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Von Paris an den Rhein zurück

 

Im Frühsommer 1949 wird der bis dahin teuerste Film der Jungen Film-Union gedreht. Nach Motiven von Honoré de Balzac inszeniert Gustav Fröhlich einen der ersten großen Kostümfilme Nachkriegsdeutschlands: Der Bagnosträfling. Der Stoff ist im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Hier entspinnt sich der Machtkampf eines ungleichen Bruderpaares - der eine (Paul Dahlke) ist Bankräuber, der andere (Richard Häußler) Polizeipräfekt. Für diese Szenerie bauen drei Architekten eine Pariser Straßenkulisse an den Dorfrand von Bendestorf.

Die Drehbuchvorlage für das nächste Projekt 13 Unter einem Hut liefert ein Preisausschreiben, das die Junge Film-Union mit der Zeitschrift "Constanze" veranstaltet: Unter 24.400 Einsendungen geht das Manuskript des Autors P.A. Müller hervor, der den Stoff schon einmal der Ufa angeboten hatte. Die Dreharbeiten zu dieser Verwechslungskömodie (Regie: Johannes Meyer) beginnen im Herbst 1949. Eine Reisegesellschaft, die mit einem omnibusähnlichen Gefährt von Hamburg bis Bingen am Rhein unterwegs ist, erlebt auf ihrer Fahrt unglaubliche Überraschungen.

Gleichzeitig startet in Bendestorf ein neuer Film unter der Regie von Paul Verhoeven. Da in die Bendestorfer Studios "13 unter einen Hut" kommen sollen, wird das Ausflugslokal "Waldburg" im nahen "Kleckerwald" zum Ausweichatelier. Dieser Mann gehört mir sagt sich hier die resolute Zimmerwirtin Fita (Heidemarie Hatheyer) und meint damit ihren Gast, den ledigen Landarzt Wilhelm (Gustav Fröhlich). Ausgerechnet die Sekretärin eines Eheanbahnungsinstituts (Winnie Markus) kommt ihr dabei mit eigenen Heiratsplänen in die Quere.