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Thomas Arslan

 

* 17.7.1962 Braunschweig

Einem wie Thomas Arslan müsste die Zukunft gehören. Seine Arbeiten sind ganz entschieden dem Leben zugewandt, so wie es ist. Leider aber macht er realistische Filme, und dass die in Deutschland noch eine Zukunft haben, darf man höchstens wünschen. Mach die Musik leiser (1994) erzählt unvergleichlich einfach von Jugendlichen, und das tut er, höchst überlegt, mit den Mitteln, die nur von wenigen noch einer Überlegung unterworfen werden: mit der Kamera und dem Mikrofon. Was passiert, wenn der Apparat geöffnet ist, das dokumentiert eben dieser Apparat.

Man weiß nicht, wie das gelingt in den besten Filmen, aber es gelingt immer wieder: Zwischen den Menschen, der Handlung, die sie spielen, und den Menschen, die das alles verfolgen, herrscht eine reine Beziehung. Das ist ganz sicher eine Frage der Qualität der Regie und hat zu tun mit Einflüssen und Traditionen.

Vor dem Filmstudium ab 1986 absolviert Thomas Arslan den Zivildienst, studiert ein wenig Germanistik und betreibt viel Fotografie. Anschließend entstehen kurze und mittellange Filme, und es bildet sich ein Kern an Mitarbeitern, darunter als Tonmann Christian Petzold, dessen eigener Hochschul-Abschlussfilm Pilotinnen (1995) für Aufsehen sorgt. Seit dem mittellangen Abschlussfilm Im Sommer - Die sichtbare Welt (1992), der ganz zauberhaft und noch etwas verbockt ist, arbeitet Arslan als freiberuflicher Filmemacher.

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