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Erste Erfolge

 

Der zweite Film der Filmaufbau entsteht in Koproduktion mit der Neuen Deutschen Film GmbH, München, und wird ein überwältigender Erfolg: Nachtwache (1949, Regie: Harald Braun) trifft ein Zeitgefühl. Ein evangelischer Geistlicher (Hans Nielsen) kommt mit seiner Tochter "Mücke" als Seelsorger eines Hospitals in das kleinstädtische Burgdorf. Er sieht sich dort konfrontiert mit dem Sinnzweifel vieler durch den Krieg gezeichneter Menschen. Als seine Tochter bei einem tragischen Unfall stirbt, kann er nur durch den Beistand seines Freundes, einem katholischen Kaplan (Dieter Borsche), zu Gott zurückfinden.

Der "erste religiöse Spielfilm in Deutschland" (Hans Abich) wird als künstlerisch bester deutscher Film 1949 und als geschäftlich erfolgreichster deutscher Film 1950 mit zwei Bambis ausgezeichnet.

Der finanzielle Erfolg von Nachtwache versetzt Abich und Thiele in die Lage, einen ihrer "Lieblingsstoffe" zu verfilmen: die Novelle "Korporal Mombour" von Ernst Penzoldt. Unter dem Titel Es kommt ein Tag inszeniert Rudolf Jugert 1950 die tragisch-romantische Geschichte des deutschen Korporals. Mombour (Dieter Borsche) verliebt sich während des Krieges 1870/71 in Frankreich in ein Mädchen (Maria Schell), dessen Bruder er im Gefecht getötet hat. Die mutige Auseinandersetzung mit der aktuellen deutsch-französischen Aussöhnung findet den Beifall von Publikum und Kritik (Bambi für den künstlerisch besten Film 1951).