Diese Seite drucken

Ellen Frank

 

* 9.3.1904 Aurich/Ostfriesland † 17.9.1999 Klagenfurt/Österreich

Sie hat mit großen Stars zusammengearbeitet und ist doch selbst nie einer geworden. Sie wusste alles über den Beruf der Schauspielerin, vieles über den der Tänzerin und etliches über den der Chanseuse, doch nicht sehr viele wissen, wer Ellen Frank war. Ihr Lebensweg mutet abwegig, aber hochinteressant an. Ihre Filme in den zehn Jahren zwischen 1929/30 (ES GIBT EINE FRAU, DIE DICH NIEMALS VERGISST, Leo Mittler) und 1939 (GOLD IN NEW FRISCO, Paul Verhoeven) sind größtenteils in einer für die deutsche Filmgeschichte wenig ruhmvollen Zeit entstanden. Vermutlich heute noch ihr populärster Film ist DAS MÄDCHEN VOM MOORHOF, 1935 vom späteren Emigranten Detlef Sierck inszeniert. Ihre Gertrud darin, eine eher untypische Rolle, ist eine Frau, die sich beschämen lassen muss von der simplen Wahrhaftigkeit Hansi Knotecks.

Nach dem Umzug von Berlin nach München, Heirat, Geburt einer Tochter und langer Pause von beinahe 15 Jahren setzen auch die fünfziger Jahre mit Filmen wie ROTKÄPPCHEN (1953, Fritz Genschow), KÖNIGSWALZER (1955, Viktor Tourjansky) oder ROSEN FÜR BETTINA (1955/56, G.W. Pabst) keine neuen Maßstäbe. Der Spielstil in ihnen ist immer noch schwer und deutsch, Ellen Frank aber wirkt oft quicklebendig. Bühne und (seit den siebziger Jahren) Fernsehstudios waren ihr Leben.

aur, aktual. 2003