Kurt und Hans wollen mitkommen.

8.17

0.00 – 8.17

02.

Elisabeth, Hans und Kurt machen Urlaub in Hiddensee.
Hiddensee: Hans und Elisabeth laufen über den Strand, Elisabeth gibt ihm einen freundschaftlich gemeinten Kuss. Begegnung mit Kurt im Stall.
In der Gastwirtschaft: Dr. Blom tanzt mit Elisabeth, kühle Begrüßung zwischen Hans und Blom.
Später: Gespräch über Politik. Dr. Blom ergreift Partei für die Nationalsozialisten. Hans spricht sich für Menschlichkeit aus.
Segelfahrt: Dr. Blom und Elisabeth nähern sich einander an.
In der Gastwirtschaft: Kurts jüdische Abstammung kommt zur Sprache.
Nach ihrer Segeltour treffen sich Dr. Blom und Elisabeth mit Hans und Kurt am Strand. Ein Schild mit Aufschrift „Juden unerwünscht“ wird aufgestellt.
In der Gastwirtschaft: Dr. Blom erfährt, dass auch Elisabeth Jüdin ist.

8.35

8.17 – 16.52

03.

Einwirkungen der NS-Politik auf das Theaterensemble.
SA marschiert. Zeitungen verkünden den Reichstagsbrand. Gespräch Hans, Kurt und Elisabeth im Auto.
Elisabeth mit Kurt in der Praxis ihres Onkels, Dr. Louie Silbermann. Kurt kündigt seine Ausreisepläne an. Onkel Louie sieht sich durch seine Patienten zum Bleiben verpflichtet.
Rede eines NS-Funktionärs vor dem Theater-Ensemble, gemischte Reaktionen. Hans wird von einem rassistischen Kollegen auf Elisabeth angesprochen und auf die „Reinigung der deutschen Kultur“. Hans im Gespräch mit den jüdischen Garderobenfrauen. Eine meint zu ihm: „Mein Mann ist Arier. Da kann nichts passieren.“
Elisabeth in ihrer Wohnung. Blom und Hans begegnen einander vor ihrem Haus, Hans entsorgt den Blumenstrauß, den er mitgebracht hatte, und verabschiedet sich an der Wohnungstür. Blom und Elisabeth trinken Tee und sprechen über die Perspektiven ihrer Beziehung. Elisabeth ist erschüttert, als sie sein Parteiabzeichen sieht.
Gespräch zwischen Hans und Kurt, der gerade seine Koffer packt: „Es kommt etwas Furchtbares.“
Hoffnungsloses Ende im Gespräch zwischen Blom und Elisabeth, Blom verlässt eilig die Wohnung.

9.41

16.52 – 26.33

04.

Kurt verlässt Deutschland, Elisabeth und Hans entscheiden sich zur Heirat.
Blom wird von einem Parteifunktionär zu einem wichtigen Treffen abgeholt.
Theaterprobe: Gespräch zwischen dem Direktor und Elisabeth, deren Engagement beendet wird. In der Pause Gespräch zwischen Elisabeth und Hans, der ihr seine Liebe gesteht. Sie wehrt ab: „Du bist ein lieber Freund, aber-“
Kurt, Hans und Elisabeth im Auto. Abschied von Kurt am Bahnhof, er fordert sie auf mitzukommen.
Gespräch Elisabeth und Hans vor dem Bahnhof: Hans möchte sie heiraten. Elisabeth: „Ich bringe dir Unglück.“ Hans: „Wir lieben uns doch.“

6.43

26.33 – 33.16

05.

Hans’ und Elisabeths fünfter Hochzeitstag und ihre Lebensbedingungen 1938:
Überblendung: 8. November 1938, Hochzeitstag von Hans und Elisabeth. Hans, Elisabeth und Onkel Louie am Tisch. Onkel Louie spricht einen Toast auf sie aus und zitiert Goethe. Elisabeth hat körperliche Beschwerden.
In der Praxis Dr. Silbermann: Elisabeth hört ein Gespräch zweier Juden über die Möglichkeiten der Auswanderung mit. Onkel Louie verspricht einer jüdischen Frau Hilfe, deren Mann von der Gestapo gesucht wird. Elisabeth schildert Onkel Louie ihre seelischen Nöte und spricht mit ihm über das Thema Auswanderung.
Hans bei Filmdreharbeiten. Anruf bei Elisabeth. Gespräch im Split Screen. Elisabeth in ihrer Wohnung. Sie öffnet einen Brief von Kurt aus Österreich, in dem dieser um Geld bittet. Der uniformierte Hauswart klingelt, sammelt Spenden und überbringt einen Wohnungsfragebogen. Hans kommt heim, und die beiden streiten über ihre Beziehung. Hans geht und Elisabeth fällt weinend aufs Bett.

12.52

33.16 – 46.08

06.

Nacht des Novemberpogroms:
Parallelmontage: Hans im Taxi, auf der Premiere und der Premierenfeier. Elisabeth in ihrer Wohnung, sie betrachtet Hans’ Foto, spielt Klavier und liegt schlaflos im Bett.
Nach der Premierenfeier: Seine Schauspielkollegin möchte Hans verführen, der ihr gegenüber seine ganze Unzufriedenheit über seine Situation als Schauspieler äussert. Sie küssen einander. Draussen klirrt Glas. Hans und die Frau schauen aus dem Fenster auf die Straße, wo ein Tumult losbricht.
Schlägertrupps verwüsten Geschäfte und Auslagen. Hans beobachtet fassungslos.
Elisabeth erwacht durch den Lärm.
Kurzes Gespräch zwischen Hans und einem beobachtenden Schupo: „Mischen Sie sich da nicht ein!“
Hans stürmt in die gemeinsame Wohnung, Elisabeth: „Ich muss raus aus Deutschland.“ Nachdem er sie in die Arme genommen hat, entscheidet sie sich zu bleiben.
Auf der Straße: Zerstörungen.

8.29

46.08 – 54.37

07.

1943: Wiederbegegnung mit Kurt.
Überblendung: Berlin im Bombenkrieg. Schrifttafel: „1943“.
Gespräche zwischen Ausgebombten. Elisabeth sammelt Trümmer aus ihrem Wohnzimmer und bringt sie auf der Straße. Gespräch in einem Geschäft: Sie sagt der Besitzerin, sie müsse jetzt Kistenabladen bei Siemens.
Schlangestehen vor der Markenausgabe für Mischehen: Gespräch Elisabeth mit der ehemaligen Garderobenfrau, die seit drei Monaten keine Nachricht von ihrem Mann gehört hat. Dieser ist ebenso an der Front wie Elisabeths Mann.
In Elisabeths Wohnung: Sie hört englischen Rundfunk. Es klingelt: Der verwahrloste Kurt steht vor der Tür und wird von Elisabeth bewirtet.
In Bloms Büro: Ein Theaterschauspieler, der Kurt bei der Ankunft in Berlin gesehen hat, betritt das Büro und wird von Blom zunächst zur Denunziation aufgefordert. Als er erfährt, um wen es sich handelt, will er damit nicht behelligt werden und schickt den anderen weiter zur Gestapo.
Gespräch Kurt und Elisabeth über die Verfolgung der Juden. Durch das Fenster sehen sie den ehemaligen Kollegen und die Gestapo ankommen. Ein Beamter durchsucht Elisabeths Wohnung, Kurt kann unbemerkt entkommen.

11.56

54.37 – 1.06.33

08.

Beginn der Deportationen auch für Mischehen, Wiederbegegnung mit Hans.
Nachtschicht in der Siemensfabrik. Gespräch zwischen den Frauen über die Deportierungen von Mischehen: Eine von ihnen stürzt sich vor den Zug.
Elisabeth liegt krank daheim und erhält einen kurzen Besuch von Onkel Louie. Luftalarm: Sie verlassen die Wohnung. Elisabeth geht in den Luftschutzkeller, der Onkel tritt auf die Straße und sucht in einer Ruine Schutz.
An der Ausgabestelle: Die jüdische Garderobenfrau, deren Mann gefallen ist, und ihre Tochter werden von einem Gestapomann gepackt und aus dem Raum gezerrt. Elisabeth erhält ihre Lebensmittelkarte und kehrt nach hause zurück, zu sehen verschwommen, aus der Perspektive der subjektiven Kamera. Auf den Stufen vor der Wohnung begegnet sie Hans in seiner Wehrmachtuniform. Freudiges Wiedersehen, Elisabeth: „Lieber wollen wir sterben, als dass wir uns noch ein Mal trennen!“ Hans teilt mit, er dürfe wieder als Schauspieler tätig sein.

9.21

1.06.33 – 1.15.54

09.

Fatale Episode bei der Premierenfeier, Elisabeths Schicksal wird besiegelt.
Hans im Büro des Theaterdirektors, der ihn mahnt, es sei zweifelhaft, ob er weiter spielen könne, wenn er seine Ehe aufrechterhalte.
Elisabeth und Hans in der Wohnung: Hans schlägt vor, sie solle morgen mit zur Premiere seines neuen Filmes kommen.
Elisabeth und Hans im Taxi. Schluss-Szene des Films, in dem Hans mitgespielt hat. Applaus, Hans wird auf die Bühne gerufen. Begegnung Bloms mit Elisabeth: Der Staatssekretär an Bloms Seite küsst Elisabeth die Hand. Elisabeth und Hans verlassen das Kino. Der Staatssekretär ist empört, als er erfahren muss, mit einer Jüdin bekannt gemacht worden zu sein.
In Bloms Büro: Der Staatssekretär verlangt, Blom solle persönlich bei der Gestapo die Bereinigung der Affäre besorgen.
Hans im Wartezimmer. Als der Staatssekretär das Büro verlässt, wird Hans hineingerufen. Blom teilt Hans mit, er erhalte Auftrittsverbot und seine Frau werde deportiert. Er fordert Hans auf, sich scheiden zu lassen, um sich selbst zu retten. Hans weigert sich, liefert sich ein Streitgespräch mit Blom und geht. Blom erstattet telefonisch Bericht beim Minister.

10.44

1.15.54 – 1.26.38

10.

Hans und Elisabeth begehen Selbstmord.
Hans in der Straßenbahn: In einer Vision sieht er, wie Elisabeth abgeholt und ins Lager deportiert wird.
In der Wohnung: Elisabeth spielt am Klavier, das Abendessen ist vorbereitet. Als Hans eintritt, ist Elisabeth ganz euphorisch über den Premierenabend: „Versprich mir, dass man uns nie wieder trennen wird.“
Als Hans Kaffee holen geht, schüttet er Gift in die Kanne. Elisabeth beobachtet den Vorgang mit Entsetzen. Als sie sich an den Tisch setzen, sagt sie aber: „Das hast du gut gemacht.“ Nachdem Hans getrunken hat, trinkt auch sie. Hans trägt Elisabeth ins Bett, legt sie hin und erfährt dann, dass sie das Gift wissentlich geschluckt hat.
Auf einem Friedhof: Sargträger tragen zwei Särge an der Kamera vorbei. Als Texttafel wird die Widmung des Films an den Schauspieler Joachim Gottschalk eingeblendet.

10.43

1.26.38 – 1.37.21