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Uwe Schrader

 

* 28.4.1954 Groß-Bülten (Kreis Peine)

Schrader kommt aus der öden Industrie- und Großlandwirtschaftsregion um Peine", formuliert ein Filmlexikon. Da die Äußerung offenbar auf den Regisseur selbst zurückgeht ("die langweiligste Gegend, die es gibt"), bekommt sie Authentizität. Da der Autor dieser Zeilen ebenfalls aus jener Ecke Niedersachsens kommt, existiert eine Nähe, die allerdings das Gegenteil behauptet. Der Ort, in dem Schrader die Zwergschule besucht, heißt übrigens Ölsburg, nicht Ülsburg.

Vor den großen und bekannten realistischen "Milieu-Filmen" KANAKERBRAUT (1983), SIERRA LEONE (1986/86) und MAU MAU (1991/92) verzeichnet Schraders Filmografie bereits Script-Mitarbeiten, Produktionen innerhalb des Filmstudiums oder auch Kamera- und Ton-Arbeiten bei anderen Regisseuren. Seine Filme sind Meisterwerke an Beiläufigkeit, Resultate perfekter Integration des Film-Apparates in gegebene Situationen. SIERRA LEONE wird mit Meisterwerken wie MENSCHEN AM SONNTAG (1929, Robert Siodmak) und KUHLE WAMPE (1932, Slaton Dudow) verglichen. Schrader zeichnet ein Gespür für Schauspieler aus. Es ist ein Verdienst, Ann Gisel Glass in SIERRA LEONE eingesetzt zu haben. Oft arbeitet er mit Theaterschauspielern, die er zu glänzenden Filmschauspielern macht (u.a. Brigitte Janner, Peter Franke, Christian Redl).

Uwe Schrader, der in Berlin lebt, wird 1994 auf eine Professur für die Filmklasse am Fachbereich Bildende Kunst an der Fachhochschule Hannover berufen. Seit 2003 lehrt er als Professor für künstlerischen Film an der Stiftung Universität Hildesheim.

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