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Wilhelm Bendow

 

* 29.9.1884 Einbeck † 29.5.1950 Einbeck

Nur einmal ist es Wilhelm Bendow, dem Sohn eines Brauereibesitzers, vergönnt, eine große Rolle in einem Film zu spielen (LAND DER LIEBE, 1937, Reinhold Schünzel). Trotz seiner bekannten Homosexualität gehören seine Randfiguren - "zwar umständlich, aber korrekt; zwar zerstreut, doch penibel" (CineGraph) - zum anerkannten Repertoire des Filmlustspiels im Dritten Reich. Seine eigentliche Liebe gilt jedoch dem Theater und vor allem dem Kabarett. Unvergesslich ist sein Bühnen- und Rundfunk-Sketch "Auf der Rennbahn" ("Wo laufen sie denn...?"), der 1970 von Loriot als TV-Cartoon neugestaltet wird.

Seine Figuren, wie etwa der Trambahnfahrer in IRRTUM DES HERZENS (1939) oder der Staubsaugervertreter Schnucke ("Man saugt sich so durch") in MEINE FRAU TERESA (1942), sind voller pfiffiger Schlagfertigkeit. Charakteristisch für Bendows "Mischung aus ängstlicher Resignation und fahrlässiger Unerschrockenheit" (Loriot) sind auch seine Nebenrollen als französischer Minister in Helmut Käutners KITTY UND DIE WELTKONFERENZ (1939) und als Reisender in Kurt Hoffmans QUAX DER BRUCHPILOT (1941).

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