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Materialien zum Film


Darsteller:

Liam Neeson (Oskar Schindler):

Der in der nordirischen Grafschaft Antrim geborene Neeson begann seine Karriere als Schauspieler am Lyric Theatre in Belfast. Später spielte er auf Theaterbühnen in London und Dublin, bevor er seine erste Filmrolle in John Boormanns „Excalibur“ (1981) übernahm. Mitte der 80iger zog Neeson nach Los Angeles, um von dort seine Karriere in Hollywood voranzutreiben, und spielte seine erste Hauptrolle in Sam Raimis „Darkman“ (1989). Steven Spielberg wurde auf Neeson aufmerksam durch dessen Darstellung in der Broadway-Aufführung von Eugene O’Neills „Anna Christie“.

Ben Kingsley (Itzhak Stern):

Ben Kingsley wurde unter dem Namen Krishna Bhanji geboren und wuchs in Manchester auf. Als Mitglied der Royal Shakespeare Company absolvierte er zahlreiche Bühnenauftritte. Als Filmschauspieler erhielt er einen Oscar für die Titelrolle in „Ghandi“, ausserdem den Golden Globe sowie den Preis der New Yorker Filmkritik.

Ralph Fiennes (Amon Göth):

Ralph Fiennes begann als britischer Bühnenschauspieler am Open Air Theatre, nachdem er an der Royal Academy of Dramatic Arts ausgebildet wurde. Ausserdem spielte er am Theatre Clwyd, am Oldham Coliseum, in Michael Rudmans Theatergruppe am National Theatre und im Ensemble der Royal Shakespeare Company, bevor er 1991 erstmals eine TV-Rolle übernahm.

 

Stab:

Steven Spielberg:
(Regisseur und Produzent)

Steven Spielberg gilt als kommerziell erfolgreichster Filmregisseur Hollywoods. 1946 geboren, wuchs Spielberg in Cincinnati auf und drehte bereits in jungen Jahren Kurzfilme mit Familienangehörigen. Seine Karriere begann mit dem Film „Duell“ (1971), den er fürs Fernsehen inszenierte. Sein Kinodebut folgte drei Jahre später mit dem Roadmovie „Sugarland Express“ (1974). Als `Hollywoods Wunderkind´ gelang ihm der Durchbruch mit dem Horrorfilm „Der weiße Hai“ (1975). In den Folgejahren inszenierte Spielberg zahlreiche weltweit erfolgreiche Major-Produktionen, „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977), „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) und „E.T.“ (1982), der zum erfolgreichsten Film aller Zeiten avancierte, bevor Spielberg den eigenen Rekord zehn Jahre später mit „Jurassic Park“ (1993) brechen konnte. Seinen ersten Flop verbuchte er mit der Kriegskomödie „1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood?“ (1979). 1984 gründete Spielberg mit Amblin Entertainment seine eigene Filmgesellschaft, die seitdem Kassenschlager wie „Gremlins“ (1984), die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie (1984-89), den Zeichentrickfilm „In einem Land vor unserer Zeit“ (1988) und den Zeichentrick und Realfilm mischenden „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988) produzierte.
Für sein ernsthaftes Südstaatendrama „Die Farbe Lila“ (1985) erhielt Spielberg insgesamt elf Oscarnominierungen, ging als Regisseur aber leer aus. Nachdem auch sein zweiter ambitionierter Film „Das Reich der Sonne“ (1987) bei der Kritik durchgefallen war, erhielt er die begehrte Auszeichnung erst für „Schindlers Liste“ (1993).

 

Branko Lustig:
(Produzent)

Der gebürtige Jugoslawe Branko Lustig hat in seiner Jugend selbst drei Jahre lang in den nationalsozialistischen Arbeitslagern überlebt, um in der Nachkriegszeit seine Karriere als Regie-Assistent bei Jadran-Films zu beginnen, der führenden Produktionsfirma von Kino und Fernsehen in Kroatien. Daneben war Branko an mehreren europäischen und internationalen Filmen beteiligt, z.B. als Regie-Assistent bei Schlöndorffs „Die Blechtrommel“ (1979). „Schindlers Liste“ produzierte Lustig gemeinsam mit Regisseur Steven Spielberg und Gerald R. Molen und erhielt dafür sowohl einen Oscar als auch einen Golden Globe. Sieben Jahre später wurde er für „Gladiator“ (2000) erneut mit dem Oscar ausgezeichnet.

John Williams:
(Filmmusik)

Der Gewinner von fünf Academy Awards gilt als einer der bekanntesten Komponisten von Filmmusik weltweit. Seine Karriere verknüpfte sich 1975 mit der Spielbergs, als er die Musik für „Der weiße Hai“ komponierte, der beiden, dem Regisseur und dem Komponisten, zum Durchbruch verhalf: Seitdem komponierte Williams für sämtliche Regie-Arbeiten Spielbergs (mit Ausnahme von „Die Farbe Lila“). Ausserdem komponierte Williams 1984 und 1996 die offiziellen Fanfaren für die Olympischen Spiele in Los Angeles bzw. Atlanta. Williams’ Stil machte den Einsatz symphonischer und orchestraler Musik in Filmen populär, führte aber auch dazu, dass seine Musik häufig dem Genre des Abenteuer- und des phantastischen Films zugeordnet und darauf beschränkt wurde.


Janusz Kaminski:
(Kamera)

Der 1959 in Polen geborene Kaminski ging 1980 nach Chicago, um am Columbia College Cinematographie zu studieren. Nachdem er für seine Kameraarbeit in „Schindlers Liste“ den Durchbruch erhielt, setzte sich die Zusammenarbeit zwischen ihm und Spielberg fort: 1999 erhielt er seinen zweiten Oscar für Spielbergs „Der Soldat James Ryan“.

 


Historische Hintergrund-Information:

Oskar Schindler (1908 – 1974):

Der  Sudetendeutsche Oskar Schindler wurde 1908 in Zwittau geboren. Nach der deutschen Besetzung Polens übernahm Schindler zwei vormals in jüdischem Besitz befindliche Betriebe zur Herstellung und zum Vertrieb von emaillierten Haushaltswaren. Seine eigene Emaillierfabrik eröffnete Schindler in Zablocie in der Nähe von Krakau. Dort beschäftigte er jüdische Arbeitskräfte, die er auf diese Weise vor der Deportation bewahrte und erwirkte 1943 nach Auflösung des Krakauer Ghettos die Einrichtung einer Zweigstelle des Lagers Plaszów auf dem Gelände seiner Fabrik. Bei Näherrücken der Roten Armee im Oktober 1944 erreichte Schindler, seine Fabrik samt Belegschaft als Rüstungsproduktionsgesellschaft von Zablocie nach Brünnlitz ins Sudetenland umzusiedeln: So überführte er 700 bis 800 jüdische Männer aus dem Lager Groß-Rosen und etwa 300 jüdische Frauen aus Auschwitz nach Brünnlitz und bewahrte sie vor der Ermordung. Die Vergünstigungen, die sich Schindler durch seine Kontakte zu hochrangigen NS-Funktionären erwarb, nutzte er zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Juden, die er beschäftigte. So erhielten sie zum Beispiel bessere Verpflegung und medizinische Versorgung und durften ihre Toten nach jüdischem Ritus beisetzen. Drei Mal wurde Schindler von der Gestapo festgenommen, kam dank seiner Beziehungen in Berliner Ministerien jedoch immer wieder frei. Bei Kriegsende trat er die Flucht vor der Roten Armee in amerikanisch besetztes Gebiet an.


Als Unternehmer scheiterte Schindler in der Nachkriegszeit. Zunächst mit seiner Ehefrau nach Argentinien ausgewandert und dann allein wieder zurückgekehrt, ließ er sich 1958 in Frankfurt nieder, wo er in ärmlichen Verhältnissen lebte. Zum ersten Mal auf ihn aufmerksam wurden bundesdeutsche Medien im April 1962, als er bei seinem Besuch in Israel durch 300 ehemalige „Schindler-Juden“ empfangen wurde. Bei diesem Anlass pflanzte er auch einen Baum mit seinem Namen im Garten der Gerechten von Yad Vashem in Jerusalem. 1966 wurde Schindler das Bundesverdienstkreuz, ein Jahr später in London der Friedenspreis der Internationalen-Martin-Buber-Stiftung verliehen. Ab 1968 bezog er eine Ehrenrente von 640 Mark monatlich durch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt. 1974 starb Schindler in Frankfurt, sein Leichnam wurde nach Jerusalem überführt.

Amon Göth (1908 – 1945):

Im Dezember 1908 als einziger Sohn der wohlhabenden katholischen Familie eines Wiener Verlegers geboren, suchte Amon Leopold Göth bereits in seiner Jugend die Nähe der Nationalsozialsten und trat 1925, im Alter von 17 Jahren, der Österreichischen Jugendorganisation der NSDAP bei. Fünf Jahre später wurde Göth Mitglied der SS. Einer Verhaftung wegen unerlaubten Waffenbesitzes entzog er sich nach Deutschland, um in der Folgezeit als Kontaktmann zwischen deutschen und österreichischen Nationalsozialisten zu fungieren. Nach der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß wurde Göth zwar in Österreich verhaftet, konnte aber fliehen, und ließ sich in München nieder, wo er sich bis zum Anschluss Österreichs mit mäßigem Erfolg als Verleger betätigte. 1938 kehrte er vorübergehend nach Wien zurück, um sich schließlich im Frühjahr 1940 ins besetzte Polen und dort zunächst administrativen Tätigkeiten im Zusammenhang mit Enteignungen und Deportationen nachzugehen. Zunächst unter dem SS- und Polizeiführer Odilo Globocnik in Lublin, nach seiner Versetzung nach Krakau unter Julian Scherner beteiligte sich Göth an der Ausbeutung und Vernichtung der polnischen Juden. Göth übernahm im Februar 1943 den Oberbefehl über das Arbeitslager Plaszów. Vier Wochen nach seiner Ernennung leitete er die Räumung des Krakauer Ghettos und ein halbes Jahr später die Zerstörung des Ghettos in Tarnow. Als Kommandant des Lagers Plaszów verübte Göth willkürliche Grausamkeiten an den Häftlingen. Im September 1944 verlor er seinen Posten und wurde aufgrund von Korruptionsvorwürfen festgenommen. Die Ermittlungen gegen Göth leitete Konrad Morgen, dessen Untersuchungen zur Hinrichtung der Lagerkommandanten Karl Koch und Hermann Florstedt geführt hatten. Bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte, geriet Göth in amerikanische Gefangenschaft, wurde an Polen ausgeliefert und nach einem zwei Wochen dauernden Verfahren am 13. September 1946 hingerichtet.

Das Arbeits- und Konzentrationslager Plaszów:

Plaszów war ein Arbeits- und Konzentrationslager in Polen, das 1942 als „Zwangsarbeitslager Plaszów des SS- und Polizeiführers im Distrikt Krakau“ auf vormals hauptsächlich jüdischem Gemeindeeigentum an der Peripherie Krakaus eingerichtet wurde. Als das Krakauer Ghetto am 13./14. März 1943 geräumt wurde, verbrachte man die überlebenden 8.000 Personen nach Plaszów. Die Umwandlung Plaszóws in ein Konzentrationslager erfolgte im Januar 1944. Erst danach erreichte Plaszów, das durch die Jahre erweitert wurde, seine größte räumliche Ausdehnung von 81 Hektar. Vier Kilometer doppelten elektrisch geladenen Stacheldrahts umgaben die Fabriken im Inneren des Lagers, die Quartiere des deutschen Personals und die in eine Männer- und eine Frauensektion gegliederten Baracken der Lagerinsassen, die noch einmal in Polen und Juden aufgeteilt wurden. In der Jahresmitte 1944 erreichte die Zahl der Internierten ihren Höchststand mit 22.000 bis 24.000, zu denen auch 6.000 bis 8.000 ungarische Juden zählten. Kommandiert wurde das Lager zunächst von Horst Pilarzik, von SS-Oberscharführer Müller und im Zeitraum von Februar 1943 bis zum September des folgenden Jahres von Amon Göth, der schließlich von Kurt Schupke abgelöst wurde. Im Sommer 1944 wurde das Lager durch die SS aufgelöst, wobei die Gefangenen entweder in andere Lager überstellt oder nach Auschwitz deportiert wurden. Dieses Schicksal wurde bereits im Mai 1944 2000 jüdischen Häftlingen zuteil. Der letzte Transport von Plaszów nach Auschwitz erfolgte am 14. Januar 1945.

 

Arbeitsvorschläge

Hinweise und Vorschläge zur Arbeit mit dem Film in der historisch-politischen Bildungsarbeit

1. Die historischen Personen Oskar Schindler und Amon Göth werden in dem Film in besonderer Weise hervorgehoben. Wie werden sie jeweils charakterisiert? Benenne / benennen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede! Machen Schindler und Göth eine Entwicklung durch?

2. Der Film arbeitet mit zentralen Bildmotiven. Welche sind diesfür den Bereich jüdischer Religion und Kultur (Sequenzen 01.1; 16.6; 17.9)? für die Verfolgung und Vernichtung der Juden (Sequenzen 01.2; 05.4; 13.1/2; 15)?

3. Die Inszenierung von Spielberg ist grundsätzlich als authentische Nachstellung, als quasi dokumentarischer Spielfilm angelegt. Siehst du / sehen Sie hier grundsätzlich oder auch in einzelnen Passagen des Films Grenzen des Zeigbaren? Welche Positionen und Argumente werden diesbezüglich in den Filmkritiken K1 – K6 deutlich (kritisch vor allem K5, K6)?

4. Der Film bewahrt über weite Strecken eine beobachtende Distanz zur Schindler-Figur, die im Laufe des Films aber mehr und mehr einer identifizierenden Darstellung weicht. Wie beurteilst du / beurteilen Sie in diesem Zusammenhang die Abschiedsszene (Sequenz 17.4) und den Schluss des Films?

5. Der Film arbeitet allerdings auch mit bewussten Brechungen des realistischen Anscheins. So beginnt „Schindlers Liste“ in Farbe, blendet dann bald in schwarzweiß über und wird zum Schluss wieder farbig. Welche Bedeutung geht mit diesem Wechsel einher und welche Wirkung wird damit erzielt?

6. In der Sequenz über die Räumung des Krakauer Ghettos ist ein kleines Mädchen zu sehen, das inmitten der Schwarzweiß-Darstellung in einem roten Mantel gezeigt wird (Sequenz 07.10). Später taucht das Mädchen im roten Mantel als Leichnam unter anderen noch einmal auf (Sequenz 13.3). Was wird durch diese Darstellung vermittelt, welche Wirkung wird dadurch erzielt?