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Werner Jörg Lüddecke

 

* 10.6.1912 Hannover † 10.5.1986 Ascona

Werner Jörg Lüddecke ist Autor zahlreicher Drehbücher. Nicht wenige Filme der fünfziger und frühen sechziger Jahre, die als anspruchsvoll und kritisch gelten, basieren auf seiner Vorlage.

Bevor Lüddecke als Drehbuchautor avanciert, arbeitet er als Journalist und Verleger in Kassel und Dresden. Zusammen mit Wolfgang Staudte schreibt er 1951 das Drehbuch zu DAS BEIL VON WANDSBEK (Falk Harnack). Fortan arbeitet Lüddecke für zahlreiche deutsche Spitzenregisseure, die ein Renommee als "Gesellschaftskritiker" haben: etwa Wolfgang Staudte (LEUCHTFEUER, 1954; HERRENPARTIE, 1963/64), Robert Siodmak (NACHTS, WENN DER TEUFEL KAM, 1957), Georg Tressler (DAS TOTENSCHIFF, 1959) und Falk Harnack (DER 20. JULI, 1955; NACHT DER ENTSCHEIDUNG, 1955/56).

Lüddecke liefert indes nicht nur "Vorlagen", er gehört zu den deutschen Filmautoren, die ihren Beruf, ihre gesellschaftliche Stellung und ihre Einflussmöglichkeiten selbstkritisch reflektieren. Kurz bevor der "Neue Deutsche Film" handfeste Formen annimmt, konstatiert er: "Die Liste der Leute, die den deutschen Filmautor umzubringen bemüht sind, ist lang. An ihrem Anfang steht er selbst. Der Autor! (...) Aber das müsste nicht so sein, das liegt daran, dass der Autor sich nicht stark macht, nicht um seine Sache kämpft (...)."

pst

 Lüddecke