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Spuren des Kolonialismus in Hannover » Zeitleiste

Zeitleiste

 

» 1875-1918: Hannover und der deutsche Kolonialismus
» 1919-2004: Hannover und der deutsche Postkolonialismus

 

Ereignisse in Hannover

Ereignisse im deutschen Kolonialismus

1875

1876

1877

Sommer: drei Hagenbecksche Völkerschauen im Zoo Hannover

1878

1879

1880

1881

Der Hamburger Kaufmann C. Woermann annektiert Duala in Togo

1882

1883

Juni: Völkerschau in Hannover

1884

24.04.: Das Deutsche Reich erklärt die 1883 privat von Adolf Lüderitz gekauften südwestafrikanischen Gebiete als deutsches "Schutzgebiet"
19.05.: Togo wird deutsches "Schutzgebiet"
05./06.07.: Dr. Gustav Nachtigal schließt den einen "Schutzvertrag" für Togo ab
November: Carl Peters annektiert gegen den Willen der Reichsregierung Gebiete in Südostafrika

1885

Deutsch-Ostafrika wird unter deutsche "Schutzherrschaft" gestellt, es folgen Nord-Neuguinea und das Bismarck-Archipel im Pazifik
15.11.1885 bis 26.02.1886: Berliner Kongo-Konferenz: Vierzehn Staaten teilen Afrika untereinander auf und ziehen willkürliche Grenzen

Völkerschau ("Volksstämme Südafrikas"/"Hottentotten und Buschmänner") in Hannover

1886

1887

Der Deutsche Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien nimmt die Arbeit in den deutschen Kolonialgebieten auf

Rudolf von Bennigsen, Senior, von 1872-1891 Vorsitzender der Nationalliberalen Partei und Mitglied des Reichstags, wird Oberpräsident der Stadt Hannover

1888

Heinrich Tramm stimmt als Mitglied des "Emin-Pascha-Komitees" Carl Peters Ostafrika-Expedition zu

1889

1890

20.03.: Reichskanzler Otto von Bismarck wird entlassen. Kaiser Wilhelm II. favorisiert fortan eine aktivere, konfrontative Kolonialpolitik
Die deutschen "Schutzgebiete" werden zu Kolonien erklärt
Helgoland-Zanzibar-Vertrag

1891

Gründung des Allgemeinen Deutschen Verbandes durch Carl Peters und Alfred Hugenberg, der 1894 zum Alldeutschen Verband wird

1892

1893

Die Nama in Deutsch-Südwestafrika erheben sich unter Hendrik Witbooi

10.07.: Verleihung der hannoverschen Ehrenbürgerschaft an Rudolf von Bennigsen (Senior)

1894

1895

1896

Benennung der Straßen Bismarckstraße, Kaiser-Wilhelm-Straße und Rudolf-von-Bennigsen-Ufer

1897

Zweite deutsche Kolonialisierungswelle: Kiautschou (heutiger Teil Chinas) wird Kolonie

Völkerschau ("Tartaren und Kirgisen") in Hannover

1898

1899

Das Deutsche Reich erwirbt weitere pazifische Kolonialbesitze: die Karolinen, Palau, Marianeninseln sowie die Samoa-Inseln

27.04.: Verleihung der hannoverschen Ehrenbürgerschaft an Alfred Graf von Waldersee

1900

1901

1902

Baubeginn der Bismarck-Säule

1903

Einweihung der Bismarck-Säule (Entwurf: Alfred Sasse) und Benennung der Straßen Podbielskistraße und Walderseestraße 
05.03.: Generalfeldmarschall Graf von Waldersee stirbt in Hannover

1904

11.1.1904 bis 1908: In Deutsch-Südwestafrika erhebt sich das Volk der Herero gegen die brutale deutsche Kolonialherrschaft, die Nama schließen sich der Erhebung im Oktober 1904 an. Die deutsche "Schutztruppe" unter Führung von General Lothar von Trotha führt einen gnadenlosen Vernichtungsfeldzug gegen die Aufständischen, in dessen Folge bis zu 80% der Heroro und bis zu 50% der Nama getötet werden

1905

1905-1907: "Maji-Maji"-Aufstand in Deutsch-Ostafrika, in dessen Verlauf schätzungsweise 100.000 bis zu 350.000 Afrikaner von den deutschen Truppen getötet werden

1906

1907

Gründung des Frauenbunds der Deutschen Kolonialgesellschaft;
So genannte "Hottentotten-Wahlen"

1908

April: In Deutsch-Südwestafrika werden Diamantenfelder gefunden
Mai 1908 bis 1910: In Witzenhausen richtet der Frauenbund eine Kolonialfrauenschule ein, um Frauen auf Arbeitstätigkeiten in den Kolonien vorzubereiten. Auch die Koloniale Frauenschule in Bad Weilbach (1911-1914) ist auf die praktische Wissensvermittlung ausgerichtet

1909

1910

Der Frauenbund richtet in Deutsch-Südwestafrika ein Heimathaus ein, um das "Frauen-Ansiedlungsprogramm" und die Vermittlung von bezahlten Arbeitsplätzen zu erleichtern

08.01.: Anbringung einer Gedenktafel für die hannoverschen Gefallenen des Krieges in Deutsch-Südwestafrika in der Garnisonkirche

1911

1912

1913

1914

Sommer/Herbst: Die Engländer besetzen Togo, dann Kamerun nach erfolgreichem Kampf gegen die deutschen "Schutztruppen", die daraufhin die Kolonien verlassen
1914-1918: Unter Leitung von Kommandeur Paul von Lettow-Vorbeck leistet die deutsche "Schutztruppe" in Deutsch-Ostafrika Widerstand gegen die Gegner, obwohl Gouverneur Neutralität empfohlen hatte

21.03.: Errichtung des Waldersee-Denkmals in der Hohenzollernstraße. Bildhauer: Bernhard Hoetger

1915

Juli: Deutsch-Südwestafrika wird während des Ersten Weltkrieges von Südafrika erorbert, das nach dem Versailler Vertrag ein Treuhandmandat des Völkerbundes für dieses Land erhält

Benennung des Carl-Peters-Platzes
16.11.: Stadtdirektor Tramm erhält Ehrenbürgerschaft Hannovers

1916

1917

10.09.: Carl Peters stirbt in Woltorf bei Peine
13.09.: Beschluss des Magistrats für Carl Peters ein Ehrengrab auf dem Stadtfriedhof Engesohde zur Verfügung zu stellen (Antrag von Stadtdirektor Heinrich Tramm)

1918

 

Ereignisse in Hannover

Ereignisse im deutschen Postkolonialismus

1919

02.03.: In einem Triumphzug ziehen die als unbesiegt geltenden deutsch-ostafrikanischen "Schutztruppen"-Angehörigen unter Kommandeur Lettow-Vorbeck sowie dem letzten Gouverneur Heinrich Schnee durch das Brandenburger Tor. In der Folge unterzeichnen 4 Mio. Deutsche Proteste gegen die erzwungene Aufgabe der Kolonialgebiete
28.06.: Unterzeichnung des Vertrags von Versailles: Deutschland hat alle Kolonialgebiete abzutreten
Das Reichskolonialamt wird in das Reichskolonialministerium (existiert bis 1920) umgewandelt, das die ehemaligen Kolonialgebiete abzuwickeln hat

Gustav Noske wird Oberpräsident der Provinz Hannover. Er war als SPD-Reichtagsmitglied ab 1906 für Militär- und Kolonialfragen zuständig.

1920

Der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Heinrich Schnee, gibt das "Deutsche Koloniallexikon" heraus

Mai: Völkerschau ("Afrikanisches Dorf") und Dreharbeiten im Zoo Hannover

1921

1922

Gründung der Kolonialen Reichsarbeitsgemeinschaft (KORAG) als Dachverband für die zahlreichen Kolonialverbände. Größte Verbände sind die Deutsche Kolonialgesellschaft (1887-1936), zu dessen Vizepräsidenten u. a. Konrad Adenauer gehörte, und der Deutsche Kolonialverein

1923

30.05.: Magistratsbeschluss zur Umbenennung der Haspelstrasse in "Am-Karl- Peters-Platz"

1924

01.04.: Im Auswärtigen Amt wird die Abteilung IIIa eingerichtet, die für koloniale Angelegenheiten zuständig ist. Heinrich Schnee schreibt im Auftrag des Auswärtigen Amtes sein Buch "Die koloniale Schuldlüge", das in mehreren Sprachen erscheint

Sommer: Völkerschau ("Inder") im wiedereröffneten Zoo Hannover

1925

Die UFA-Kulturfilm Produktion gibt den Dokumentarfilm "Zum Schneegipfel Afrikas" in Auftrag, weitere Filme mit Afrikabezug folgen
Im Reichstag gründet sich die Interfraktionelle Koloniale Vereinigung, der Ex-Gouverneur Heinrich Schnee (DVP) und Ex-Kolonialsekretär Bernhard Dernburg angehören
16.10.: Auf der Locarno-Konferenz werden die Vorwürfe gegen Deutschlands ehemalige Kolonialpolitik teilweise zurückgenommen

Völkerschau ("Somali") im Zoo Hannover

1926

Auf Anweisung des Auswärtigen Amtes wird das Institut für Kulturfilm aufgebaut, dessen Aufgabe die kolonialrevionistische Propaganda ist. Im gleichen Jahr erscheint Hans Grimms Roman "Volk ohne Raum", der hohe Absatzzahlen erhält

Benennung der Bebelstraße

1927

Deutschland erhält einen Sitz in der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes

Benennung der Straßen Nachtigalstraße und Wißmannstraße
März: Hannoverscher Provinzial-Kriegerverband lädt zu Vortrag über "Raub der deutschen Kolonien" ein
12.06.: Beschluss der Kommission für das Garten-, Friedhofs- und Forstwesen zur Aufstellung des Carl-Peters-Grabmals auf dem Stadtfriedhof Engesohde
10.09.: Einweihung des Carl-Peters-Grabmals auf dem Engesohder Friedhof. Finanzierung des Gedenksteins erfolgt durch Freundeskreis Carl Peters.

1928

1929

1930

Sommer: Völkerschau ("Südsee-Insulaner") in Hannover

1931

Umbenennung des Brehmplatzes in Robert-Koch-Platz
Sommer: letzte Völkerschau ("Tellerlippen-Negerinnen und Buschmänner") in Hannover
September: Gedenkfeier der "Kolonial-Gesellschaft" am Grab von Carl Peters

1932

1933

Gründung des Reichskolonialbundes, in dem ab 1936 nach Gleichschaltung viele Kolonialverbände aufgingen

07.-11.03.: Kolonialschau im Walter-Schumann-Heim (Nikolaistr. 10), die von der NSDAP-Kreisleitung der Stadt Hannover in Verbindung mit dem Ortsverein des Reichskolonialbundes organisiert wird
18.11.: Gedenkfeier des "Reichskolonialbundes" für Carl Peters unter Schirmherrschaft des hannoverschen Oberbürgermeisters

1934

"Reichskolonialjahr"; u. a. gibt die Reichspost eine Carl-Peters-Briefmarke heraus

26.10.: Im Leineschloss in Hannover wird die erste "Kolonialausstellung" des Landesmuseums eröffnet, die ab 1939 unter neuer Konzeption im Dr. H.-E. Göring-Kolonialhaus (Jägerstraße) präsentiert wird
Mai: Abriss der Bismarcksäule
27.10.: Aufstellung des Karl-Peters-Denkmals auf dem Karl-Peters-Platz, Bildhauer: Ulfert Janssen (Vorname wird von Carl zu Karl geändert)

1935

27.09.: Gedenkfeier von Kolonial- und Soldatenverbänden anlässlich des 80. Geburtstages von Carl Peters in Hannover

1936

1936 bis Mai 1940: Die "Deutsche Afrika-Schau" des NSDAP-Propagandaministeriums nimmt das Völkerschauen-Konzept auf und reist durch Deutschland

26.11.: Benennung der Straßen Kamerunstraße, Lettow-Vorbeck-Allee und Ostafrikastraße durch den Polizeipräsidenten

1937

April bis November: Zweite hannoversche Kolonialschau, organisiert vom Reichskolonialbund, Gau Süd-Hannover-Braunschweig
Der hannoversche Geographieprofessor, Erich Obst, wird vom Deutschen Reichskolonialinstitut beauftragt, ein 19-bändiges Afrika-Handbuch zu erstellen, von dem bis 1945 elf Bände erscheinen

1938

29.06.1939-1943: Im "Dr. H. E. Göring Kolonialhaus" (Jägerstraße 4) wird eine ständige Kolonialschau präsentiert. Leiter des Hauses wird G. Thiemann-Groeg, der auch für die koloniale Schulung im Gauverband Süd-Hannover-Braunschweig zuständig ist
Benennung der Rohlfsstraße

1939

1940

1942

1943

15.2.: Auflösung des Kolonialpolitischen Amtes und des Reichskolonialamtes auf Anordnung Hitlers

1944

1945

1946

1947

1948

1949

Das Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten (DDR) nimmt seinen Dienst auf. Erst 1956 wird ein Afrikareferat eingerichtet, 1959 eine selbständige Abteilung Afrika

24.10.: In einem Artikel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung Bericht über das Karl-Peters-Denkmal und Aufforderung, "um der deutschen Bedeutung des Mannes willen", das Peters-Denkmal zu restaurieren, denn "es läßt sich am Karl-Peters-Platz noch echte große Geschichte ablesen"

1950

1951

15.03.: Einrichtung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland in Bonn

17.09.: Umbenennung eines Teiles der Bühmerstrasse in "Am-Karl-Peters-Platz"

1952

1953

1954

1955

17.04.: In der Serie "Unsere Denkmäler" der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung Vorstellung des Carl-Peters-Denkmal; keine kritische Auseinandersetzung mit Person Peters gegeben
02.-03.06.: Widersehensfeier des "Verbandes der ehemaligen Kolonialtruppen" in Hannover
03.06.: Feier der ehemaligen Kolonial- und Überseetruppen am Karl-Peters-Denkmal. Stadt übernimmt die Kosten für die Aufstellung von vier Fahnenmasten für diesen Anlaß

1956

1957

1958

8.5.: Gründung der "Deutschen-Afrika-Gesellschaft" (DAG) durch eine kleine Gruppe von Unionspolitikern und Wirtschaftsbossen. Die Gesellschaft besteht bis 1975

28.10.: Benennung der Straßen Kamerunweg, Togoweg, Windhukstraße durch die Ratsversammlung

1959

Oktober: Auf der bundesdeutschen Botschafterkonferenz in Addis-Abeba werden erste Überlegungen zur Afrika-Politik formuliert: "Der Bundesrepublik als kolonial unbelastetem und wirtschaftlich hochentwickeltem Land fällt eine natürliche Vermittlerrolle in der Auseinandersetzung zwischen dem unabhängig werdendem Afrika und seinen bisherigen Mutterländern zu." [1]

19.07.: In der Serie der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung "Wie wäre es, wenn..." wird an "an den großen Deutschen erinnert": Carl Peters

1960

01.01.: Unabhängigkeit Kameruns;
27.04.: Unabhängigkeit Togos;
09.12.: Unabhängigkeit Tanganyikas;
In BRD Gründung des "Afrikawissenschaftlichen Komitees" innerhalb des Afrika-Vereins

1961

Einrichtung einer Afrika-Studienstelle am IFO-Institut für Wirtschaftsforschung, München

1962

1963

10.12.: Zanzibar wird unabhängig;
Gründung des Deutschen Instituts für Afrika-Forschung in Hamburg. Umwandlung in eine Stiftung Institut für Afrika-Kunde 1975

1964

28.04.: Gründung der Vereinigten Republik Tanzania (Tanganyika und Zanzibar)

Benennung der Straßen Safariweg und Savannenweg

1965

1966

22.02.: Benennung des Frenssenufers durch einstimmigen Beschluss der Ratsversammlung auf Antrag des Bauausschusses

1967

Einrichtung der Arbeitsstelle Politik Afrikas an der FU Berlin

1968

12.06.: Die UNO führt den Namen Namibia für Südwestafrika ein

1969

Gründung der "Vereinigung von Afrikanisten in Deutschland e.V. (VAD), als Sammelbecken der kritischen Afrikawissenschaft

Benennung des Albert-Schweitzer-Hofes
Vorschlag des SPD-Ortsvereins List-Süd, die Walderseestraße in "Gustav-Heinemann-Straße" umzubenennen

1970

1971

1972

Forderung zur Umbenennung der Karl-Peters-Platzes in "Salvador-Allende-Platz"

1973

VA-Beschluss, keine bestehende Strasse in "Salvador-Allende Platz" umzubenennen

1974

1975

1976

1977

Beschluss der Ratsversammlung zur Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen, in dem Rassismus als möglicher Umbenennungsgrund genannt wird

1978

26.02.-04.03.:Außenminister Genscher besucht Tanzania, Burundi, Ruanda und vom 13.-19.10. Namibia und Südafrika

Erste Intiative mit der Forderung der Umbenennung des Karl-Peters-Platz wegen der Person Carl Peters. Ablehnungsschreiben der Verwaltung (u.a. wegen der Begrenzung von Umbenennungen auf gleichlautende Strassennamen)

1979

01.03.: Anfrage der DKP-Stadtteilgruppe Ahlem/Linden-Nord zur Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Allee

1980

1981

1982

Forderung, den Karl-Peters-Platz umzubenennen und das Denkmal abzureißen. Antwort der Verwaltung: "dass... aufgrund der vom Rat beschlossenen Grundsätze zur Benennung von Strassen, Wegen und Plätzen auch nur dieser in der Sache aktiv werden kann."

1983

09.02.: Gründung des Friedensforums Südstadt als Zusammenschluss aller am Friedensgruppen der Südstadt
08.10.: Ausstrahlung NDR-Produktion "Immer noch Ehrung von..."
16.10.: Veranstaltung des Friedensforums Südstadt zu Carl Peters

1984

5.7.: Bundesratspräsident Franz-Josef Strauß bekräftigt die deutsch-togolesische Freundschaft im Rahmen der 100-Jahr-Feier anläßlich des Abschluss der "Schutzverträge" mit dem Deutschen Reich

Januar: Meinungsumfrage der SPD Hanover Südstadt-West an die Anlieger des Karl-Peters-Platzes
19.09.: Antrag der SPD auf Mahntafel am Karl-Peters-Denkmal wird von der CDU abgelehnt
26.10.: 50 Jahre Karl-Peters-Denkmal: Solidaritätskundgebung des Friedens-Forums mit Südafrika

1985

20.02.: DKP-Antrag zur Karl-Peters-Mahntafel
31.03.: Ostermarschierer fordern Umbenennung des Karl-Peters-Platzes

1986

1987

Benennung der Straße Frobeniusweg
30.06.: Anbringung einer Mahntafel gegen den Kolonialismus am Carl-Peters-Denkmal

1988

Januar:In "Die Zeit" erscheint ein Artikel über Carl Peters und den hannoverschen Streit über die Umbenennung des ihm gewidmeten Platzes
06.07.: Podiumsdiskussion zur Umbenennung des Karl-Peters-Platz auf Einladung der Geschichtswerkstatt e. V. Hannover. PodiumsteilnehmerInnen: Christa Klassen vom Friedensforum Südstadt, Reinhard Apel - CDU Fraktionsvorsitzender Bezirksrat Südstadt/Bult; Prof. Dr. Helmut Bley, Bodo Dringenberg - Linguist und Sprachhistoriker; Dr. Bernd Wegener - Leiter Dez. im Stadtvermessungsamt; Leitung: Olaf Mußmann - Geschichtswerkstatt
19.10.: Ratsbeschluss über die Ergänzung der Grundsätze für die Benenung von Strassen, Wegen und Plätzen

1989

1990

Februar: Laut einer Leserumfrage der HAZ-Stadtteilzeitung sprechen sich 79% der Bewohner des Karl-Peters-Platzes gegen eine Umbenennung aus
16.04.: NDR-Produktion, Beitrag in "Hallo Niedersachsen" über die Umbenennung des Karl-Peters-Platzes in Hannover
Sommer: Am Karl-Peters-Platz unterrichtet eine Kunstaktion im Rahmen des achten "Blattschuß" über deutschen Kolonialismus
27.06.: Ratsbeschluss der Stadt Hannover: Der Karl-Peters-Platz und die anliegenden Strassen werden umbenannt und erhalten den Namen Bertha-von-Sutner-Platz
August: Acht Anlieger legen Widerspruch gegen die Umbenennung des Karl-Peters-Platz ein

1991

21.03.: Namibia erlangt die Unabhängigkeit;
Christian Ströbele, Die Grünen, meint, dass Deutschland keine kolonialen Belastungen mehr trage und deshalb eine Vorreiterrolle in Afrika übernehmen solle

15.01.: Der Sadtbezirksrat Südstadt-Bult fordert den Rat auf, die Umbenennung zu revidieren
14.05.: Ratsbeschluss: Zurückweisung der Widersprüche. Bestätigung der Umbenennung in Bertha-von-Sutner-Platz
23.07.: Klage der Anlieger gegen die Umbenennung wird an das Verwaltungsgericht Hannover weitergeleitet

1992

26.03.: Verwaltungsgericht Hannover: Einstellung des Verfahrens wegen "Verfahrensfehler" bei der Umsetzung des Ratsbeschlusses (Bekanntmachung)
15.06.: Erneuter Ratsbeschluss zur Ablehnung der Widersprüche gegen die Umbenennung mit sofortiger Vollziehung zum 01.07.1993
29.06.: Verwaltungsgericht Hannover stellt die aufschiebende Wirkung der Widersprüche (Klage) wieder her
Juni/Juli: Aufhebung der Ehrengrabpflege für das Grab von Carl Peters im Rahmen der städtischen Sparmaßnahmen
01.11.: Verwaltungsgericht Hannover weist die Klage gegen die Umbenennung des Karl-Peters-Platz ab

1993

07.01.: Urteil des Verwaltungsgericht Hannover vom 01.11.1993 wird als rechtskräftig erklärt
01.02.: Die Umbenennung des Karl-Peters-Platzes und der Strasse Am-Karl-Peters-Platz in Bertha-von-Suttner-Platz wird vollzogen. Die neuen Stassenschilder werden angebracht

1994

Oktober: Dokumentation des Leistungskurs Geschichte der IGS Roderbruch über Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee; die Stadt Hannover erklärt, sie hätte für eine Hinweistafel am Straßenschild kein Geld.

1995

1996

1997

1998

1999

Sommer: In Hannover findet die Weltausstellung (EXPO) statt

2000

2001

14.06.: Im Niedersächsischen Landesmuseum wird die Ausstellung "Namibia - auf dem Weg zur Nation" eröffnet, die in Zusammenarbeit mit dem Museum Swakopmund in Namibia erstellt worden ist

2002

2003

2004

Januar: Bundeskanzler Gerhard Schröder ist auf Staatsbesuch in Äthiopien, Kenia, Südafrika und Ghana; im Rahmen des 100. Jahrestages des Aufstandes der Herero und Nama gegen die deutsche Herrschaft gibt es kein Wort der Entschuldigung seitens der deutschen Regierung

 

Fußnoten

[1] AAPA BSts Bd. 343.

 

  © 2004 Universität Hannover - Historisches Seminar

http://www.koloniale-spuren.de