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Dieter Borsche

 

*25.10.1909 Hannover † 5.8.1982 Nürnberg

Beinahe wäre er beim Ballett geblieben. Doch Dieter Borsche nimmt neben seinem Engagement beim hannoverschen Opernballett von 1930 bis 1935 Schauspielunterricht und gibt sein Filmdebüt als jugendlicher Liebhaber in ALLES WEGEN DEM HUND (1935, Fred Sauer).

Nach dem Krieg beginnt seine eigentliche Karriere. In Rollen, die Seriosität und Fleiß, Loyalität und ungebrochenen Glauben an die Mitmenschen vermitteln, wird er zur Paradefigur des "aufrechten Deutschen", der im Nachkriegschaos sich und andere moralisch aufzurichten versteht. "Borsches aufrechte Haltung (als habe er einen 'preußischen Exerzierstock verschluckt', wie Heine das einmal von seinen deutschen Zöllnern meinte) hatte immer etwas von einer steifen Würde (...)" (CineGraph). In NACHTWACHE (1949, Harald Braun) spielt er den katholischen Kaplan Imhoff, der seinem protestantischen Kollegen beisteht. Der erste religiöse Spielfilm der Nachkriegszeit wird zu einem Riesenerfolg und Borsche zum Publikumsliebling. Als Korporal Mombour in ES KOMMT EIN TAG (1950, Rudolf Jugert) ist er Partner von Maria Schell: Ein 'Traumpaar' des deutschen Films ist geboren. Nach weiteren anspruchsvollen Arbeiten wie die Thomas-Mann-Verfilmung KÖNIGLICHE HOHEIT (1953, Harald Braun) wird Borsche auch im Ausland zu einem gefragten Darsteller.

In den sechziger Jahren arbeitet er in erster Linie für das Fernsehen und spielt zahlreiche 'Schurkenrollen' wie etwa den Mörder in dem Durbridge-Mehrteiler DAS HALSTUCH (1961). Trotz einer schweren Krankheit, die ihn seit 1974 an den Rollstuhl fesselt, wirkt Dieter Borsche noch bis kurz vor seinem Tode bei zahlreichen Theater- und Fernsehproduktionen mit.

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