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Übersicht Filmkritiken


Als „groß über alle Erwartungen hinaus“ lobt Urs Jenny im Spiegel „Mut und Kunst“ von Spielbergs Film (K1), exemplarisch für die positive Resonanz, die `Schindlers Liste´ in seinem Herstellungsland und in Deutschland erfuhr.

Aus einem sehr viel persönlicheren Blickwinkel spricht Billy Wilder (K2) seine Bewunderung für den Film und seinen Regisseur aus. Wilder teilt die Gefühle mit, die `Schindlers Liste´ in ihm ausgelöst hat, und unterstreicht die Bedeutung und den Wert des Films als Denkmal.
Franz Everschor (K3) zeichnet im Filmdienst ein differenzierteres Bild von `Schindlers Liste´, der über das Format eines Hollywood-Filmes zwar nicht hinauskäme, dem Everschor aber gerade in den Schilderungen individueller Erlebnisepisoden große Wirkung zubilligt, wobei er auch die generelle Frage nach der Darstellbarkeit des Holocaust aufwirft.
Ebenfalls weniger als filmisches denn als ein gesellschaftliches Phänomen begreift auch Peter Körte „Schindlers Liste“ in seinem zur deutschen Uraufführung im Feuilleton der Frankfurter Rundschau erschienen Beitrag (K4). Er betrachtet die Wirkungsweise des Films im Kontext eines aufblühenden „Shoah Business“.

Die Negativkritik Alaric Hamachers (K5) sieht in `Schindlers Liste´ statt einer Bereicherung viel mehr eine Bedrohung der kollektiven Erinnerung, da er ein gestelltes Einheitsbild als authentisches Dokument propagiere.

Die grundlegenden Einwände Claude Lanzmanns gegen `Schindlers Liste´ fasst schließlich Fritz Göttler (K6) zusammen. Lanzmann, Regisseur der neuneinhalbstündigen Dokumentation `Shoah´ (1985), begreift die Dramatisierung des Holocaust als unzulässige Grenzüberschreitung und lehnt sie ab, weil sie Vorstellung verfälsche